Das aktuelle Wetter Duisburg 7°C
Duisburg

Pfiffige Azubis gesucht

10.10.2011 | 06:00 Uhr
Pfiffige Azubis gesucht
In der Ausbildungswerkstatt von Siemens in Duisburg-Hochfeld fand wieder ein Tag der offenen Tür statt, bei dem sich die meist jungen Besucher über die Ausbildungsmöglichkeiten informierten. Foto: Eickershoff

Einerseits kann sich die Siemens AG generell und am Standort Duisburg momentan über eine sehr gute Auftragslage freuen.

Ein Grund, warum die Zahl der Mitarbeiter in Duisburg mit rund 2800 Angestellten einen neuen Höchststand erreicht hat. Andererseits sucht auch Siemens händeringend Auszubildende. „Gerade in den Ingenieurberufen haben wir seit einiger Zeit den größten Bedarf. Aber auch im Werkstattbereich suchen wir Facharbeiter“, so Achim Grafers, Leiter der technischen Ausbildung, am Tag der offenen Tür im Ausbildungszentrum in Hochfeld.

Hunderte Jugendliche informierten sich mit und ohne Eltern direkt bei Ausbildern und Azubis, schauten ihnen bei der Arbeit in den Lehrwerkstätten der Siemens Professional Education über die Schulter.

Der oft beschriebene Fachkräftemangel hat bereits eingesetzt: Zwar gibt es laut Grafers immer noch genügend Bewerber für eine Ausbildung, aber die Zahl habe abgenommen. „Wir müssen uns heute mehr denn je nach den Bewerbern strecken. Früher konnten wir die Sahne abschöpfen. Aber durch die demografische Entwicklung wird die Zahl der Bewerber geringer. Wir müssen die Werbetrommel rühren und zeigen, was wir können.“

Die Qualität der Bewerbungen und die Ausbildungsfähigkeit ließen oft zu wünschen übrig, so Grafers, der die Leitung des Ausbildungszentrums im Herbst 2010 von Ausbildungskoordinator Jürgen Trautmann übernahm. Die Fähigkeiten von Schulabgängern und Berufsschülern, zu lesen, zu schreiben und zu rechnen, seien teilweise auf einem zu niedrigen Niveau.

Auch wegen des langfristigen Mangels an geeigneten Bewerbern setzt die Siemens AG darauf, den Anteil an Frauen an den aktuell 199 Auszubildenden am Standort Duisburg zu steigern: Derzeit bilden wir nur 15 Frauen im technischen Bereich aus“, so Achim Grafers. „Frauen sind für technische Berufe aber genauso gut geeignet wie ihre männlichen Kollegen. Es gibt genug Frauen, die sich für technische Berufe interessieren, aber sie trauen sich oft nicht.“

Die Siemens AG bildet in Duisburg in dreieinhalb Jahren Konstruktionsmechaniker (Schweißer), Industriemechaniker (Schlosser) und Zerspanungsmechaniker (Dreher und Fräser) aus. Dazu kommen Mechatroniker (Elektroniker kombiniert mit Maschinenschlossern) und Elektroniker für Betriebstechnik. Daneben bietet Siemens besonders für Abgänger von Gymnasien und Realschulen anspruchsvolle duale Ausbildungsgänge zum technischen Produktdesigner und zum Industriemechaniker an. Dabei werden die Azubis in den ersten beiden Jahren am Standort Hochfeld geschult. Im dritten und vierten Lehrjahr besuchen sie hauptsächlich die Fachhochschulen in Mülheim und Gelsenkirchen, absolvieren aber weiter Praktika. Am Ende der Ausbildung steht ein Bachelor-Abschluss. Die Prüfung wird vor der IHK abgelegt.

„Unsere Ausbildung liegt auf einem hohem Niveau“, sagt Grafers. „Wir arbeiten mit einem Equipment an Geräten und Maschinen auf dem neuesten technischen Stand. Unsere neun Ausbilder bilden sich fortlaufend weiter. Und wir bieten in der Ausbildung umfangreiche und attraktive Highlights“, so Grafers: Dazu gehören u.a. eine hauseigene Kindertagesstätte für Berufstätige, Gesundheitsprogramme sowie Stress- oder Kommunikationsseminare.

Wegen des hohen Bedarfs an qualifiziertem Nachwuchs übernimmt die Siemens AG rund 100 Prozent ihrer Lehrlinge zumindest für ein Berufsjahr. „Davon werden mindestens 50 Prozent für die Dauer von mindestens einem Jahr fest eingestellt“, so Grafers.

Martin Krampitz



Kommentare
Aus dem Ressort
Polizei kommt bei Suche nach Vermisster nicht weiter
Vermisstensuche
Seit fast acht Wochen gibt es kein Lebenszeichen von Dagmar Eich. Warum die Mordkommission im Fall der vermissten Dinslakenerin auch nach Vernehmung aller ermittelten Internet-Bekanntschaften im Dunkeln tappt und welche Parallelen es zu einem Fall der Krefelder Kollegen gibt.
Antony Gormley in Duisburg
Lehmbruck-Museum
Die Ausstellungsreihe „Skulpture 21st“ im Lehmbruck-Museum endet mit der Skulptur „Loss“ des britischen Künstlers. Damit waren im Jubiläumsjahr insgesamt fünf Positionen zeitgenössischer Skulptur zu sehen.
Buch erzählt die Geschichte der Popolskis und der Pop-Musik
Comedy
Nach der Auflösung der Familie Popolski wird ihr verrücktes Treiben auf den Bühnen und im Fernsehen in Buchform festgehalten. Pavel Popolski alias Achim Hagemann erzählt die frei erfundene „wahre Geschichte“ der Pop-Musik. Noch ein Medium, das die Popolskis mit ihrer schrägen Story besetzen.
Neue Landes-Flüchtlingsunterkunft in Duisburg verzögert sich
Flüchtlinge
Der Mietvertrag für das ehemalige St. Barbara-Hospital in Duisburg-Neumühl ist noch nicht unterschrieben, der Umbau dauert länger als geplant. Bei der Bezirksregierung rechnet man jetzt mit einer Nutzung im Dezember. Der Unterbringungsdruck hat sich indes weiter verschärft.
Steuererhöhung ist „ein Angriff auf den Standort Duisburg“
Stadtfinanzen
Verbände und Wirtschaft reagieren entsetzt auf die angekündigte vierte Erhöhung der Grundsteuer innerhalb von fünf Jahren. Sie werde Kaufkraft abziehen und Investoren abschrecken. Steuerzahlerbund ruft Bürger auf, sich dagegen zu wehren.
Mit dem Rad unterwegs in Duisburg
Macht Radfahren in Duisburg Spaß ? Das will der ADFC gerade in einer großen Online-Umfrage herausfinden. Wir fragen uns das natürlich auch:

Macht Radfahren in Duisburg Spaß ? Das will der ADFC gerade in einer großen Online-Umfrage herausfinden. Wir fragen uns das natürlich auch:

 
Fotos und Videos