Platanen dürfen gefällt werden

Die geplante Fällaktion der Platanen auf der Mercatorstraße in der Duisburger Innenstadt durch die Stadt Duisburg ist rechtens und nicht zu beanstanden. Dies hat gestern die Düsseldorfer Bezirksregierung in einer Pressemitteilung bekannt gegeben. Damit ist der Weg frei, die umstrittene alte Baumallee und mit ihr auch das von einer Bürgerinitiative geplante Bürgerbegehren abzuholzen.

Die Stadt, so ließ gestern die Obere Landschaftsbehörde erklären, habe „nachvollziehbar darlegen können“, dass das öffentliche Interesse in Bezug auf die erteilte Befreiung in diesem Falle überwiege. Unmittelbar vor der jetzt anstehenden Fällung der Bäume müsse jedoch eine erweiterte artenschutzrechtliche Begutachtung durchgeführt werden. Dazu werden potenziell vorhandene Lebensräume vor Beginn der Baumfällung unter Einsatz eines Hubwagens genauer inspiziert. Sollten dabei Lebensräume schützenswerter Arten aufgefunden werden, müsste die Stadt für Ausgleich sorgen oder die Bäume erhalten.

Doch da ist ein weiterer Stolperstein für die Stadt: Die Zeit wird knapp. Nur noch bis zum kommenden Dienstag, 31. März, haben die Stadtplaner die Erlaubnis, die von ihr gewünschte Fällaktion durchführen zu lassen. Danach ist die jetzt durch die Bezirksregierung für rechtmäßig erklärte Sondergenehmigung der Unteren Landschaftsbehörde abgelaufen. Diese hatte der Stadt erlaubt, trotz beginnender Vegetation der Natur und Brut der Vögel auch noch nach dem 1. März die Bäume zu fällen. Aber: Fristende am 31. März. Theoretisch kann sich die Stadt eine neue Ausnahme-Genehmigung ausstellen lassen unter Hinweis auf „unzumutbare Härte“. Die Stadt Duisburg, so Kerstin Ciesla, Vorsitzende des BUND, plane den Umbau der Mercatorstraße aber seit 2013, warum solle also nun eine unzumutbare Härte für eine Ausnahmegenehmigung vorliegen? Wie die Stadt verfahren will, war gestern aus dem Rathaus nicht zu erfahren. „Nach der bestätigten Rechtmäßigkeit“, so erklärte eine Sprecherin, „trifft die Stadt nun die Vorbereitungen für die zeitnahe Baureifmachung der Mercatorstraße.“ Sobald alle organisatorischen Fragen geklärt seien, werde der neue Zeitplan kommuniziert.

Für eine zügige Abholzung der circa 30 Bäume benötigt die Stadt aber schweres Gerät, das sie für den ursprünglich angesetzten Fälltermin angemietet hatte. Das aber wegen der Beschwerde der Naturschützer bei der Aufsichtsbehörde nicht zum Einsatz kommen konnte. Jetzt steht es kurzfristig nicht zur Verfügung und mit eigenen Mitteln kann die Stadt offenbar nicht schnell und effektiv fällen.

Die BUND-Vorsitzende Ciesla appellierte gestern an die Stadt, keine Fakten zu schaffen, sondern die Duisburger mit einem Bürgerbegehren über die Platanen selber entscheiden zu lassen. Am Mittwoch will die Stadt der Initiative eine Kostenkalkulation für das beantragte Bürgerbegehren vorlegen. Wenn die Platanen dann noch stehen.