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Parken und Falschparken wird in Duisburg teurer

05.01.2013 | 14:00 Uhr
Parken und Falschparken wird in Duisburg teurer
2,8 Millionen Euro werfen die Duisburger im Jahr in die 120 Parkscheinautomaten.Foto: Andreas Mangen

Duisburg.  Mit dem Sparpaket hat der Duisburger Rat die Erhöhung der Parkgebühren beschlossen. Bereits in diesem Jahr sind Mehreinnahmen eingeplant, ab 2014 rund 300.000 Euro. Auch auf die Stadtteilzentren soll die Bewirtschaftung ausgeweitet werden. Noch hat Duisburg in der Region die mit Abstand günstigsten Tarife.

Autofahrer in Duisburg müssen sich stadtweit auf höhere Parkgebühren einstellen. Der Rat hat im Zuge des letzten Sparpakets bereits beschlossen, die Bewirtschaftung auf die Stadtteilzentren auszuweiten. Was sich hinter dem geschönten Titel der „Weiterentwicklung der Parkraumbewirtschaftung im Kernbereich der Innenstadt“ verbirgt, ist jetzt auch klar: Die Tarife fürs Parken in der City werden angehoben, wie die Stadt der NRZ bestätigte.

Wie hoch die Parkgebühren künftig sein werden, steht noch nicht fest, wohl aber, wie viel die Stadt insgesamt mehr kassieren will: Bereits in diesem Jahr sind Mehreinnahmen eingeplant, ab 2014 rund 300.000 Euro. Wie es in einem Ratsbeschluss heißt, sollen die Parkgebühren angehoben werden, „um Besuchern keinen monetären Vorteil gegenüber der Nutzung des privaten Stellplatzangebotes zu gewähren.“ Privatanbieter sind die Parkhaus-Betreiber, und dort liegt die Gebühr für die erste Stunde in der Regel bei 1,50 Euro.

„Parkgebühren sollten sich nach der Kaufkraft einer Stadt richten“

Die Gebühren hatte die Stadt zuletzt vor zwei Jahren „weiterentwickelt“: Seit 2011 müssen die Duisburger die Parkscheinautomaten werktags bis 20 Uhr füttern, zuvor war das nur bis 17 Uhr nötig.

Ist eine Erhöhung also nur reine Abzocke, um das Haushaltsloch zu stopfen? Der Vergleich mit anderen Städten zeigt, dass bei den Tarifen in Duisburg durchaus Luft nach oben besteht. In den meisten Städten gilt die Faustformel „Eine Stunde gleich ein Euro“, wie der Steuerzahlerbund einmal festgestellt hatte. Während Duisburg die Hälfte verlangt, kassieren Nachbarstädte aber das zigfache: Düsseldorf verlangt mindestens dreimal so viel wie Duisburg, Moers übrigens auch, Dinslaken, Oberhausen und Mülheim immerhin noch das Doppelte.

Und wehe dem, der mit dem Auto nach Köln fährt: Was in Duisburg die erste Stunde kostet, reicht in der Domstadt gerade einmal für zehn Minuten: Drei Euro kostet die Stunde Parkzeit seit dem 1. Januar. Eine Million Euro will Köln mehr einnehmen, zusätzlich zu den bislang 15 Millionen Euro.

Parken in Duisburg
Parken IN Duisburg: Zahlen und Fakten

Gebührenpflicht besteht in der gesamten Stadt auf 5100 Parkplätzen, 3700 davon liegen im Kernbereich der Innenstadt.

In der City-Parkzone, zu der künftig auch die Parkplätze entlang der Schifferstraße gehören sollen, kostet die erste Stunde 50 Cent, die zweite Stunde einen Euro und jede weitere 1,50 Euro.

Stolze 2,8 Millionen Euro an Münzgeld werfen Autofahrer im Jahr in die rund 120 Parkschein-Automaten.

Rund 380.000 Euro für Wartung und Personal muss die Stadt abziehen.

Die Zahl der Automaten-Aufbrüche, die Stadt spricht von „Bandenkriminalität“, war bis 2011 ein Problem, habe sich aber durch „zusätzliche Sicherungsmaßnahmen“ in den Griff bekommen lassen.

So wandern Netto-Parkeinnahmen von knapp 2,5 Millionen Euro in die Stadtkasse.

Also doch alles halb so schlimm, wenn Duisburg bald erhöht? Nicht ganz, sagt Wilhelm Bommann vom Einzelhandelsverband. „Wir sind im Vergleich zwar günstiger, die Parkgebühren sollten sich aber auch nach der Kaufkraft einer Stadt richten. Die ist in Duisburg bekanntlich geringer und wir müssen höllisch aufpassen, dass bestimmte Konsumenten nicht vertrieben werden.“ Vor allem aber will der Verband die Finger auf die Wunde legen, wenn die Erhöhung allein auf „fiskalischen Gründen“ beruht.

Und auch in den Stadtteilzentren wird der Gebührenaufschlag wohl auf Widerstand stoßen. Die neuen Bewohnerparkzonen in Innenstadt-Nähe, bei denen Anlieger für 30 Euro im Jahr ihre Parkplakette erhalten, sind umstritten, der Start ist holprig. In Duissern gibt es die Zone seit November 2012, einen Monat darauf folgte Neudorf.

Uneinheitlich ist die Kostenpflicht der Stellplätze in den anderen Stadtteilen geregelt: Parkschein-Automaten gibt es bisher in den Zentren von Walsum (Kometenplatz), Hamborn, Rheinhausen und in Marxloh am August-Bebel-Platz. Wo und wie die Parkzonen ausgeweitet werden, steht noch nicht fest, sagt die Stadt. Einfach durchsetzen können wird sie es aber wohl nicht. Denn die Hoheit über die Parkgebühren liegt bei den Bezirksvertretungen.

Eher unerwartet könnten der Stadt weitere Mehreinnahmen ins Haus stehen: Nicht nur das Parken, auch das Falschparken wird wohl teurer. Nach Plänen der Bundesregierung sollen die Bußgelder ab April nahezu verdoppelt werden. Bisher spülen Falschparker in Duisburg 4,5 Millionen Euro in die Stadtkasse. Ein Vergleichs-Portal im Internet hatte Duisburg deshalb schon als „Knöllchenhochburg“ bezeichnet, dabei aber auch die Temposünder eingerechnet.

Ingo Blazejewski

Kommentare
07.01.2013
16:36
Parken und Falschparken wird in Duisburg teurer
von astor97 | #11

wenn dieses Geld dann mal für Stadtwerbung ausgegeben würde...aber Duisburg vor 40 Jahren hatte mehr Flair als heute... schönen Tag noch

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Parken und Falschparken wird in Duisburg teurer
Parken und Falschparken wird in Duisburg teurer
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2013-01-05 14:00
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