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Polizei mit mehr Kräften im Einsatz

24.01.2015 | 00:11 Uhr

Nach dem Zwischenfällen beim ersten Pegida-Marsch am vergangenen Montag, als Gewalttäter aus dem politisch linksextremen Lager drei Polizeibeamte mit Steinen und einem Straßenschild verletzt hatten (wir berichteten), hat die Polizei reagiert. Laut Rüdiger Wollgramm, Einsatzleiter der Duisburger Polizei, wird die Zahl der eingesetzten Beamten übermorgen erhöht. „So wollen wir die Auseinandersetzungen beider Lager bereits im Keim ersticken“, erklärte Wollgramm. Auch an diesem Montag wollen sich am Hauptbahnhof und auf der Friedrich-Wilhelm-Straße wieder die Teilnehmer zweier Gegendemonstrationen der Pegida-Gruppe in den Weg stellen.

Die Polizei kündigt an, wieder mit mehreren Hundertschaften dafür zu sorgen, „dass alle Bürger ihr Versammlungsrecht friedlich wahrnehmen können.“ Ab 16 Uhr muss deshalb am Montag wieder mit Verkehrsbeeinträchtigungen sowie Halteverbotszonen gerechnet werden. Die Polizei wird die Zufahrten zur City von der Saarstraße, Mercatorstraße, Friedrich-Wilhelm- und Düsseldorfer Straße angepasst an die Lage sperren.

„Uns ist bewusst, dass viele Menschen durch diese Großveranstaltungen belastet werden. Wir werden daher für die folgenden Montage prüfen, ob das Demonstrationsziel an einem anderen Ort erreicht werden kann“, so Wollgramm. Die Rechtslage setzt der Polizei klare Grenzen, so dass dies nur in Kooperation mit den Demo-Anmeldern zu erreichen sei.

Pegida wird ab 18 Uhr mit einer Versammlung am Fernbusbahnhof beginnen. Ein Aufzug danach folgt auf der Vorwochen-Route – also über die Mercator-, Wittekind-, Fürsten-, Güntherstraße und Hohe Straße zurück über die Friedrich-Wilhelm-Straße zum Bahnhofsvorplatz. Der Versammlungsleiter von Pegida hat 800 Teilnehmer angemeldet. In der Vorwoche waren es rund 400, die Polizei hatte ihrerseits 600 gezählt.

Nicht über jedes Stöckchen springen

Die „Initiative gegen Duisburger Zustände“ hat eine Kundgebung (17.30-21.30 Uhr) auf der Düsseldorfer Straße/Friedrich-Wilhelm-Straße angemeldet und erwartet 100 Teilnehmer. Das „Duisburger Netzwerk gegen Rechts“ plant eine Kundgebung ab 17.30 Uhr vor dem Hauptbahnhof und erwartet 1500 Teilnehmer. Nur das Bündnis für Toleranz und Zivilcourage, das etwa Kirchen und den DGB unter einem Dach versammelt, ruft diesmal nicht zur Gegendemo auf. „Wir springen nicht über jedes Stöckchen, das uns hingehalten wird“, hatte Superintendent Armin Schneider bereits nach der ersten Großveranstaltung am vergangenen Montag angekündigt. Stattdessen will das Bündnis mittags öffentlich erklären, wie sie weiter mit Pegida umgehen wollen. „Wir wollen nicht nur reagieren, sondern positive Beispiele für Integration in Duisburg zeigen“, kündigt Schneider an. Es stehe jedem frei, sich anderen Gegendemos anzuschließen.

Thomas Zmrzly vom „Netzwerk gegen Rechts“ hält es trotzdem für „eine Katastrophe“, dass sich das Bündnis nicht an den Protesten beteiligt. „Nach vier, fünf Wochen hätte ich es noch verstanden. Aber so wird Pegida die Straße überlassen.“ Er geht davon aus, dass sich viele Bürger dem Netzwerk anschließen. Auch Johanna Goldmann von der „Initiative gegen Duisburger Zustände“, die sich wieder vor dem Kaufhof einfindet, glaubt, dass es kein Problem wird, Leute zu mobilisieren. „Viele sind geschockt von den Ausmaßen der Vorwoche und werden jetzt erst Recht auf die Straße gehen.“

Der Einstieg zu Fernreisebussen wird auf der Mercatorstraße (Nähe Gallenkampstraße) sein. Rund um den Hbf werden ab 16 Uhr von der Stadt wieder Halteverbote eingerichtet. Fahrzeuge, die danach dort parken, werden abgeschleppt. Die Polizei richtet für Bürgerinnen und Bürger am Montag (8-22 Uhr) ein Servicetelefon ein – erreichbar unter:  0203/280 1065.

Fabienne Piepioraund Thomas Richter

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