Polizei durchsuchte Jobcenter nach „Amok-Alarm“

Über mehrere Stunden mussten sich gestern die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Jobcenters an der Friedrich-Wilhelm-Straße in ihren Büros einschließen. Im Gebäude wurde ein „Amok-Alarm“ ausgelöst, nachdem eine Frau der Polizei per Notruf eine verdächtige Person gemeldet hatte. Ein Mann solle mit einem Messer bewaffnet über einen Flur gegangen sein. Mehr als 70 Beamte durchsuchten daraufhin das Haus, gegen 17 Uhr wurde der Einsatz ergebnislos beendet.

Um 13.20 Uhr ging der Notruf bei der Polizei ein, die zunächst Streifenwagen in die Innenstadt schickte. Die Friedrich-Wilhelm-Straße wurde in Richtung Altstadt für den Verkehr gesperrt, mit dem Eintreffen der Einsatzhundertschaft Essen mussten auch die Busse der DVG und der Niag eine Umleitung fahren. Einige Mitarbeiter des Jobcenters, deren Büros in der Nähe des Ausgangs zum Buchenbaum lagen, konnten bereits während des Einsatzes evakuiert werden. „Jeder Raum, jede Besenkammer wird durchsucht“, erklärte Polizeisprecher Joachim Wawrzeniewski am Nachmittag. Viele Mitarbeiter seien nervös gewesen, weil sie über Stunden keine Informationen und auch keine Entwarnung erhalten hätten, sagte eine Jobcenter-Angestellte, die sich ebenfalls in ihrem Büro eingeschlossen hatte. Die Polizei betonte während der Durchsuchung, dass es „keine Bedrohungs- und Gefährdungslage“ gegeben habe. Nach dem Einsatz zog Dienstgruppenleiter Gregor Adamski vor Ort Bilanz: „Es wurde keine strafbare Handlung festgestellt.“

Nach von der Polizei bestätigten Informationen der WAZ mussten bereits am Montag Beamte zum Jobcenter ausrücken. Ein Mann hatte dort eine Bargeldauszahlung verlangt. Nachdem ihm diese verwehrt worden war, habe er ein Messer vor sich auf den Tisch gelegt. Der Sicherheitsdienst des Jobcenters konnte den Mann beruhigen, die hinzugezogenen Polizisten nahmen seine Personalien auf. Nach dem Alarm am Dienstag prüft die Polizei nun, ob es einen Zusammenhang zwischen den beiden Vorfällen gibt.

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