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Loveparade

Politiker fordern Rücktritt – OB Sauerland bleibt

26.07.2010 | 16:48 Uhr
Politiker fordern Rücktritt – OB Sauerland bleibt

Duisburg.Nach der Katastrophe auf der Loveparade fordern Politiker den Rücktritt des Duisburger OB Sauerland (CDU) und des Ordnungsdezernenten Rabe. Die CDU will eine Untersuchungskommission. Sauerland selbst lehnt einen Rücktritt derzeit ab.

Politiker der Partei Die LInke und der Grünen forderten am Montag den Rücktritt des Duisburger Oberbürgermeisters Adolf Sauerland und seines Sicherheitsdezernenten Wolfgang Rabe als Konsequenz aus der Loveparade-Katastrophe. Bei einer Massenpanik am Rande des Festivalgeländes waren am Samstag und Sonntag 19 Menschen gestorben, mehr als 500 wurden zum Teil schwer verletzt. Am Montagabend bestätigte die Polizei ein weiteres Todesopfer. Deren Zahl erhöht sich somit auf 20. Sauerland selbst wandte sich am Nachmittag in einer Erklärung an die Öffentlichkeit. Darin bedauert er den Vorfall, spricht den Familien der Opfer sein Beileid aus und versichert, dass die Stadt alles tun werde, um die Tragödie aufzuklären: „Wenn sich die Stadt etwas vorzuwerfen hat, dann werden wir Verantwortung übernehmen.“ Zunächst, so Sauerland, seien jedoch noch Ermittlungen nötig. Die Forderungen nach seinem Rücktritt als persönliche Konsequenz könne er zwar verstehen: „Und dennoch müssen wir uns die Zeit nehmen dürfen, zunächst die schrecklichen Geschehnisse aufzuarbeiten.“

Gleichzeitig zieht sich der Duisburger OB momentan ein stückweit aus der Öffentlichkeit zurück. Im Rathaus habe er sich am Montag ziemlich verschanzt, berichten Mitarbeiter. Und wer Sauerlands Internetseite aufruft, blickt momentan nur noch auf einen schwarzen Bildschirm. Eine Google-Suche nach dem Namen des Stadtoberhaupts verspricht zwar noch, der Duisburger Oberbürgermeister „stellt sich vor und informiert über die Ziele seiner Politik“. Nach dem Klick bleibt aber nur der Blick ins Pechschwarze: http://www.adolf-sauerland.de/

„Ohne geeignetes Konzept“

Der Grünen-Bezirksverband Ruhr begründet seine Rücktrittsforderung mit offenkundigen Mängeln bei der Organisation des Techno-Festivals: „Es ist unübersehbar, dass die Loveparade ohne ein geeignetes Sicherheitskonzept durchgeführt worden ist“, heißt es. Und weiter: „Oberbürgermeister Sauerland und Ordnungsdezernent Rabe tragen die politische und moralische Verantwortung. Ein weiterer Verbleib beider im Amt ist für uns nicht vorstellbar.“

Darüber hinaus fordern die Grünen eine „rückhaltlose politische Aufklärung“ aller Geschehnisse im Vorfeld, während und nach der Loveparade. Das müsse „die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen ergänzen, die die Geschehnisse allein juristisch aufarbeiten können.“ Als weiter reichende Konsequenz aus der Tragödie vom Wochenende regen sie eine Diskussion an, die Erarbeitung eines Sicherheitskonzepts und die Genehmigung großer Veranstaltungen verbindlich an die Zustimmung der Polizei zu knüpfen. Der Duisburger Sprecher der Grünen, Matthias Schneider, sagte: „Wir können uns nicht vorstellen, dass Adolf Sauerland und Wolfgang Rabe in ihren Ämtern bleiben.“

Massive Kritik an Planung

Auch die Duisburger Landtagsabgeordnete Anna Conrads und Marc Mulia, Mitglied im NRW-Landesvorstand der Partei Die Linke, fordern in einer gemeinsamen Erklärung Sauerland und Rabe zum Rücktritt auf. Sie trügen die politische Verantwortung für das Sicherheitskonzept, das Conrads und Mulia massiv kritisieren: Erstens fasse das Gelände am alten Güterbahnhof bestenfalls 500.000 Gäste, laut Planungsdezernent Jürgen Dressler habe sogar nur eine Genehmigung für 250.000 Besucher vorgelegen – während jedoch schon seit Wochen mindestens eine Million Menschen erwartet worden seien. Zweitens hätte im Vorfeld klar sein müssen, dass es zu riskant gewesen sei, Besucher von beiden Seiten durch den Tunnel an der Karl-Lehr-Straße vom und gleichzeitig zum Gelände zu schleusen. „Es ist uns unverständlich, warum dieser Weg gewählt wurde, obwohl es einen weitaus einfacheren Weg direkt vom Hauptbahnhof auf das Gelände gibt.“

Ferner hätten aber auch Veranstalter und Einsatzleitung „offenbar nicht angemessen reagiert“, als sich abzeichnete, dass es großes Gedränge im Tunnel und an der Rampe zum Gelände gab. Vielmehr hätten Augenzeugen berichtet, dass die Polizei und Ordner hilflos mit angesehen hätten, wie sich die Situation weiter zuspitzte.

CDU fordert Untersuchungskommission

Der Duisburger CDU-Kreisvorsitzende Thomas Mahlberg verlangt eine schonungslose und rückhaltslose Aufklärung der Tragödie von Samstag. „Das sind wir allen schuldig.“ Er begrüßt den Vorschlag seiner Bundestagsfraktion, eine unabhängige Untersuchungskommission zu den Vorfällen einzusetzen. CDU-Fraktionsvorsitzende Petra Vogt dankte in einer Presseerklärung den Einsatzkräften von Polizei, Stadt und Feuerwehr sowie der Hilfsdienste, aber auch den Besuchern, die vor Ort erste Hilfe geleistet haben und so möglicherweise weiteres Unglück verhindern konnten.

Die Duisburger SPD reagierte ebenfalls. Mit Blick auf die Geschehnisse betonten Parteichef Ralf Jäger, MdB Hans Pflug und der stellv. Fraktionsvorsitzende Jürgen C.Brandt, dass man fassungslos und bestürzt sei. Herbert Eickmanns und Elke Patz, beide stellv. Fraktionsvorsitzende, forderten die lücken- und rücksichtslose Aufklärung der Vorgänge und Verantwortlichkeiten. „Insbesondere die Gerüchte um vermeintliche vorherige Warnungen wollen wir aufgeklärt wissen.“ Beide betonen, dass sie kaum zu glauben vermögen, dass solche Warnungen aus Sicherheitskreisen nicht beachtet worden wären. „Für uns wäre das ein Skandal.“ SPD-Bundestagsabgeordneter Johannes Pflug, Mitglied des Polizeibeirates, hat umgehend eine Sondersitzung des Duisburger Polizeibeirates beantragt. Für die Sozialdemokraten ist klar, dass die Aufklärungsarbeiten umfangreich sein werden. Hektik sei fehl am Platz, aber es gebe keine Akzeptanz für monate- oder jahrelange Untersuchungen.

Christian Gerstenberger, Alfons Winterseel

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Kommentare
26.07.2010
21:18
Grüne und Linke fordern Sauerlands Rücktritt
von comptur | #283

@RuecktrittKommtSicher
Wo sucht Sauerland ein Bauernopfer? Wann hat er sich entsprechend geäußert? Er entält sich jeder öffentlichen Schuldzuweisung. In der ersten Pressekonferenz hat er sich eindeutig vor seine Untergebenen gestellt und hat sich der Aufklärung durch die Staaatsanwalschaft zur Verfügung gestellt.

26.07.2010
21:12
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von eddie9983 | #282

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26.07.2010
21:11
Grüne und Linke fordern Sauerlands Rücktritt
von RuecktrittKommtSicher | #281

Herr Sauerland repräsentiert die Stadt Duisburg. In guten, wie auch in schlechten Tagen. Und wenn eine Veranstaltung, die von der Stadt Duisburg abgesegnet und genehmigt wurde, mit 20 Toten und über 500 Verletzten endet, hat zuerst Herr Sauerland die Konsequenzen zu ziehen und die heißt wohl unweigerlich Rücktritt. Auch, wenn er derzeit noch versucht, ein paar Bauernopfer zu finden, bin ich sicher, dass dies in den nächsten Tagen geschehen wird.

26.07.2010
21:11
Grüne und Linke fordern Sauerlands Rücktritt
von Ripoco | #280

Wie bitte?
THOMAS MAHLBERG verlangt eine schonungslose und rückhaltslose Aufklärung der Tragödie von Samstag?
Herr Mahlberg hatte 2009 Minister Wolf gebeten, den damaligen Duisburger Polizeichef abzusetzen, weil der sich wegen Sicherheitsbedenken heftig gegen die Austragung der Loveparade gewandt hatte.
Originalzitat von MAHLBERG:
um Duisburg von einer schweren Bürde zu befreien.
HERR MAHLBERG; ICH ERWARTE VON IHNEN, DASS SIE IHR BUNDESTAGSMANDAT ZURÜCKGEBEN!

26.07.2010
21:11
Grüne und Linke fordern Sauerlands Rücktritt
von RuecktrittKommtSicher | #279

Herr Sauerland repräsentiert die Stadt Duisburg. In guten, wie auch in schlechten Tagen. Und wenn eine Veranstaltung, die von der Stadt Duisburg abgesegnet und genehmigt wurde, mit 20 Toten und über 500 Verletzten endet, hat zuerst Herr Sauerland die Konsequenzen zu ziehen und die heißt wohl unweigerlich Rücktritt. Auch, wenn er derzeit noch versucht, ein paar Bauernopfer zu finden, bin ich sicher, dass dies in den nächsten Tagen geschehen wird.

26.07.2010
21:10
Grüne und Linke fordern Sauerlands Rücktritt
von RuecktrittKommtSicher | #278

Herr Sauerland repräsentiert die Stadt Duisburg. In guten, wie auch in schlechten Tagen. Und wenn eine Veranstaltung, die von der Stadt Duisburg abgesegnet und genehmigt wurde, mit 20 Toten und über 500 Verletzten endet, hat zuerst Herr Sauerland die Konsequenzen zu ziehen und die heißt wohl unweigerlich Rücktritt. Auch, wenn er derzeit noch versucht, ein paar Bauernopfer zu finden, bin ich sicher, dass dies in den nächsten Tagen geschehen wird.

26.07.2010
21:09
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von eddie9983 | #277

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26.07.2010
21:08
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von comptur | #276

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26.07.2010
21:05
Grüne und Linke fordern Sauerlands Rücktritt
von Pullmann | #275

Das Ruhrgebiet hatte die Durchführung der Loveparade übernommen, nachdem Berlin gepasst hatte. Man wollte damit beweisen, dass man hier auch das kann,, was Berlin kann.

5 Ruhrgebietsstädte verpflichteten sich, die LoPa durchzuführen. Nachdem Bochum zurückgezogen hatte, war der Druck auf Duisburg riesig, es stand das Image des gesamten Reviers auf dem Spiel. Hätte Duisburg auch abgesagt, der Spott wäre riesig gewesen.
Hinzu kam der Druck durch das Projekt Kulturhauptstadt 2010, dabei spielte die LoPa auch eine wichtige Rolle. Herr Pleitgen wird es bestätigen.
Ralf Jäger (SPD), seit wenigen Tagen Innenminister in NRW lebt in Duisburg. Hannelore Kraft (SPD), auch erst seit wenigen Tagen warb heftig für die Loveparade. Beide wissen, dass die Loveparade aus der Stadt Duisburg für einen Tag eine schillernde, junge, moderne Metropole machen sollte. Dieses Ziel hatte wohl auch Adolf Sauerland im Blick.
Respekt verdient Herr Pleitgen, der sagte: ... fühle ich mich moralisch für die Tragödie verantwortlich, weil ich mich für die Loveparade eingesetzt habe. Auch von dieser Seite war die Stadt Duisburg unter Druck.

Es gibt nicht nur einen Verantworlichen.

26.07.2010
21:02
Grüne und Linke fordern Sauerlands Rücktritt
von ollijens | #274

Für die Katastrophe sind mehrere Personen und Organisationen verantwortlich.
Neben dem ersten Mann der Stadt, OB Sauerland, natürlich auch Ordnungsderzernent Rabe, Veranstalter Schaller, sowie die Spitze der Polizei.
Und man kann nur hoffen, dass jeder für sich zur Verantwortung gezogen wird. Leider ist das in unserer politischen Kultur überhaupt nicht sicher.
Wie man an der Stellungnahme des OB Sauerland schon erkennen kann, will er keine Verantwortung übernehmen und klebt an seinem Posten. Er hat noch immer nicht erkannt, dass seine Amtszeit beendet ist! Er hatte die Möglichkeit freiwillig zurückzutreten, leider ist er ein Feigling. Aber er wird in den nächsten Tagen gehen müssen, man wird dafür sorgen.
Und danach sollten alle weiteren Personen über ihre Verantwortung nachdenken und ihre Ämter aufgeben. Es haben viele in Duisburg versagt.
Und wie soeben mitgeteilt, ein weiterer Toter!!
Zieht endlich Eure Konsequenzen!! Erbärmlich!!

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