Peta protestiert halbnackt gegen Welpenverkauf bei Zoo Zajac in Duisburg
13.05.2011 | 17:14 Uhr 2011-05-13T17:14:00+0200
Duisburg.Erneut gab es Proteste gegen die Pläne von Zoo-Händler Norbert Zajac , in seinem Laden Hundewelpen zu verkaufen . Sinnbild der Protestaktion von „Peta“ war eine als Hundewelpe geschminkte Aktivistin.
Swaantje Siebke hat Glück, dass die Sonne scheint. Halbnackt sitzt sie im Einkaufswagen auf dem Konrad-Adenauer-Ring, zwei riesige Stoffohren um den Kopf und ein Schild um den Hals gehängt. „Ware Tier“ steht darauf. Die als Hundewelpe geschminkte Aktivistin war gestern verkörpertes Sinnbild einer Protestaktion. „Peta“, die nach eigenen Angaben mit mehr als zwei Millionen Unterstützern weltweit größte Tierrechtsorganisation, demonstrierte vor „Zoo Zajac“, dem nach eigenen Angaben mit mehr als fünf millionen Besuchern größten Zoofachgeschäft der Welt.
"Hunde dürfen nicht wie Ware verkauft"
Was die rund 20 Aktivisten nach Neumühl lockte, sind die Pläne des alteingesessenen Zoohändlers, bald auch Hundewelpe zu verkaufen . Grundsätzlich sei das in Deutschland zwar nicht verboten, räumt Peta ein, aber Zajac würde damit das stillschweigenden Übereinkommen der Händler aus den Siebzigern brechen, keine Welpen zu verkaufen. Mit diesem bricht Zoo Zajac jetzt und plant, im Laufe des Jahres den Welpenhandel im Zooladen einzuführen. „Hunde dürfen nicht wie Ware verkauft werden. Die wichtigste Prägephase der Welpen geht im Zoohandel durch wechselndes Betreuungspersonal verloren“, sagt die Kampagnenleiterin Nadja Kutscher. Ihre Befürchtung: Die Tiere werden später verhaltensauffällig, zudem würde es Spontankäufe geben, die später in den ohnehin überfüllten Tierheimen landen.
Inhaber Norbert Zajac äußert sich zu dem überschaubaren Trubel vor der Tür gelassen. Nicht weil er zu der Zeit gestern am Flughafen in Stuttgart weilte, sondern weil es nicht die erste Demo ist. „Im März und im April waren schon mal welche da. Nehmen sie alle drei Veranstaltungen zusammen, dann kommen sie vielleicht auf 100 Leute. Wir haben aber eine Million zufriedene Kunden im Jahr“, sagte Norbert Zajac der NRZ. Die Aktion sei wohl „PR-Arbeit der Peta in eigener Sache“.
Kein "Supermarkt der Tiere"
Von einem „Supermarkt der Tiere “ könne keine Rede sein. „Mit dem Einkaufswagen am Regal vorbeifahren und Tiere einladen? So kriegen Sie bei mir keinen Goldfisch“. Es gebe immer ein Gespräch mit einem Fachberater. „Ich habe einen Namen und einen Ruf zu verlieren. Es gibt kein zweites Geschäft in so einer Qualität“. Und so werde Zajac auch die „beste Hundeanlage bauen, die es gibt“. Mit Quarantäne-Anlage, Tierarztpraxis, Außengehege, Rückzugsecke und Fußbodenheizung. Das Bauvolumen gleiche einem Zehn-Familien-Haus, so Zajac, bis Jahresende soll es fertig sein.
Und die Selbstverpflichtung der Händler, keine Welpen zu verkaufen? „Der Verband hat die Selbstbeschränkung so beschlossen, ich bin dort nicht Mitglied. Ich muss mich nicht beschränken, ich kann damit umgehen“.
Der Protest bleibt dennoch, Norbert Zajac sieht ihn selbst in seinem Email-Eingang. Peta hat auf der eigenen Internetseite ein vorgefertigtes Protestschreiben formuliert. Nur der Name muss noch eingetragen werden. Laut Peta wurde die Mail bereits 23.495 mal verschickt.

23:31
Liebe PETA, in einem Artikel hier in derwesten.de steht was von einem Jaguarsammler, der schon einige Jaguar in der Garage hat. Da solltet ihr mal eingreifen, das geht doch mal garnicht.
23:32
Da hätten sich die Demonstrantinnen auch ausziehen sollen, da wäre sicherlich das Gelächter groß gewesen.
07:39
@ Scoobidoo
Der Unterschied zwischen einer gewerblichen Hundezucht und einem gewerblichen Hundehandel liegt darin, daß der gewerbliche Züchter seine Zuchthunde selber hält und versorgt, die Zucht selbst verantwortet ... ab einer bestimmten Regelmäßigkeit oder einer bestimmten Anzahl von Hündinnen braucht er dazu eine amtsveterinäramtliche Erlaubnis ... und dagegen ist auch nichts einzuwenden.
Gewerblicher Hundehandel dagegen ist ein Ankauf von Hunden zum Zwecke des Verkaufs. Die Sache fängt im Alphabet in der Mitte an und nicht bei A! So sollte es nicht sein, schon allein deshalb nicht, weil es nicht den Bedürfnissen von Hundewelpen entspricht.
20:40
@Sysiphos:
Mal eine Frage....was ist eigentlich gewerblicher Hundehandel? Ich denke, das ist die Zucht von Hunden und deren Verkauf. Züchter verkaufen doch ihre Hunde, oder?
In meiner Lieblings-Suchmaschine habe ich folgendes dazu gefunden:
Quelle: http://419807.forumromanum.com/member/forum/forum.php?action=ubb_show&entryid=1099808330&mainid=1099808330&USER=user_419807&threadid=1176904219
Zitat:
Das Veterinäramt sieht jemanden als gewerblichen Züchter an, der drei oder mehr gebärfähige Hündinnen hat, dabei spielt es keine Rolle, ob und wann diese Welpen kriegen sollen. Solche Hundebesitzer benötigen einen §11-Schein, damit sind sie dann gewerbliche Züchter, auch wenn sie kein Gewerbe betreiben, nicht züchten oder nur Verlust machen bei ihrer Hobbyzucht. Das ist aber nicht weiter schlimm, da sie deshalb noch keine Einkommenssteuer darauf zahlen müssen, denn das Finanzamt hat da wieder eine ganz andere Sicht, die regional unterschiedlich ist.
Zitat Ende
Fakt ist demnach, dass ein großteil der Deutschen Hunde- bzw. Rassenzüchter gewerblich arbeiten.
Verbieten wir also diese Zuchten, da gewerblich und damit verwerflich (auch wenn wohl fast alle Züchter ihre gewerblichen Absichten völlig unter den Tisch kehren...ist ja nur Hobby, und man zahlt sooo viel drauf). Das währe konsequent nach ihrer Aussage.
Sicher ist es auch so, dass der momentane Status Quo in Deutschland es jedem erlaubt, Tiere hier in den Verkehr zu bringen, sei es durch Zucht, sei es durch Import, unabhängig von fachlicher Kompetenz.
In gleichem Maße kann sich hierzulande auch jeder auf seine ganz eigene Art als Tierschützer bezeichnen. Unabhängig davon, ob das, was da getrieben wird auch irgendwie über emotionale Selbstbefriedigung oder finanzielle Eigeninteressen hinaus geht und einen Sinn ergibt.
Schade dabei ist eigentlich nur, dass jede Gruppe für sich die alleinige Kompetenz beansprucht. Sei es PETA, sei es der VDH, seien es die Tierretter, die alle freilaufenden Hunde dieser Welt in Deutschlands Tierheimen konzentrieren möchten.
Wir reden hier über einen Zoofachhandel, der plant, Hunde zu verkaufen (war doch das Thema, oder?). Es wird sehr viel vermutet und behauptet.
Ich hatte mir die Anlage schon vor Wochen mal angesehen (im Zusammenhang mit einem anderen WAZ-Artikel).
Das konnte man da noch jederzeit, mittlerweile (ja, ich oute mich, ich kaufe dort regelmäßig ein) hängen dort Listen mit Terminen, an denen es richtige Führungen durch die in Bau befindliche Anlage gibt. Herr Zajac führt selber und steht auch jedem Rede und Antwort.
Bevor man sich hier in wilde Mutmaßungen ergeht, sollte man sich vielleicht selber mal ein Bild machen.
Ein Hundelehrer war auch dort, ich habe seinen Bericht gerade im Web gefunden (auf der Seite nach unten scrollen):
http://www.hundeschule.org/
Wirklich interessanter Bericht, vieles darin ist mir so auch nicht bekannt gewesen, aber mich interessiert dieses Thema nicht so prinzipiell wie andere hier. Für mich aber trotzdem erfrischend objektiv und (auch, wenn ich mich nicht mit allem, was er schreibt, identifizieren kann) offensichtlich nicht so vernagelt wie manch anderer Schreiber hier.
Was er macht, ist sicher viel vernünftiger, als sich nur publikumswirksam im Bikini in einen Einkaufswagen zu setzen und Werbung für die eigene Organisation zu machen!
Ich habe übrigens mal nachgefragt. Die im Artikel beschriebene PETA-Demo hat nicht einmal eine Stunde gedauert. Das war ein reiner Pressetermin. Mädchen in Einkaufswagen gesetzt, Plakate gezückt, 5 Minuten später kam die Presse.
Ein kurzes Interview und ein paar Fotos und als die Reporter weg waren haben alle ganz schnell wieder eingepackt und sind verschwunden.
In meinen Augen keine Demo, sondern medial gut inszenierte PETA-Selbstdarstellung.
Sogar die WAZ/NRZ ist darauf hereingefallen ;-)
Mehr muß man zu dieser Aktion wohl nicht sagen.
18:21
Peta hat vollkommen Recht: die Tierheime sind überfüllt mit herrenlosen Hunden und viele Tiere, die kein Zuhause mehr finden werden einfach eingeschläfert. Darüber spricht in diesem Land aber keiner!
17:32
Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.
18:26
Stimmt. Ohne gesetzliche Regelungen bzw. Änderungen nehmen die Dinge leider weiter ihren Lauf...in eine Richtung, die mir gar nicht gefällt.
Besser wäre es in diesem Falle, konzertiert zu handeln ... EIN Ziel vor Augen zu haben, nämlich den Verbot des gewerblichen Hundehandels, statt sich gegenseitig die Augen auszupicken, obwohl alle doch am ENDE das Gleiche wollen... denn ein gewerblicher Hundehandel kann nicht gut sein für den Hund, nicht für die gehandelten, nicht für die, die die gehandelteten gebären.
17:41
Einen Heiligenschein will ich mir auch nicht aufsetzen das schon mal vorne weg.
Zumindestens erkenne ich in ihrem Text das dort eine Menge Vernunft und Realitätssinn vorhanden sind.
Nichtsdestrotrotz kann es nicht sein das eine gewisse Hunderasse (der Name fällt mir nicht ein) so gezüchtet worden ist für die Ausstellung, das die danach in ein gekühltes Behältniss (Tragekorb konnte man das nicht mehr nennen) gesteckt werden mussten. Für mich geht da jeglicher Sinn verloren.
Warum will der Mensch eine perfekte Züchtung kreeiren und präsentieren? Warum hat mein Mops keine Chance? Nur weil 2 Zähne nicht gerade sind! Selbst unter Menschen gibt es nicht das absolute Perfekte. In diesen Hallen geht es um das Ego eines Züchters.
Aber denen habe ich meine Meinung auch schon gesagt und die sind so fernab jeglicher Realität wie der Herr, der sich Chef des Hundeverbandes nennt.
Anderes Thema aber. Ich fasse mich kurz. Wir leben in einer Welt wo das verkauft wird, was gefragt wird. Jeder hat seine persönliche Meinung dazu, doch ändern wird sich nichts.
10:03
Deutscher Schäferhund, rote Papiere, ein prima Kumpel, da lacht das Herz !
Liebe Frauen, habt ihr eigentlich keinen Kerl ?
07:22
@ Herr Schertes
Na dann seien Sie froh, daß Ihr Mops bisher auch gesund ist und gut atmen kannt etc. ... ebenso die spanischen Hunde, die Sie mitgebracht haben.
Das ist nicht die Regel, das wissen Sie!
Ach so ... ja ... ich sehe in Dortmund keine Kreationen, sondern Hunde (manche Ringe meide ich allerdings, das stimmt ... ist selbst mir als Rassehundefan dann zu heftig). Ja an Leishmaniose erkrankte Hunde mit zerpflückten Ohren/Augen sind natürlich nicht in Ausstellungskondition , sonst könnten sie an der Mischlingsshow dort mitwirken, wenn es jemand als Spaß empfindet, mit seinem Hund da mitzumachen. Da sind alle Türen offen, soweit gesund.
Ob man das braucht, ist eine andere Sache. Brauchen tun das aber die Züchter, die ihre Hunde mindestens zweimal präsentieren müssen, um eine Zuchzulassung zu erhalten, denn neben Gesundheit und Wesen gehört auch das Äußere dazu. Dafür haben viele (Tierschützer) kein Verständnis. Müssen sie ja auch nicht ...
... ich für meinen kleinen Teil gebe mein Geld lieber einem verantwortungsvollen Züchter (und nicht einem Händler!) und einem Tierschutzverein, der Kastrationsmaßnahmen in den Ländern durchführt als Nachschub für Hundeelend zu produzieren und mir dabei einen Heiligenschein aufzusetzen.
Prävention im Vorfeld ... und schon wär die Welt ein bißchen besser...auch mit den Kreationen.