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Homosexualität

Pfarrer nennt „praktizierte Homosexualität“ Sünde – ein Kommentar

26.11.2012 | 12:10 Uhr
Pfarrer nennt „praktizierte Homosexualität“ Sünde – ein Kommentar
Der Duisburger Pfarrer Roland Winkelmann versetzte mit seiner Äußerung nicht nur den Rainbow-Zebras, den schwulen und lesbischen MSV-Fans, einen Schlag ins Gesicht.Foto: Kerstin Kokoska

Duisburg.   Die homosexuellen MSV-Fans „Rainbow Zebras“ hatten zur Tupperparty im katholischen Pfarrheim St. Judas Thaddäus eingeladen. Pfarrer Winkelmann sagte, nicht die homosexuelle Veranlagung sei eine Sünde, sondern nur die praktizierte Homosexualität. Ein Kommentar.

In einer perfekten Gesellschaft würde es die Rainbow Zebras, den Fan-Klub der homosexuellen MSV-Anhänger, vielleicht gar nicht geben. Weil dann die schwulen und lesbischen Fußball-Fans genug Akzeptanz erfahren würden. Am Ende des Tages verbindet die Rainbow Zebras das selbe Ziel wie die übrigen Fanklubs: Sie wollen ihre Zebras siegen sehen, auch sie hoffen, dass der MSV die drohende Insolvenz abwenden kann . Da spielt die sexuelle Präferenz keine Rolle.

Da wir aber keineswegs in einer perfekten Gesellschaft leben, sondern vielmehr in einem Konstrukt, das unter anderem geprägt ist von Diskriminierung, Ausgrenzung und Ignoranz, sind die Rainbow Zebras notwendiger denn je. Gerade im Männer-Fußball unterliegt Homosexualität einer Tabuisierung, die in einer modernen Welt nur schwer nachzuvollziehen ist.

Schlag ins Gesicht

Kirchen
Tupperparty für Homosexuelle im Pfarrheim in Duisburg

Die homosexuellen MSV-Fans "Rainbow Zebras" hatten zu einer Tupperparty im katholischen Pfarrheim St. Judas Thaddäus eingeladen. Für Pfarrer Roland...

Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck hatte vor zwei Jahren in einer TV-Talk-Runde mit dem Satz „Homosexualität ist Sünde“ für Aufsehen und Entsetzen gesorgt. Dass die Rainbow Zebras in der letzten Woche ausgerechnet im Pfarrheim der katholischen Gemeinde St. Judas Thaddäus in Duisburg-Buchholz, gemeinhin eine Bastion des Konservatismus, eine Tupper-Party ausrichten durften , ist bemerkenswert.

Ortspfarrer Roland Winkelmann zeigte zwar Flagge, indem er die Rainbow Zebras in die Räume ließ. Mit seiner Anmerkung „Nicht die Veranlagung ist Sünde, sondern nur die praktizierte Homosexualität“ versetzte er aber im gleichen Zug nicht nur den Rainbow Zebras einen Schlag ins Gesicht.

Dirk Retzlaff

Kommentare
27.11.2012
11:54
Woher weiß der Pfarrer das?
von vantast | #50

Man sollte Christus darüber informieren, vermutlich weiß er es noch nicht. Für ihn ist wohl jede Liebe gleichwertig. Der Schöpfer hat die...
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1 Antwort
Pfarrer nennt „praktizierte Homosexualität“ Sünde – ein Kommentar
von urmel123 | #50-1

Wie, Christus weiß das vermutlich noch nicht? Das irritiert mich jetzt aber. Was ist mit seinem Dad? Der weiß es aber schon, oder?

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Pfarrer nennt „praktizierte Homosexualität“ Sünde – ein Kommentar
Pfarrer nennt „praktizierte Homosexualität“ Sünde – ein Kommentar
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http://www.derwesten.de/staedte/duisburg/pfarrer-nennt-praktizierte-homosexualitaet-suende-ein-kommentar-id7330043.html
2012-11-26 12:10
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