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Politik macht Weg für „Duisburg Outlet Village“ frei

10.10.2011 | 19:44 Uhr
Politik macht Weg für „Duisburg Outlet Village“ frei
Weihnachten 2013 soll das Outlet in Roermond Konkurrenz in Duisburg-Hamborn bekommen. Foto: Ulla Michels

Duisburg.Ab Weihnachten 2013 sollen bis zu 2,7 Millionen Kunden in das „Duisburg Outlet Village“ Geld für reduzierte Markenware ausgeben. Die Bezirksvertretung und der Ausschuss für Stadtentwicklung stimmten am Montag für das 125-Millionen-Euro-Projekt.

Die Weichen fürs Factory Outlet Center in Duisburg-Hamborn sind gestellt: Am Montag schufen sowohl die Bezirksvertretung Hamborn als auch der Ausschuss für Stadtentwicklung die entsprechenden planungsrechtlichen Voraussetzungen. Einstimmig votierten die Planungspolitiker aller Ratsparteien für das Projekt, das unter dem Namen „Douvil“ (Duisburg Outlet Village) auf dem Gelände der Rhein-Ruhr-Halle und darüber hinaus entstehen soll.

Eine breite Mehrheit gab es auch für einen politischen Appell an den Investor, in dem unter anderem hohe Ansprüche an die Architektur formuliert werden und die Mahnung, sich in sozialer Verantwortung um Bürger zu kümmern, die wegen des Outlet Centers ihre Wohnungen wechseln müssen: „Kümmern Sie sich vernünftig um diese Leute“, mahnte SPD-Ratsherr Frank Börner. Ebenso wird ein Verkehrsgutachten gefordert und der Verzicht auf prekäre Arbeitsverhältnisse.

30 bis 70 Prozent auf Markenware

Genutzt für die Ansiedlung von Läden wird zum einen das Stahl-Skelett der ausgedienten Halle, neu gebaut wird drumherum zum andere ein kleines Konsum-Städtchen, wahrscheinlich in der Optik alter Industriebauten aus der Anfangszeit des letzten Jahrhunderts.

Betreiber Freeport
Top in der Branche

Acht Outlet Center gibt es bisher in Deutschland, im bevölkerungsschwächeren Großbritannien dagegen über 40. Insofern macht sich der künftige Douvil-Betreiber Freeport keine wirtschaftlichen Sorgen um sein Vorhaben. Das Unternehmen betreibt nach eigenen Angaben derzeit neun Outlet Center mit dem für diese Handelsform typischen Angebot von Überproduktionen oder Saisonware bekannter Marken mit 550 einzelnen Läden an Standorten in fünf Ländern und gehört damit zu den Top-Firmen der Branche.

Die Rhein-Ruhr-Halle wird in das Outlet Center integriert. Archivbild: Stephan Eickershoff

125 Millionen Euro sollen investiert werden, um auf einem 120.000 Quadratmeter großen Gelände im letzten Bauabschnitt 26.000 Quadratmeter Handelsfläche entstehen zu lassen. Bis zu 800 Arbeitsplätze sollen entstehen. Erwartet werden in der Anfangsphase jährlich 1,4 Millionen Kunden, später bis zu 2,7 Millionen. Baubeginn ist für 2012 geplant, Weihnachten 2013 soll das Outlet Center eröffnen..

Angeboten wird laut Iestyn Roberts, Chef der Betreiberfirma Freeport, Markenware des Vorsaison und aus Überproduktionen mit Preisabschlägen zwischen 30 und 70 Prozent. Der Anteil von Luxusartikeln werde bei 20 Prozent liegen.

„Herausragende Chance für ganz Duisburg“

Rhein-Ruhr-Halle

Ein paar Einschätzungen: „Herausragende Chance für ganz Duisburg“ (Thomas Susen, CDU); „Entscheidende Investition für den Duisburger Norden“ (Hermann Dierkes, Linke); „Ein starkes Signal für Duisburg“ (Martin Linne, scheidender Planungsamtsleiter).

Willi Mohrs

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Kommentare
12.10.2011
18:29
Politik macht Weg für „Duisburg Outlet Village“ frei
von sbm1 | #50

Auch ich denke nicht, dass das FOC ein Erfolg werden wird - zumindestens werden weder in Marxloher noch die Hamborner einen Vorteil davon haben. Im Gegenteil. Untersuchungen bei anderen FOC haben gezeigt, dass der Umsatz der umliegenden Geschäfte um die 5% bis 10% sinken wird. Dafür wird der erhoffte Kundenstrom (1,4 Mill. im ersten Jahr) den Verkehr nahezu lahmlegen. Wenn man die Zahlen umrechnet, werden pro Stunde rund 200 PKW mehr als jetzt die NS-Achse verlassen und natürlich auch wieder befahren. Von dem mehr an Abgasen möchte ich erst gar nicht sprechen.
Arbeitsplätze wären natürlich toll, aber auch hier wurde nicht Einfluss darauf genommen, dass die vor Ort lebenden Menschen in den Genuss der Arbeitsplätze kommen, auch wenn es sich zum großen Teil um 400-Euro-Jobs handelt.
Hamborn und Marxloh könnten in dem FOC einen großen Gewinn sehen, wenn es eine Art Planung gäbe, die die beiden Stadtteile miteinbezöge. Aber auch hier wird wohl wieder die Rechnung ohne die Beteiligten gemacht. Letztere dürfen dann die Zeche zahlen, wie gehabt.

12.10.2011
09:03
Factory Outlet: Der Weg ist frei
von kikimurks | #49

@b,scheuert

Die letzten Zahlen zeigen eine sinkende Tendenz. Wie ich aber schon ausführte, ist es fast unmöglich die Folgen einer Ansiedlung auf dem Arbeitsmarkt genau zu bestimmen. Schließlich spielen viele Komponenten hier zusammen. Ich tippe aber mal, dass die Ansiedlung des Forums nicht sehr viele Arbeitsplätze gebracht hat, da hier die Ankermieter Karstadt und C&A nur ihren Firmensitz verlagert haben.

11.10.2011
23:30
Factory Outlet: Der Weg ist frei
von Duisburg2000 | #48

@#42

und nicht durch die CDU-Pro-Jedem-Unternehmer

Wie soll man mit jemandem wie Ihnen auch nur einigermaßen sachlich diskutieren? Dass Sie dann auch noch #38 völlig zustimmen, ist bezeichnend. Einfacher kann man sich in einer Diskussion nicht disqualifizieren. Mal ganz abgesehen davon, dass ein wenig mehr Verkehrsaufkommen sicherlich nicht das größte Problem Duisburgs sein drüfte.

11.10.2011
21:12
Factory Outlet: Der Weg ist frei
von b.scheuert | #47

#46
Da die Arbeitslosigkeit in Duisburg gestiegen ist, ist sie gestiegen. Vielleicht weniger durch die Einkaufstempel, aber das ist doch keine nachhaltige Arbeitsbeschaffung, oder???

11.10.2011
21:02
Politik macht Weg für „Duisburg Outlet Village“ frei
von kikimurks | #46

@b,scheuert

Woher wissen Sie, dass die Arbeitslosigkeit auf Grund der Bunker nicht gesunken ist? Es ist extrem schwer die arbeitsmarktpolitischen Auswirkungen einer solchen Ansiedlung zu bestimmen. Interessant ist, dass, so Untersuchungen, mehr Kunden aus der Region in die Innenstadt gekommen sind. Daraus kann man schließen, dass es einen Kaufkraftzuwachs gegeben hat.

@lyla

Wie das Verkehrsproblem gelöst werden kann interessiert mich auch. Allerdings ist im Wesentlichen das Stück A59 zwischen Kreuz Duisburg-Nord und der Ausfahrt Marxloh betroffen. Ein Ausbau sollte da machbar sein.

Entziehung von Kaufkraft? Das Angebot richtet sich an Kunden aus der Region und nicht unbedinngt an die von Marxloh der Hamborn. Auch auf die Innenstadt wird es sich wohl eher weniger auswirken, da dort kein vergleichbares Sortiment geführt wird. Man darf, im Gegenteil, ein Anwachsen der Kaufkraft erwarten, da Menschen aus dem größeren Umkreis zum Einkauf kommen werden. Wir werden auch keinen Effekt sehen wie wir ihn in Oberhausen gesehen haben, da im Gegensatz zum Centro, nicht die klassischen Geschäfte ihren Firmensitz verlagern sondern neue mit anderem Käuferkreis dazu kommen.

Vermutlich werden die Einzelhändler in Marxloh oder Hamborn lediglich davon profitieren, dass Menschen Arbeit finden und das Geld wieder ausgeben.

Nicht zwischen zwei dichtbesiedelten Ortsteilen? Wo denn dann? Auf der grünen Wiese? Und was passiert mit den dann entstehenden Brachen? Die Rhein-Ruhr-Halle wird auf jedem Fall verschwinden. Das Stadtbad wird seit Jahren nicht mehr genutzt. Haben Sie ein besseres Nutzungskonzept, das Investorenfinanziert ist?

11.10.2011
20:14
Factory Outlet: Der Weg ist frei
von lyla | #45

Menschen werden zum Umzug gezwungen.
Staus ohne Ende auf allen Straßen um das Center herum.Für die Bürger vor Ort eine weitere Luftverschmutzung,weitere Lärmbelästigung(Weselerstraße) und Entziehung von Kaufkraft für viele Geschäfte in und um Duisburg und Stadtteile. So werden viele Menschen ihren Arbeitplatz verlieren und am Ende gibt es keinen Arbeitplatz mehr in Duisburg und Umgebung.Und das ganze Geld das in Duisburg Stadtmitte geflossen ist wird so am Ende für die Katz gewesen sein, na toll.
Nein das ist nicht der Richtige Ort für so ein Center,nicht zwischen zwei dicht beieinander liegenden Stadtteile. Wie kann man so etwas blind zu stimmen. Verstehe einer unsere Politiker.

11.10.2011
19:58
Factory Outlet: Der Weg ist frei
von b.scheuert | #44

#43
Die Frage ist, wie bringt ein Outlet-Center den Stadtteil auf Vordermann? In der City stehen mehrere Einkaufsbunker, und was hats gebracht? Arbeitslosigkeit gesunken? Nee, im Gegenteil. Da will ein Investor ne schnelle Mark machen und dann Tschüß.

11.10.2011
19:36
Politik macht Weg für „Duisburg Outlet Village“ frei
von kikimurks | #43

@D.Kluge

Vermitteln Sie doch mal Ihre Weltsicht einem Arbeitslosen, der einen Job im Einzelhandel sucht. Vielleicht bekommen Sie ja die passende Antwort. Allerdings habe ich von Ihnen auch keinen Kommentar erwartet, der nicht dogmatisch an linker Propaganda ausgerichtet ist. Schließlich waren alle Ihre Kommentare in letzter Zeit weitestgehend sinnfrei. Im übrigen haben ich nicht von einem heruntegekommenen, sondern einem herunterkommenden Umfeld gesprochen. Dass heißt, dass sich das Umfeld graduell verschlechtert. Vor etlichen Jahren gab es ein gutes Möbelhaus, heute einen Diskounter. Früher gab es eine funktionierende Veranstaltungshalle, heute ist die Halle technisch nicht mehr auf neuem Stand und wird für große Veranstaltungen nicht mehr gebucht. Früher gab es ein intaktes Schulzentrum, heute sind Teile davon geschlossen. Aber durch Ihre rosarote Brille betrachtet ist ja wohl alles in Ordnung.

11.10.2011
18:15
Factory Outlet: Der Weg ist frei
von D.Kluge | #42

#38
Stimme Ihnen völlig zu.
Für #40 ist ja mal alles wieder klar, das Umfeld ist heruntergekommen und es geht doch nichts über Arbeitsplätze, egal wie und was.
Und wir anderen, die das realistisch (und nicht durch die CDU-Pro-Jedem-Unternehmer) Brille sehen, stänkern nur und haben vermeintlich keine Ahnung. Diese einfache Weltsicht wird anscheinend immer beliebter. Amerikanisierung wohin man schaut.

11.10.2011
17:16
Politik macht Weg für „Duisburg Outlet Village“ frei
von kikimurks | #41

@Anbreas45141

Wenns teurer wird kann uns das sch... egal sein. Es ist ein Projekt einer Firma und nicht der öffentlichen Hand und uns geht es rein gar nichts an, was das Unternehmen mit seinem Geld macht.

Übrigens heißt es auch in gottlosen Zeiten: Amen in der Kirche

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Woran soll in Duisburg nicht gespart werden?
82 Millionen Euro soll Duisburg sparen. Das bedeutet viele Einschnitte im städtischen Leben. Welche der Sparmaßnahmen/Erhöhungen sollte Ihrer Meinung nach nicht umgesetzt werden? Die Zahl in den Klammern ist übrigens die Haushaltsentlastung, die sich die Stadt dadurch erhofft.

82 Millionen Euro soll Duisburg sparen. Das bedeutet viele Einschnitte im städtischen Leben. Welche der Sparmaßnahmen/Erhöhungen sollte Ihrer Meinung nach nicht umgesetzt werden? Die Zahl in den Klammern ist übrigens die Haushaltsentlastung, die sich die Stadt dadurch erhofft.

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