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Poetry Slammer rocken die Linie 901 in Duisburg

11.11.2010 | 18:44 Uhr
Poetry Slammer rocken die Linie 901 in Duisburg
Sven Kamin ist einer der Slammer. Er kommt mit seinen Texten bei den Fahrgästen gut an. Foto: Stephan Eickershoff/WAZFotoPool

Duisburg.Heeeeeey, hoooooo, heeeeeeey, hooooooo. Solch eine Atmosphäre dürfte in der Bahnlinie 901 wohl noch nie geherrscht haben. Ursache dieser Wahnsinnsstimmung sind Florian Cieslik und seine literarischen Kameraden.

Ihr Dichterwettstreit, die Protagonisten nennen es selbst „Poetry-Slam“, riss viele Bahnfahrer sprichwörtlich aus den Sitzen.

Doch der Reihe nach: Gegen 13 Uhr besteigen die „Slammer“ die Linie 901 am Hauptbahnhof in Richtung Laar. Ausgestattet mit Mikrofon und Boxen legen Cieslik und seine Mitstreiter, allesamt die Crème de la Crème des Poetry-Slams, sofort los. Doch trotz einer kurzen Einführung stehen den meisten Fahrgästen noch Fragezeichen ins Gesicht geschrieben. Während die 901 das Schwanentor hinter sich lässt, kommt Sven Kamin in Fahrt. Langsam, aber sicher wechseln die ersten Fahrgäste ihren Platz, rücken näher heran und werden zum interessierten Beobachter. „Es gab bisher kaum negative Reaktionen, aber man will den Leuten natürlich nicht auf den Wecker gehen“, meint Kamin.

Wenige Minuten später wird er von Josefine Berkholz abgelöst. Die U-20-Slammerin präsentiert „Spoken Word“, eine wortakrobatische Liebeserklärung an die Poesie. Anissa, Dermaine, Sabrina und Shirin gefällt’s: „Wir waren neugierig und sind extra in diese Bahn eingestiegen. Das ist echt mutig, sich so hinzustellen. Wir finden das richtig gut.“ Immer wieder werden die Vorträge stilecht von DVG-Durchsagen wie: „Nächste Haltestelle 1000-Fensterhaus, Ausstieg links“, untermalt.

Richtig Schwung kommt allerdings erst auf dem Rückweg von Laar in Richtung City in die 901. Florian Ciesliks gesellschaftskritisches „Jenseits von Edeka“ regt zwar zum Nachdenken an, doch geballter Wortwitz und rasanter Rhythmus lassen die Gedanken der Zuhörer im Sekundentakt weiterspringen. Unterstützt von knapp 100 Schülern der Gesamtschule Ruhrort entwickelt sich Sven Kamins zweiter Auftritt zum Highlight einer außergewöhnlichen Bahnfahrt. Seine Mischung aus Sprechgesang und Gedichtvortrag, gewürzt mit einer Prise Rapmusik, lässt den Funken endgültig überspringen. Während die 901 auf dem Weg gen Hauptbahnhof den Ruhrorter Kreisel hinter sich lässt, brechen in der Bahn alle Dämme.

Nach eine knappen Stunde 901-Poetry-Slam ist der Überraschungsauftritt vorbei. „Das war fantastisch. Der Rap ist die Schnittstelle zum ganz jungen Publikum. Das war eine tolle Fahrt“, ist Florian Cieslik begeistert.

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Kommentare
13.11.2010
05:46
Poetry Slammer rocken die Linie 901 in Duisburg
von takeshi | #4

Super dieser Scwachsinn wird hier aufgemacht als wenn Bono ein Privatkonzert gegeben hat, weiter so... alle Macht dem Ketchup

12.11.2010
16:55
Poetry Slammer rocken die Linie 901 in Duisburg
von Torky | #3

Während der Extraschicht gab es auch Poetry Slam in den völlig überfüllten Shuttlebussen - und es war gut :)

Aber 100 Schüler klingt mir dann doch nach was zu viel, zumal sie ja alle in seiner Nähe sein mussten ;)

12.11.2010
12:43
Poetry Slammer rocken die Linie 901 in Duisburg
von DuisburgFreund | #2

Es gab doch schon mal ein ganzes Theaterstück (ich glaube so 1994 im Rahmen der Akzente) in einer U 901. Also ist das doch jetzt wirklich nichts ganz neues.

11.11.2010
19:13
Poetry Slammer rocken die Linie 901 in Duisburg
von Barrister_Pardon | #1

In der 903 musste der Poetry Slam wegen Überfüllung leider ausfallen.

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Woran soll in Duisburg nicht gespart werden?
82 Millionen Euro soll Duisburg sparen. Das bedeutet viele Einschnitte im städtischen Leben. Welche der Sparmaßnahmen/Erhöhungen sollte Ihrer Meinung nach nicht umgesetzt werden? Die Zahl in den Klammern ist übrigens die Haushaltsentlastung, die sich die Stadt dadurch erhofft.

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