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Bus und Bahn

Pöbeleien und Drohungen sind Alltag im ÖPNV in Duisburg

29.10.2012 | 13:09 Uhr
Pöbeleien und Drohungen sind Alltag im ÖPNV in Duisburg
DVG und Polizei bieten für Senioren in Duisburg Sicherheitstrainings an. Das Archivbild zeigt ein ÖPNV-Sicherheitstraining mit Kriminalhauptkommissar Axel Hilbertz. Foto: Foto: Marc Albers

Duisburg.   Pöbeleien und Drohungen gehören im Duisburger ÖPNV mittlerweile zum Alltag. Sowohl Fahrgäste als auch Fahrer sind immer häufiger betroffen. Mit zusätzlichen Sicherheitskräften will die DVG Straftaten und Ordnungwidrigkeiten unterbinden. Kameras sollen helfen potenzielle Übeltäter abzuschrecken.

„Der höfliche Umgang miteinander und der Respekt voreinander sind stark rückläufig.“ Helmut Schoofs, Sprecher der Duisburger Verkehrsgesellschaft (DVG ), kennt das Geschäft in Bus und Bahnen seit Jahren und bestätigt, was viele Fahrgäste im Laufe der Zeit beobachtet haben: Das Klima in Bussen und Bahnen ist rauer geworden, Pöbeleien und Drohungen sind für die Fahrer, aber auch die Fahrgäste, beinahe Alltag auf Duisburgs Straßen.

Seit April 2011 fährt die DVG eine Null-Toleranz-Strategie auf ihren Linien : keine Gewalt, keine Pöbeleien, keinen Vandalismus und keine Respektlosigkeit in den Fahrzeugen und an Haltestellen. Zusätzliche Sicherheitskräfte unterbinden seitdem Straftaten, Ordnungswidrigkeiten und Verhalten, das andere Fahrgäste oder das Fahrpersonal belästigt, bringen es gegebenenfalls zur Anzeige.

ÖPNV
Evag beklagt „raueres Klima“ in Bussen und Bahnen

„Es ist nicht immer die wilde Prügelei“, sagt Nils Hoffmann, Sprecher der Evag in Essen. Aber auch er bestätigt, dass in Bussen und Bahnen „das Klima rauer geworden ist“. Nicht erst seit den brutalen Angriffen auf Fahrer der Vestischen in Recklinghausen und Marl. Die Evag hat sieht sich gewappnet.

Zuerst ziehen die Sicherheitskräfte im wahrsten Sinne des Wortes die Gelbe Karte, hilft das nicht, machen die Mitarbeiter vom Hausrecht gebrauch und werfen die Pöbler aus Bus und Bahn. Das soll auch die Busfahrer schützen, die schon genug damit zu tun haben, ihre Gefährte sicher durch den „Großstadt-Dschungel“ zu kutschieren.

Weniger Schwarzfahrer seit kontrollierten Einstieg

Die Kampagne „Null Toleranz“ richtet sich vor allem an Jugendliche und zeigt, so Helmut Schoofs, bereits Wirkung. Wurden im Juli 2011 noch 14 Fälle von Pöbelei, Beleidigung oder Drohung gezählt, waren es im Juli 2012 „nur“ noch neun Fälle. Allerdings: „Die Zahlen schwanken von Monat zu Monat. Woran es liegt, vermag ich nicht zu sagen“, so der DVG-Sprecher.

Viel gebracht hat nach Meinung von Schoofs der kontrollierte Einstieg vorn in den Bussen, den die DVG bereits seit 2001 praktiziert. „Sowohl die Zahl der Schwarzfahrer als auch der Vandalismusfälle ist zurückgegangen. Da hält einige wohl schon der Sichtkontakt zum Fahrer ab.“ Die Fahrer nehmen übrigens immer wieder an Deeskalationstrainings teil, um brenzlige Situationen nach Möglichkeit zu entschärfen.

Schutzscheiben und Videoüberwachung

Ein weiterer Baustein, um die eigenen Fahrer zu beschützen, sind Schutzscheiben zur Fahrerkabine, die bei neu angeschafften Bussen eingebaut werden. Auch die Video-Überwachung, die seit kurzem bei den Bussen und bald auch bei allen Bahnen eingesetzt wird, soll noch einmal mehr potenzielle Übeltäter abschrecken und, wenn das denn nicht klappt, zumindest dingfest machen. „Da liegen uns allerdings noch keine Erfahrungswerte vor“, so Schoofs.

Fast gegen Null tendiert laut Schoofs die handfeste Gewalt gegen Fahrer: „Das passiert Gott sei Dank ganz selten.“

Svenja Aufderheide

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Kommentare
09.11.2012
12:29
Busfahrer scheinen es nicht Wert zu sein
von HolGermane | #12

Wenn bei Herrn Schoofs regelmäßig Abends vier Halbstarke im Büro stehen-, ihn bepöbeln, anspucken und schlagen würden... und das "NUR ein paar mal im Monat" vorkommt...dann wäre er ganz schnell in Sicherheit gebracht....WETTEN???

Achja, er kann ja dann, wenn er dazu kommt, Hilfe rufen und 15-20 Minuten auf das eintreffen der Hilfe warten.

Ich bin Busfahrer, wurde geschlagen, habe den Täter festnehmen können, selbst im Beisein der Polizei wollte er wieder auf mich los, ich setzte meine Arbeit fort, der Täter schickte Andere um mich dafür zu bestrafen, die trafen jedoch meinen Kollegen an und ich erhalte Wochen später ein Schreiben von der Staatsanwaltschaft Duisburg mit dem Inhalt:

ES BESTEHT KEIN ÖFFENTLICHES INTERESSE ZUR STRAFVERFOLGUNG

Ein Armutszeugnis für solche Staatsdiener!
Ja, ich bin für Sicherheitskabinen und eine konsquentes Aburteilen der Justiz !

31.10.2012
08:42
Pöbeleien und Drohungen sind Alltag im ÖPNV in Duisburg
von Sentinel | #11

Sehr geehrter Herr Schoofs, das Thema "Sicherheit im ÖPNV" ist regelmäßig wiederkehrend. Es ehrt die DVG und alle anderen Unternehmen der Städte, dass das Problem erkannt wurde aber um der Lage Herr werden zu können, müssen effektiv greifende Konzepte her. Technik und Mensch müssen genauso funktionieren wie die Personalauswahl. Nicht jeder von der IHK geprüfte Sicherheitsmann ist der Aufgabe gewachsen, ist sich der zu erfüllenden Aufgabe bewusst und in der Lage, Situationen zu lösen. Seit Jahren befasse ich mich u.a. mit der Sicherheitslage im ÖPNV und als Ergebnis kann ich festhalten, 65-80% der Investitionen sind verschwendetes Geld und nicht nur bei der DVG. Eingutes Sicherheitsgefühl bei den Fahgästen ist eine Qualitätssteigerung und Qualitätssteigerung macht Attraktiv, dieses wiederum macht sich im Umsatz bemerkbar. Gute Worte, unvollendete Ideen kosten nur Geld, bringen aber nicht viel.

31.10.2012
05:39
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Name von Moderation entfernt | #10

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30.10.2012
15:47
Pöbeleien und Drohungen sind Alltag im ÖPNV in Duisburg
von Ismet | #9

Wieso lese ich hier wie man die "Symptome" behandeln sollte aber nicht gegen den eigentlichen Auslöser angehen sollte...
Dann sind sich hier einige auch nicht einig und pöbeln noch unter einander.
Wir haben genug "Spalter" in diesem Land. Besser wäre eine gesittete Diskussion um die Ursachen an der Wurzel zu packen. Aber nein, lieber wird noch mehr drauf geschlagen.
Ich möchte betonen, dass ich kein Verständnis mit den "Tätern" habe, sondern möchte nur einen anderen Denkansatz anbringen.

2 Antworten
Pöbeleien und Drohungen sind Alltag im ÖPNV in Duisburg
von bundestag | #9-1

von von Ismet | #9
"Wir haben genug "Spalter" in diesem Land. Besser wäre eine gesittete Diskussion um die Ursachen an der Wurzel zu packen."

Sie wissen welche Ursachen das sind?

Pöbeleien und Drohungen sind Alltag im ÖPNV in Duisburg
von ExWalsumer | #9-2

Ich denke in Duisburg ist der Zug für Diskussionen und "nur" reden abgefahren. Eine 100%-ige Null-Tolleranz-Politik muss her. Überall in Duisburg und ähnlichen Städten.

29.10.2012
21:34
Pöbeleien und Drohungen sind Alltag im ÖPNV in Duisburg
von ditku | #8

Das angeheuerte Octeo-Personal unterscheidet sich nur durch die Jacken von dem ****, vor dem es die Fahrgäste schützen soll.

2 Antworten
Pöbeleien und Drohungen sind Alltag im ÖPNV in Duisburg
von Preluder | #8-1

100% Zustimmung!

Pöbeleien und Drohungen sind Alltag im ÖPNV in Duisburg
von donjose | #8-2

Gut ausgebildetes Personal kostet Geld:**** bekommt man für zwei Flaschen Bier.

29.10.2012
19:54
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Name von Moderation entfernt | #7

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29.10.2012
17:45
Pöbeleien und Drohungen sind Alltag im ÖPNV in Duisburg
von maicon | #6

Rauchen, Pöbeln und Saufen findet nicht nur in Bussen und Bahnen statt, sondern insbesondere auf den U-Bahnsteigen. Besonders schlimm geht es da auf den Bahnhöfen Hbf, König-Heinrich-Platz und Rathaus zu. Es wäre sinnvoll, wenn hier das Personal von Octeo mehr Präsenz zeigen würde. Besonders ärgerlich finde ich es, wenn ich die Sicherheitsleute zu mehreren an den Ausgängen der U-Bahnhöfe sehe (wo sie selber rauchen).

29.10.2012
16:23
Pöbeleien und Drohungen sind Alltag im ÖPNV in Duisburg
von Duisburger67 | #5

Umstritten aber wirkungsvoll: Die Null-Toleranz-Politik in New York vor 20 Jahren. Jeder, der im ÖPNV ein Gewaltverbrechen ausübte 2 Jahre Knast.
http://www.spiegel.de/politik/debatte/gewalt-in-bussen-und-bahnen-wenn-die-angst-mitfaehrt-a-539610.html

1 Antwort
Pöbeleien und Drohungen sind Alltag im ÖPNV in Duisburg
von ExWalsumer | #5-1

Sie meinen das, was auf diesem Broken-Window-Theory dingen basiert? Ich denke, das sollte nicht nur für den ÖPNV gelten sondern komplett in Städten wie Duisburg umgesetzt werden, aber dann kann man direkt um Duisburg oder manche Stadtteile Mauern bauen und auf den Zufahrtsstraßen JVA schreiben.

Uns fehlt dafür aber die schnelle Verurteilenung. Gerichte lassen sich ein Jahr oder mehr Zeit für einen Verhandlungstermin.

29.10.2012
16:16
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3 Antworten
Pöbeleien und Drohungen sind Alltag im ÖPNV in Duisburg
von CaptainFuture | #4-1

Und was schlagen Sie als Lösung vor? Jeden ohne Arierausweis einsperren? Das hatten wir schon mal.
Der bessere Weg ist sicher die Law&Oder Politik: Sicherheitspersonal in jedem Bus (gibt auch neue Jobs) und keine Kuscheljustiz mit Schlägertypen egal welchen Pass sie haben.

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Name von Moderation entfernt | #4-2

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@HannsDammpf | #4-2
von vaikl2 | #4-3

Dieser "Libraufox", aka unser bekanntes Fakeilein/Dr.Fake, ist nun mal bekennender Symphatisant der Nazis und fällt seit vielen Jahren mit seinen fremdenfeindlichen Kommentaren regelmäßig durchs Moderatoren-Raster. Der Kommentar von CaptainFuture ist somit hier bestens aufgehoben.

29.10.2012
15:37
DVG sollte sich beraten lassen
von maxest | #3

Es ist vollkommen unsinnig die Fahrer aus dem Geschehen zu nehmen, in dem man ihnen Kabinen bastelt. Vandalismus und Randale passiert nur dann weniger, wenn sich die Verursacher/Täter beobachtet fühlen.
Relativ offene Fahrerarbeitsplätze, keine Kabinen, Sitze parallel zur Fahrrichtung angeordnet (und nicht in Fahrtrichtung) und vor allem Fahrzeiten die den Kontakt zum fahrgast zu lassen sind nützliche Mittel.
Fahrer verstecken, immer straffere Fahrzeiten und Sicherheitsdienste die mit möchtegern Rambos oder ausgemusterten Fahrern bestückt werden sind sinnlos.

1 Antwort
Unsinn?
von HolGermane | #3-1

Glauben Sie wirklich, dass es durchgeknallte Halbstarke interessiert, ob sie beobachtet werden wenn sie auf den Fahrer überraschend einschlagen & das auch noch Filmen um es ins Internet zu stellen? Eine Kabine hätte dann diese erneute Tat verhindert, aber vielleicht können SIE dem Verletzten dann von seinem physischen- & besonders psychischen Leid befreien. Wie oft werden SIE denn am Arbeitsplatz, Nachts hilflos angepöbelt, bespuckt, beworfen & geschlagen. Vielleicht denken Sie mal darüber nach, wie es Ihnen dabei gehen würde & wie gerne Sie dorthin zurückkehren. Und die, die es getan haben kommen wieder zu Ihnen & lachen Sie dafür aus. Achso, Sie meinen dann soll man die Polizei rufen, die dann 15Minuten nach Aussteigen der Täter eintrifft. Oder meinen Sie vielleicht eine hilfreiche Anzeige gegen Unbekannt??? Super !!! Nur zur Info....die Mülheimer haben diese Kabinen schon & das Gewaltpotenzial ist so groß, dass eine Schutz-Kabine zerschlagen wurde.Eine Beratung hätte sicher geholfen

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