Pils hilft gegen Spukschlösser

Auch ohne sein geliebtes Köpi kam Wolfgang Trepper richtig in Fahrt bei der Premiere seines kabarettistischen Jahrsrückblicks „Dinner for DU“.
Auch ohne sein geliebtes Köpi kam Wolfgang Trepper richtig in Fahrt bei der Premiere seines kabarettistischen Jahrsrückblicks „Dinner for DU“.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Wolfgang Trepper begeistert mit seinem Jahresrückblick „Dinner for DU“ sein Publikum im ausverkauften Grammatikoff auch mit politischen Breitseiten.

Duisburg.. „Schimpf vor Zwölf“ lautete einst der Titel des ARD-Silvester-Programms von Dieter Hildebrandt und seiner Lach- und Schießgesellschaft, das für Deutschlands Kabarettisten Maßstäbe setzen sollte. Anderthalb Generationen später und in dieser Tradition ebenfalls zur Jahreswende war der Duisburger Dampfplauderer Wolfgang Trepper mit seiner seit nun auch schon seit zwölf Jahren schwer angesagten Show „Dinner for DU“ im ausverkauften Grammatikoff am Dellplatz zu Gast.

Dass der längst auch bundesweit gefeierte Spaßmacher mit dem hohen Energieverbrauch auch in seiner Heimatstadt überaus populär ist, beweisen hier bis zum 7. Januar insgesamt sieben restlos ausgebuchte Kabarett-Abende.

Temperamentvoll erzählte Geschichten

Immerhin setzt Wolfgang Trepper in Zeiten, in denen meist nur als Kabarett-Abende verkleidete Comedy-Shows gegen alle intellektuelle Bedenken landesweit ein Riesen-Publikum begeistern, in seinen temperamentvoll erzählten Geschichten auch politische Akzente. Und wie schon in den Vorjahren blickt Trepper in „Dinner for DU“ auf das politische Geschehen des Vorjahres zurück, das für einen vom bissigen Humor gesegneten Vortragskünstler thematisch durchaus einiges zu bieten hatte. Dabei vergisst der muntere Geschichtenerzähler nicht die Ereignisse vor der eigenen Haustür.

Der gerade erst von einer längeren Dienstreise aus Hamburg zurückgekehrte Star des Abends, dessen Auftritt wegen angeblich mangelnder Vorbereitung als „Chaos-Premiere“ angekündigt worden war, präsentierte sich dann auf der Bühne wie man ihn kennt. Polternd und laut, derb und direkt in seiner Ansprache ans Publikum. Die Beschwerde an den Gastgeber, warum anstatt des geliebten Köpi nur ein Glas Wasser auf seinem Pult stand, gab es dazu.

Aber schon ging es los mit dem „Jubiläumsjahr“ 2014: „100 Jahre Mensch-ärgere-Dich-nicht, 60 Jahre Angela Merkel, 100 Jahre Erster Weltkrieg und 38 Jahre Sören Link.“

„Einfallslose“ Konzepte zur städtischen Haushaltssanierung

Politisch machte Trepper klar deutlich, wo er steht. So bezeichnete er die im Duisburger Rathaus aktiven Parteien NPD und Pro NRW als „Gesocks“. Der Kabarettist kritisierte „einfallslose“ Konzepte zur städtischen Haushaltssanierung und rügte die Stadtplaner mit Projekten wie Outlet-Center, Gesundheitscenter in der Altstadt und Möbelhaus: „Wie viel Köpi muss man saufen, um diese Spukschlösser zu vergessen?“ Der bekennende Revier-Kumpel Trepper, der kein Freund der feinen Ironie ist, jagte dann mit hohem Tempo eine humoristische Salve nach der anderen ins Publikum: „Was haben Alt-Oberbürgermeister Josef Krings und Marco Reus gemeinsam?“

Donnernder Applaus der Trepper-Fans.