Pegida verärgert auch Einzelhandelsverband

Trotz der stetig wachsenden Konkurrenz durch das Internet und der weiter sinkenden Zahl der Einwohner und damit der Kaufkraft, geht die Mehrheit der Einzelhändler auch in Duisburg mit leichtem Optimismus in das Geschäftsjahr 2015. Das ergab die jährliche Umfrage vom Einzelhandelsverband Niederrhein (EDHV) unter seinen Mitgliedern. 64,3 % der Befragten sind demnach positiv gestimmt, was ihre Geschäfte in diesem Jahr angeht. Andererseits stieg im Vergleich zum Vorjahr die Zahl der Unternehmer mit eher pessimistischen Erwartungen von 10,7 auf 17,8 %.

Lobenswerte Initiative aus Duisburg

Dass die Mehrheit der Einzelhändler weiter auf eine gute Entwicklung ihrer Geschäfte setzt, hängt einerseits damit zusammen, dass gut 60 % von ihnen 2014 ein leichtes Umsatzplus erreicht haben und knapp 11 % trotz eines verhaltenen Weihnachtsgeschäftes immerhin das Vorjahresergebnis von 2013 halten konnten. Andererseits seien die Zinsen weiterhin niedrig, so dass deshalb mancher Kunde die Anschaffung mittel- bis langfristiger Konsumgüter plane, führt der stellvertretende Verbandsvorsitzende Ulrich F. Kleier an.

Eine lobenswerte und beispielhafte Initiative gegen den anonymen Internethandel sieht der Verband in dem Zusammenschluss von sieben inhabergeführten Buchhandlungen in Duisburg, die unter der Adresse www.duisbuch.de einen gemeinsamen Internetauftritt aus der Taufe gehoben haben (wir berichteten).

Ein Dorn im Auge sind nicht nur der Kaufmannschaft in der Innenstadt, sondern auch deren Interessensverband die montäglichen Aufläufe von Pegida. „Wir achten das Grundrecht der Demonstrationsfreiheit“, betont Wilhelm Bommann, Hauptgeschäftsführer des EDHV. Aber der Handel habe auch das grundgesetzlich verankerte Recht, dass sein Eigentum geschützt werden müsse. Bommann: „Die mit den Demos einhergehenden Sperrungen der Zufahrtsstraßen bedeutet eine erhebliche Beeinträchtigung des Handels. Das ist keine Verhältnismäßigkeit der Mittel.“ Der Verband appelliert deshalb an die Polizei, alle Beteiligten noch einmal an einen Tisch zu bringen, um einen anderen Demonstrationsort in der Stadt zu finden. „Es kann nicht sein, dass wir in den nächsten Wochen und Monaten die Innenstadt ab 16 Uhr sperren“, sagt Alfred Walzer, Vorstandsvorsitzender des Verbandes.

Einige Probleme des Handels in Duisburg seien allerdings auch hausgemacht, kritisiert Bommann die zum Teil extrem unterschiedlichen Ladenöffnungszeiten, die Kunden verwirren und deren Abwanderung zum 24 Stunden nutzbaren Internethandel fördern könnten. „Dass in einem Oberzentrum des Handels wie Duisburg in der City Geschäfte über die Mittagszeit schließen, ist wie es so schön Neudeutsch heißt ein No-Go“, unterstreicht Wilhelm Bommann die Forderung des Verbandes nach einer verbindlichen Kernöffnungszeit. „Von 10 bis 19 Uhr das ist Pflichtprogramm. In einem Oberzentrum sollte die sogar bis 20 Uhr gehen. Und samstags den Laden vor 18 Uhr zu schließen, das geht gar nicht.“

Erneuert hat der Einzelhandelsverband in seiner Jahresbilanz auch die Kritik an der geplanten FOC-Ansiedlung und sie verbunden mit der Forderung, die Stadtteilzentren zu stärken und die Innenstadtentwicklung wieder voranzubringen. Qualitatives statt reinem quantitativen Wachstum will der EDHV bei den Verkaufsflächen sehen. „Der Rat geht nach wie vor bewusst das Risiko ein, durch seine Beschlüsse zum FOC die Innenstadtentwicklung und die Entwicklung in den Stadtteilen zu stören“, unterstreicht Alfred Walzer diese Forderung..