Philharmoniker plus Poetry? Passt!

Auch ein erfolgreiches Orchester wie die Duisburger Philharmoniker geht gerne neue Wege, um ein neues Publikum zu erreichen. Mit dem Konzert „Klassik Meets Poetry-Slam“ wurde jetzt das studentische Publikum ins Opernfoyer gelockt. Die Mischung aus Klassik-Häppchen und Großstadt-Dichtung kam gut an.

Konzipiert wurde die Veranstaltung von Franziska Schoch, die bei den Philharmonikern ihr Freiwilliges Soziales Jahr absolviert. Moderiert wird der Abend von Katrin Willkowski, die kurze Einführungen in die sechs Musikepochen gibt, die vom Mercator-Ensemble mit jeweils zwei populären Musikstücken vorgestellt werden. Dazwischen gibt es dann jeweils ein Poetry Slam mit den drei Szene-Dichtern Theresa Hahl, Sandra da Vina und Jason Bartsch. Theresa Hahl tritt im Barock- und Moderne-Block auf. „Mein Herz ist eine Hure und bringt mich in Verlegenheit bei jeder sich ergebenden Gelegenheit“, dichtet sie. Ihre Texte, die wie spontan erfunden wirken, trägt sie auswendig vor.

Zwischen den Kompositionen aus der Wiener Klassik und dem Jazz trägt Jason Bartsch seine Texte vor. Erst philosophiert er über den Sprachwandel und arbeitet sich dann mit rasantem Tempo durch den Literatur-Kanon der Oberstufe. Sein Nacheinander der deutschen Literaturstars der letzten 200 Jahre bringt auch die Musiker zum Lachen.

Sandra da Vina ist die einzige Autorin, die auch zu den Musik-Epochen Bezug nimmt. Im Romantik-Block stellt sie fest, dass sie gerne romantische Gedichte schreibe – um dann einen traurigen Abschiedstext vorzutragen. Im Pop-Block lässt sie sich von Pharrel Williams Superhit „Happy“ inspirieren.

Es gibt viel Beifall für die Dichter und die Musiker des von Matthias Bruns geleiteten Mercator-Ensembles. Die beweisen, dass auch Bee Gees und Coldplay für ein Streichquartett tauglich sind. Mehr davon!