Das aktuelle Wetter Duisburg 12°C
Kultur

Politik setzt sich für große Festivals in Duisburg ein

04.09.2012 | 19:38 Uhr
Die 34. Duisburger Akzente wurden im März auf dem Burgplatz eröffnet.Foto: Stephan Eickershoff

Duisburg.   Die rot-rot-grüne Regierung in Duisburg möchte die Festivals "Akzente" und "Traumzeit" trotz der knappen Haushaltslage weiterhin jährlich durchführen, während die Verwaltung einen zweijährigen Rhythmus anstrebt. Die Opposition im Stadtrat ist hingegen unterschiedlicher Meinung.

Der Kulturausschuss kann sich nicht damit anfreunden, die beiden großen Festivals „Akzente“ und „Traumzeit“ ab 2013 nur noch abwechselnd alle zwei Jahre stattfinden zu lassen. Die rot-rot-grüne Mehrheit setzte ihren Antrag durch, die „Traumzeit“ 2013 durchzuführen und die „Akzente“ einmalig auszusetzen. Bis Mitte 2013 soll die Verwaltung „einen zukunftsfähigen Vorschlag“ erarbeiten, „der es ermöglicht, weiterhin jährlich Traumzeit und Akzente in Duisburg stattfinden zu lassen“.

Damit stellt sich Rot-Rot-Grün gegen die Verwaltung, die die großen Festivals im Zwei-Jahres-Rhythmus veranstalten will. Einig sind sich Politik und Verwaltung darin, dass es Kinderkultur-Festival und „Tanztage“ weiterhin jährlich gibt.

Kreative Vorschläge werden erwartet

Die Verwaltung hatte vorgerechnet, dass für „Akzente“ und „Traumzeit“ dann mit jeweils 419.000 Euro (149.000 aus DMG-Mitteln, 170.000 Stadt und 100.000 Euro sichere Sponsorenmitteln) auf finanziell solide Beine gestellt würden. Rot-Rot-Grün fordert diese „zementierten Kostenblöcke“ aufzubrechen und „eine ergänzende Förderung durch Dritte im öffentlichen wie im privaten Sektor aktiv einzuwerben“.

Akzente-Eröffnung

Udo Vohl (SPD): „Wir erwarten von der Verwaltung kreative Vorschläge“. Und Beatrix Brinskelle verlangte „intelligentes Umverteilen“ und „die Kräfte ins Boot zu holen, die sich einbringen.“

Fantasie für Mittel fehlt

Während die CDU auch gerne „alle Festivals jährlich“ hätte, stellte sich die FDP klar hinter den Verwaltungsvorschlag, der „die einzig realistische Lösung“ sei, so Thomas Wolters. Kulturdezernent Karl Janssen sprach von einer „seriösen Finanzplanung“, die sich am „untersten Limit“ bewege. Kämen Sponsoren oder Landesmittel hinzu, könne man zusätzliche Mittel in die Qualität der Festivals investieren.

Festivalbüro-Chef Frank Jebavy wies darauf hin, dass die Festivals seit Ende 2011 ohne Planungssicherheit veranstaltet würden. Das sei auch mit Blick auf Sponsoren nachteilig. Im fehle die Fantasie, mit den vorhandenen Mitteln beide Festivals jährlich zu veranstalten.

Traumzeit 2011

Zur aktuellen Situation der Mercatorhalle konnte IMD-Chef Uwe Rohde nur mitteilen, dass in etwa zwei Wochen ein Zeitplan für die Baumaßnahmen vorliegen soll. Den kleinen Saal könne man baulich vom großen trennen und „eventuell schon Ende nächster Woche freigeben“. Die Philharmonischen Konzerte könnten im Theater am Marientor laufen, gebuchte andere Termine verlegt werden.

„Kunden gut umbetten“

„Das Theater am Marientor ist der einzige Raum, in dem die Philharmonischen Konzerte durchgeführt werden können“, so Philharmoniker-Intendant Dr. Alfred Wendel. Die „Alpensinfonie“ von Richard Strauss könne zwar nicht aufgeführt, aber auf die nächste Saison verschoben werden. Die Mehrheit des Publikums sei solidarisch mit dem Orchester, es gebe nur „vereinzelte Kündigungen“. Wendel: „Wir versuchen, die Kunden so gut wie möglich umzubetten.“

Anne Horstmeier



Kommentare
04.09.2012
20:09
Politik hält fest an großen Festivals
von klaatu01 | #1

Ich glaube, die Kulturpolitiker haben die Vorgabe aus dem Haushaltssanierungsplan vergessen, nach dem die Kultur 1,6 Mio. EUR sparen müssen. Selbst wenn man einen Euro intelligent dreht und wendet, wird aus den geringem Mitteln kein wundersame Mittelvermehrung. Die Stadt muss sparen, auch wenn es keiner wahrhaben will. Und wo soll man denn sparen, wenn alle meinen, man müsse in anderen Bereichen sparen. Nicht in Bildung, Sport, Kultur, bei senioren oder Jugendlichen, beim Straßenbau oder bei der Grüngestaltung.... Ich fürchte, wenn die Politiker so weiter machen, kommt ein Sparkommissar, dem dann Duisburg vielleicht egal ist.

Aus dem Ressort
Duisburger DGB gegen Waffen in Kriegsgebiete
Antikriegstag
Der DGB Niederrhein erinnerte zum Antikriegstag im Duisburger Rathaus an die Opfer und das Leid der beiden Weltkriege. Dabei sprach sich die Bezirksvorsitzende Angelika Wagner gegen die geplanten Waffenlieferungen in Kriegsgebite aus: „Waffen sind nicht die richtige Antwort“, sagte sie.
Die Fledermaus jagt an der Duisburger Regattabahn
Tiere
Ein gutes Auge und Geduld muss man haben, um abends die Fledermäuse auf der Jagd zu sehen. Naturschützer der Biologischen Station Westliches Ruhrgebiet bieten Führungen, auch zum Parallelkanal der Duisburger Regattabahn. Gute Dienste leistet dann auch ein Fernglas – und ein Fledermaus-Detektor.
DRK eröffnet Secondhand-Laden in Duisburg-Kasslerfeld
Kleiderladen
Das Deutsche Rote Kreuz hat in Kasslerfeld den ersten Laden mit gebrauchter Kleidung eröffnet. Er ist der erste seiner Art in Duisburg. Schon am ersten Tag kauften Kunden fleißig ein. T-Shirts und Tops gibt es schon ab einem Euro. Bei Erfolg sollen weitere Geschäfte in der Stadt folgen.
Wer wird Duisburger Sportler des Jahres - Stimmen Sie mit ab
Sportlerwahl
Sie entscheiden mit, wer am 21. November bei der Duisburger Sportschau als Sportler des Jahres geehrt wird. Stimmen Sie ab 1. September bei unseren Votings mit ab: Wer wird Sportler des Jahres? Wer Sportlerin? Und wer gewinnt in den Kategorien Trainer und Mannschaft?
66 neue Kollegen als Verstärkung für die Duisburger Polizei
Polizei
Das Duisburger Polizeipräsidium begrüßte am Montag 66 neue Kollegen. Gleichzeitig wechselten sieben Beamte in andere Dienststellen oder in den Ruhestand. Das bedeutet netto ein kräftiges Plus von 59 Kräften. „Das sind mehr als wir erwartet hatten. Wir sind mit der Zuteilung sehr zufrieden“, sagte...
Umfrage
Es stinkt, es ist dreckig und oben am Gleis tropft es kontinuierlich. Nicht nur Reisende nehmen die Bahnhöfe an Rhein und Ruhr als einige der schlechtesten Bahnhöfe Deutschlands wahr. Wie zufrieden oder wie unzufrieden sind Sie mit dem Duisburger Hauptbahnhof?

Es stinkt, es ist dreckig und oben am Gleis tropft es kontinuierlich. Nicht nur Reisende nehmen die Bahnhöfe an Rhein und Ruhr als einige der schlechtesten Bahnhöfe Deutschlands wahr. Wie zufrieden oder wie unzufrieden sind Sie mit dem Duisburger Hauptbahnhof?

 
Fotos und Videos
MSV gegen SGS Essen
Bildgalerie
Frauenfußball