Philharmoniker spielen Raritäten der Bach-Söhne

Einmal pro Saison widmen sich die Duisburger Philharmoniker der „Alten Musik“ und laden einen Spezialisten als Dirigenten ein. Diesmal war es der Italiener Ottavio Dantone, der mit dem Orchester Werke der Bach-Söhne sowie Sinfonien von Mozart und Haydn erarbeitet hat. Zu erleben waren Kompositionen, die entweder noch nie oder nur sehr selten in Duisburg gespielt wurden.

Im ersten Teil stehen Johann Christoph Friedrich Bach, der in Bückeburg wirkte, mit der Sinfonie d-Moll und das Konzert für Klavier und Orchester f-Moll auf dem Programm, bei dem unklar ist, ob es von Johann Christian, Carl Philipp Emanuel oder Wilhelm Friedemann komponiert wurde.

Die eröffnende Sinfonie ist ebenso effektvoll wie kurz, sie dauert gerade einmal zehn Minuten. Ottavio Dantone lässt die Philharmoniker energisch aufspielen, so dass sofort klar ist, dass den Bach-Söhnen hier nicht gehuldigt, sondern sie zu musikalisch neuem Leben erweckt werden sollen. Im Klavier-Konzert übernimmt Dantone selbst den Cembalo-Part. Das zarte Instrument verpufft aber im großen Saal des Theaters am Marientor und hat nur wenig Möglichkeiten, sich gegen das Orchester, das mit gerade einmal 30 Musikern aufspielt, durchzusetzen.

Ottavio Dantone hat mit den Streichern der Philharmoniker für die Bach-Söhne einen leicht angerauten Klang erarbeitet, in dem sich die Verzierungen elegant entfalten. Mozart und Haydn werden dann nach der Pause brillanter, kantiger und schnörkelloser musiziert. Fünf Bläser verleihen dem Orchester zusätzliche Farben.

Dabei ist die Sinfonie Nr. 10 D-Dur des 14-jährigen Mozart zukunftsweisender als Haydns 44. Beitrag zur Gattung, die sogenannte Trauersinfonie. Haydns Komposition ist übrigens das einzige Werk des Abends, das schon einmal von den Philharmonikern gespielt wurde, zuletzt 1998. In seinem Gestus und vielen dialogischen Stellen folgt Haydn noch oft dem Geist der Bach-Söhne, während der junge Mozart frisch und fröhlich in die Zukunft stürmt. Ottavio Dantone dirigiert das ganze Konzert ohne Taktstock und motiviert das Orchester mit einladenden Gesten.

Bei solch einem Raritätenprogramm fällt es schwer, dem Publikum Jubelstürme zu entlocken; es gibt freundlichen, aber lang anhaltenden Beifall.