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Polizei-Direktionsleiter aus Duisburg nimmt Loveparade mit "in den Ruhestand"

25.01.2013 | 18:13 Uhr
Rüdiger Wollgramm, Polizeipräsidentin Dr. Elke Bartels und der bisherige Direktionsleiter Kuno Simon.Foto: Lars Fröhlich

Duisburg.   Obwohl Kuno Simon, Leiter der Direktion Gefahrenabwehr und Strafverfolgung, bald in den Ruhestand gehen wird: Abschließen kann der 63-Jährige noch lange nicht. Denn noch immer ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen der Loveparade-Katastrophe gegen ihn. "Das begleitet mich in den Ruhestand hinein."

Zwei Duisburger Großereignisse werden dem bisherigen Leiter der Direktion Gefahrenabwehr und Strafverfolgung bei der Duisburger Polizei, Kuno Simon (63), sicher in Erinnerung bleiben: Die Loveparade-Katastrophe , wegen der die Staatsanwaltschaft auch gegen ihn ermittelt, und die anti-israelische Demonstration, in deren Verlauf eine Wohnung am Rande des Demonstrationsweges von der Polizei aufgebrochen wurde, um eine Fahne mit dem Davidstern vom Balkon zu entfernen, die die Demonstranten provozierte.

Wegen des laufenden Ermittlungsverfahrens gegen ihn als Einsatzleiter während der Loveparade will er sich inhaltlich nicht äußern. „Das begleitet mich in den Ruhestand hinein. Ich kann nur hoffen, dass es bald eine Entscheidung gibt.“ Zehn Jahre war der Düsseldorfer in Duisburg, wo er die Strukturreform des Präsidiums zum Direktionsmodell mitgestaltete.

In seinen 44 Jahren bei der Polizei habe er alle Facetten dieses Berufs erlebt. „Vieles musste man dabei verkraften, es gab aber auch viel Freude“, sagte er am Freitag anlässlich des Führungswechsels.

"Polizisten werden immer mehr zum Spielball"

Sein Nachfolger Rüdiger Wollgramm (55) wird seinen Dienst am 1. Februar antreten. Er wechselt vom Landesamt für Polizeiliche Dienste, wo er bislang die Abteilung Technik und Technische Einsatzunterstützung leitete. Für ihn wieder ein Schritt in die Praxis, auf die er sich freut.

Die zentralen Akteure der Loveparade

Einig ist er sich mit seiner neuen Vorgesetzten, Polizeipräsidentin Elke Bartels, darüber, dass in der Gesellschaft der Respekt gegenüber Polizeibeamten immer stärker verloren geht. „Polizisten werden immer mehr zum Spielball. Da müssen wir gegenhalten.“ Dazu seien aber nicht schärfere Gesetze nötig, sondern eine konsequente Strafverfolgung.

„Die Justiz stellt hohe Ansprüche an die Beweisbarkeit“, sagt Wollgramm und bezieht sich dabei u.a. auf Angriffe auf Polizisten bei Krawallen nach Fußballspielen. Polizeipräsidentin Bartels sieht ein gesamtgesellschaftliches Problem: „Der mangelnde Respekt anderen gegenüber ist eine Erziehungsfrage.“ Polizisten seien oft „die Letzten in der Kette“.

Eine Herausforderung, die auf die Duisburger Polizei zukommt, ist der Altersschnitt. Polizeipräsidentin Bartels: „Wenn man die Hundertschaft herausnimmt, liegt das Durchschnittsalter der Mitarbeiter des Duisburger Polizeipräsidiums bei 49,5 Jahren.“

Video
Vor zwei Jahren geschah das Unglück auf der Loveparade in Dusiburg. Auch heute noch spürt man am Unglücksort die tiefe Betroffenheit und Trauer der Betroffenen und Bürger.

Alfons Winterseel


Kommentare
27.01.2013
17:49
Polizei-Direktionsleiter aus Duisburg nimmt Loveparade mit
von EinDerWestenLeser | #6

zu #1
"Schande über das Ordnungsamt Duisburg" - Was ist das denn für ein Blödsinn?? Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter machen doch überwiegend einen ganz tollen Job. Überregional gilt das Duisburger Ordnungsamt als eins der effektivsten - trotz klammer Stadtfinanzen.
Dass es die Polizei nicht Schuld war, ist klar. Vielmehr ist hier der Veranstalter und die unprofessionellen Sicherheitsleute in die Pflicht zu nehmen. Bei solchen Großveranstaltungen darf man nicht auf private Sicherheitsdienste zurückgreifen. Überwiegend wird dort auf Personal aus Hartz4 etc. zurückgegriffen. Es müsste wieder viel mehr in die Hand des Ordnungsamtes etc. gelegt werden. Diese "schwarzen Sherriffs" nehmen langsam überhand!

1 Antwort
Polizei-Direktionsleiter aus Duisburg nimmt Loveparade mit
von kikimurks | #6-1

Nein! Die Schulf nur beim Veranstalter zu suchen ist zu einfach, Zunächst haben anscheinend in der Planungsphase alle, auch das Ordnungsamt, den Umfang des Ganzen falsch eingeschätzt und ein zu schwaches Sicherheitskonzept erstellt. Der Veranstalter hat Auflagen ignoriert und z.T. ungeeignetes Personal eingesetzt. Die Polizei hat einen stümperhaft durchgeführten Einsatz abgeliefert. Hier liegt ein Versagen auf ganzer Linie vor.

27.01.2013
13:40
Polizei-Direktionsleiter aus Duisburg nimmt Loveparade mit
von Hein1 | #5

für mich ist das der größte Witz an dem Artikel,mit 63 bald in den Ruhestand,
da kann ich nur den Kopf schütteln.

1 Antwort
Polizei-Direktionsleiter aus Duisburg nimmt Loveparade mit
von smallbrother | #5-1

@Hein1
Polizeibeamte gehen aktuell mit 62 Jahren in den Ruhestand; Simon hat offensichtlich freiwillig um ein Jahr seinen Dienst verlängert.

26.01.2013
23:53
Polizei-Direktionsleiter aus Duisburg nimmt Loveparade mit
von riegelrudi | #4

Zum Thema Loveparade, Herrn Simon und seinem obersten Dienstherrn Jäger kann ich nur folgende Lektüre empfehlen: http://www.tmp-distribution.de/ralf-j%C3%A4ger.html

26.01.2013
15:48
Polizei-Direktionsleiter aus Duisburg nimmt Loveparade mit
von HerrderFliegen | #3

Ein klares und rechtzeitiges "nein - so geht das auf keinen Fall" von Polizeidirektor Simon und seinen Kollegen hätte die Loveparade-Katastrophe verhindert. Wer sich als Polizei erst am Tag der Veranstaltung die endgültigen Pläne der Stadt Duisburg als Genehmigungsbehörde vorlegen lässt, kann nicht mehr selbst vernünftig planen, bedenken und trainieren sonder ist auf gut Glück auf reaktive Bewältigung der Lage angewiesen - was in der Regel nicht funktioniert. Das Ergebnis - die Loveparade-Katastrophe - kennen wir ja.

2 Antworten
Polizei-Direktionsleiter aus Duisburg nimmt Loveparade mit
von smallbrother | #3-1

@HerrderFliegen...
Schau mal unter:
https://www.derwesten.de/staedte/duisburg/cdu-fordert-abloesung-von-cebin-id755719.html

Schon 2009 hat die Planung der Polizei für den Einsatz begonnen und da war es die Politik ( CDU ), die die Loveparade unbedingt gegen alle Sicherheitsbedenken ( siehe auch vorher Bochum ) nach Duisburg haben wollte.

Die Polizei hat mehrmals NEIN zur Loveparade und zu den vorgelegten Konzeptionen gesagt. Die Politik ( CDU ) wollte die Loveparade.

Polizei-Direktionsleiter aus Duisburg nimmt Loveparade mit
von ich_bin_es | #3-2

@ 3-1
die Mehrheit im Rat der Stadt Duisburg hat aber ROT/GRÜN
SCHWARZ stellte lediglich den Oberbürgermeister
gehen musste aber nur einer
und der hat nicht alleine die hauptsächliche Verantwortung gehabt
die moralische wohl schon

26.01.2013
15:27
Polizei-Direktionsleiter aus Duisburg nimmt Loveparade mit
von babilon | #2

Da der OB wegen Fehler seiner Dezenenten gehen mußte,sollte auch der Innenminister
wegen Fehler seiner Polizei gehen.Aber das geht nicht weil er ein SPD-Mann ist.

1 Antwort
Polizei-Direktionsleiter aus Duisburg nimmt Loveparade mit
von kikimurks | #2-1

Hallo,.

der wird niemals gehen, Er hat ja nichts unterschrieben. Außerdem hat er ja "nur" die Beamten auf seiner Sightseeingtour von der Arbeit abgehalten. Da kann man ihm ja doch nichts vorwerfen. Außerdem gilt politische Verantwortung nur einem CDU Bürgermeister gegenüber.

26.01.2013
13:39
Polizei-Direktionsleiter aus Duisburg nimmt Loveparade mit
von Sentinel | #1

Ich kann den Aussagen nur zustimmen und Herrn Simon wünsche ich, dass es die Richtigen bei der Strafverfolgung trifft. Diese sitzen für mich im Ordnungsamt inkl. dem Dezerneten für Sicherheit und Recht bei der Stadt DU. Was den Respekt gegenüber derer betrifft, die für Sicherheit und Ordnung in unserem Land sorgen ist es so, dass nicht nur gegen die Polizei Front gemacht wird, es betrifft genauso die Feuerwehr, die Kräfte aus dem Rettungsdienst und private Sicherheitsdienstleister. *******. sieht man immer öfter an Hauswänden, Brücken etc. und was mal in der Motorradszene der MCs entstand (da schon dämlich) sprüht heute jeder geeistige Tiefflieger an eine freie Stelle. Die Strafverfolgung ist gefragt, ein Übergriff auf einen Polizeibeamten/in muss so abgestraft werden, dass es demjenigen in ewiger Erinnerung bleibt. RESPEKT an die Polizisten/innen im Dienst und die LoPa war nicht euer Versagen!! R.I.P. den Opfern der LoPa 2010 - Schande über das Ordnungsamt Duisburg.

5 Antworten
Polizei-Direktionsleiter aus Duisburg nimmt Loveparade mit
von kikimurks | #1-1

Wenn man sich die Geschehnisse am Tag der LP anbelangt, dann findet man doch auch massive Versäumnisse bei der Polizei. Eine schlechte Planung kann keine Entschuldigung für grottenschlechte Umsetzung sein. Insoweit ist es richtig, dass auch gegen den verantwortlichen Polizeibeamten ermittelt wird. Sicherlich hat nicht der einzelne Beamte, der am Tag der LP vor Ort seinen Dienst tat, versagt. Versagt haben die Oberen, die Rettungswege nicht freigehalten haben, die Schleusen öffneten und Rampen sperrten einfach wie es ihnen beliebte ohne sich um die vorher getroffenen Absprachen zu kümmern, die auf Grund von versagen in der Vorbereitung nur mangelhaft kommunizieren konnten und die in der heißen Phase nichts besseres zu tun hatten als IM Jäger die Veranstaltung und die Maßnahmen zu präsentieren. Das Versagen der Polizei ist nicht unerheblich gewesen!

@ kikimurks... und die immer noch ermittelnde Staatsanwaltschaft....
von JoachimMutz | #1-2

...stellen Sie sich bitte selbst die Frage;

"Wie dumm oder blöd muss man sein - wie unverantwortlich darf man sein... - ne Million Menschen überhaupt nur einen einzigen Crash-Zugang (weil die Hauptströme in den Tunnelröhren aufeinander stießen) zur Füllung des Festgeländes anzubieten???"

...die gesperrte Autobahn gatterte man sogar ein - und die ohnehin viel zu schmale Rampe (Tunnelöffnung x 3 !) war sogar durch Gitter zur Eingangsschleuse und zudem durch Einsatzfahrzeuge künstlich zusätzlich verengt worden...!

DAS ist KEINE Besserwisserei... - an jeder Fußball-Arena mit VIER Zugängen (OHNE Gegenverkehr) und nur 30 - 70 Tausend Zuschauern kann man die mögliche Brisanz der Schleusung von Menschenmassen ablesen...

Bei der LOVEPARADE tragen die "Chefs" (Planer. Organisatoren und Genehmigungserteiler) die Schuld (!) - nicht die durch die Massenansammlungen dann überforderten Einsatzkräfte!
Großräumige mit Ampeln UND Einsatzwagen nach STVO gesicherte Staukorridore fehlten! WARUM ?

Polizei-Direktionsleiter aus Duisburg nimmt Loveparade mit
von kikimurks | #1-3

Ich habe in meinem Kommentar bereits darauf hingewiesen, dass eine schlechte Planung keine Entschuldigung für eine mehr als mangelhafte Umsetzung sein kann. Im Fall der LP hat niemand geglänzt. Auch die Polizei macht da keine Ausnahme. Hätte die Polizei am Tage der LP nicht so gnadenlos versagt, hätten die Folgen deutlich geringer sein können. Wir dürfen nicht vergessen, dass es eine Maxime der Planung war, dass vor Schließung der Rampe zunächst die Tunnelzugänge zu schließen seien. Die Polizei hat genau das Gegenteil getan und damit die Katastrophe ausgelöst. Es ist zu einfach alles auf die Planung zu schieben. Man muss sich auch die Ausführung ansehen und genau deshalb wird auch gegen den polizeilichen Einsatzleiter ermittelt.

"Mensch-Meier" kikimurks...
von JoachimMutz | #1-4

...der PLANUNGS-FEHLER des einen einzigen Zuganges OHNE entsprechend SICHERE, GERÄUMIGE Staukorridore WAR DIE VERHEERENDE URSACHE...!!!

Keine belastbaren Teilnehmerzahlen (fehlende Eintritts-ZEITLICHE-Zugangs-Zutrittskarten...) führten zu dem vor Ort unmöglich "in den Griff zu bekommenden" Menschenmassen...
Der GEPLANTE EINE Eingang - die zwei gegeneinander zusammenprallenden Besucherströme...
Das Verbrechen liegt in DIESER Zugangs-PLANUNG...!

Hier mehr zur Sache öffentlich zu äußern, verbietet sich...

Es ist doch besch^^^^^ - die irgendwann überforderten Vor-Ort-Einsatzkräfte für dann eventuell unglücklich getroffene "Fehlentscheidungen" verantwortlich machen zu wollen bzw. verantwortlich zu machen...!

@JoachimMutz
von kikimurks | #1-5

So kennt man Sie. Sie sind völlig Argumentationsresistent. Was nicht Ihrer Blickweise entspricht wird nieder gebrüllt (falls Sie es nicht wissen: Grossschrift drückt ein schreien aus). Ich glaube, dass ich klar genug gemacht habe, warum ich meine, dass die Polizei zu recht ebenfalls im Fokus der Ermittlungen steht. Ansonsten habe ich es nicht nötig mich auf Ihr niedriges Argumentationsniveau zu begeben.

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