Pegida mimt bürgerliche Mitte

„Wirr ist das Volk“ verkündete gestern Abend das Schild einer Demonstrantin, die dem Aufruf des Duisburger „Netzwerks gegen Rechts“ gefolgt war und vor dem Hauptbahnhof gegen Pegida NRW am Fernbusbahnhof demonstrierte. Jürgen Aust sprach in seiner Rede derweil im Namen von „Duisburg stellt sich quer“ von faschistischen Strukturen, die die westdeutsche Pegida-Szene prägten. Das sei anders als in Ostdeutschland. Gerade deshalb müsse sich Duisburg auch weiterhin quer stellen. In diesem Zusammenhang bedauerte das Netzwerk auch, dass der DGB als bürgerliche Kraft nicht zu einer Gegendemonstration aufgerufen hatte. Das Ziel müsse sein, dass Pegida in Duisburg nicht mehr spazieren gehen könne. Deshalb auch der Aufruf an die Einzelgewerkschaften, ihre Mitglieder zum Flagge zeigen zu animieren.

Die andere Seite startete derweil den Versuch, die Pegida-Bewegung in ganz Europa zu verorten. Ein Band aus diversen Nationalflaggen am Kundgebungswagen, angeblicher Zuspruch aus Ländern wie Griechenland und Russland. Dazu dann der Kevelaerer Jura-Professor Dirk Budde, der Grußworte von Paul Spätling sandte. Von jenem Emmericher Pfarrer, der aufgrund seines Pegida-Auftritts in der letzten Woche, vom Münsteraner Bischof ein Predigtverbot erteilt bekommen hatte. Das kam an bei den Pegida-Leuten, die ja nach eigenen Worten dafür stehen, sich den Mund nicht mehr verbieten zu lassen und für die bürgerliche Mitte zu sprechen, natürlich gut an.

Nur, dass genau diese bürgerliche Mitte gestern Abend mehr als spärlich bei Pegida vertreten war. Stattdessen viele Hooligans, die lieber „Wer Deutschland nicht liebt, soll Deutschland verlassen“, skandierten. Obwohl doch die Veranstaltungsleitung viel lieber „Die Gedanken sind frei“ mit ihnen gesungen hätte. Während des Umzugs blendeten die Pegida-Teilnehmer immer wieder Kameraleute und Fotografen, lauthals: Lügenpresse, auf die Fresse“ rufend.