Polizei schnappte Drogenkurierin gleich bei der ersten Fahrt

Zehn Kilo Marihuana sollte die Angeklagte aus Holland an einen Kiosk in Ruhrort liefern. Doch vorher griff die Polizei zu.
Zehn Kilo Marihuana sollte die Angeklagte aus Holland an einen Kiosk in Ruhrort liefern. Doch vorher griff die Polizei zu.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Alleinerziehende wollte ihrem Sohn zu Weihnachten etwas bieten und ließ sich auf Kurierfahrt ein. Dafür erwarten sie nun drei bis vier Jahre Haft.

Duisburg.. Weil sie Schulden hatte und kurz vor Weihnachten Geld gut gebrauchen konnte, ließ sich eine alleinerziehende Mutter im Dezember 2014 als Drogenkurier anwerben. Schon bei der ersten Fahrt flog sie allerdings auf. Nun wird die Frau ihren kleinen Sohn wohl lange Zeit nicht sehen dürfen. Seit Montag steht die 22-Jährige vor dem Landgericht am König-Heinrich-Platz.

Die Anklage wirft ihr unerlaubte Einfuhr und Beihilfe zum Handeltreiben mit Rauschgift vor. Ein 57-jähriger Bekannter mit dem Spitznamen „Onkel“ hatte sie im Dezember 2014 gefragt, ob sie sich nicht mit einer Kurierfahrt Geld verdienen wolle. Der Mann versprach 1000 bis 1500 Euro Verdienst. „Ich hatte Schulden, wollte meinem kleinen Sohn etwas zu Weihnachten bieten“, begründet die bislang völlig unbescholtene Angeklagte ihre Bereitschaft, bei dem kriminellen Geschäft mitzumachen.

Zehn Kilo Marihuana in der Sporttasche versteckt

So fuhren sie und der 57-Jährige am 8. Dezember in getrennten Autos in die Niederlande. In einer Sporttasche im Kofferraum brachte die 22-Jährige zehn Kilo Marihuana mit zurück nach Deutschland. Ziel der Kurierfahrt: Ein Kiosk in Ruhrort, von dem aus zwei Brüder, die sich voraussichtlich im Herbst vor dem Landgericht verantworten müssen, einen schwunghaften Handel mit Drogen betrieben haben sollen. Die 22-Jährige kam nicht mehr dazu, das Rauschgift abzuliefern, weil die Polizei, die das Treiben seit einiger Zeit überwachte, zugriff.

Nachdem ihr im Falle eines Geständnisses eine vergleichsweise milde Straße von drei bis vier Jahren zugesichert worden war, räumte die 22-Jährige die Anklage am ersten Verhandlungstag rückhaltlos ein. Der zunächst bis August terminierte Prozess wird nun wohl deutlich schneller enden können.

Der 57-Jährige „Onkel“, der die Frau angeworben hatte, muss sich übrigens ab Dienstag vor dem Landgericht verantworten. Er soll an drei illegalen Drogenlieferungen von insgesamt 30 Kilo Marihuana nach Duisburg beteiligt gewesen sein.