Papierwerk droht das Aus

Die knapp 300 Mitarbeiter des Walsumer Papierwerks von Norske Skog im Schatten des Steag-Kraftwerks bangen um ihren Arbeitsplatz. Der norwegische Konzern hat am Freitag angekündigt, den Duisburger Standort aufzugeben. Die Walsumer Geschäftsleitung hat am gleichen Tag Insolvenzantrag gestellt. In den kommenden drei Monaten soll alles versucht werden, den Standort zu retten.

In aller Frühe hatte der Walsumer Geschäftsleiter Trond Sverre Flaten gestern die Mitarbeiter informiert, bevor die Meldung aus Oslo publik wurde. Die liest sich ziemlich endgültig: Die Papierfabrik wird „geschlossen“ heißt es in der Pressemitteilung. Rund 1,2 Millionen Euro Verlust mache das Werk im Monat. Wegen der „ungünstigen Kostenposition sei eine Trendwende „unwahrscheinlich“. Das Werk verliere „fortlaufend Geld“, so der Vorstandsvorsitzende Sven Ombudstvedt. 2013 hatte Norske Skog schon eine Papiermaschine abgeschaltet, die Produktion auf gut 200 000 Jahrestonnen halbiert und 200 Stellen abgebaut. „Dennoch hat die Fabrik keine Wirtschaftlichkeit erreicht“, so die Osloer Vorstandsspitze mit Verweis auf den schwierigen Markt für Zeitungs- und Zeitschriftenpapier.

Die Walsumer Geschäftsleitung und der Betriebsrat wollen aber so schnell nicht aufgeben. „Es gibt eine kleine Chance“, sagen sowohl Werksleiter Flaten als auch der Betriebsratsvorsitzende Jürgen Strauß. Am Montag gibt es eine Belegschaftsversammlung, an der auch der Insolvenzverwalter teilnehmen wird, den das Duisburger Amtsgericht bis dahin bestellen wird. „Hier ist nichts geschlossen. Wir produzieren weiter“, betont Strauß und ärgert sich über den falschen Zungenschlag in der Osloer Pressenachricht. Hoffnungen setzt das Walsumer Papierwerk auf die Suche nach einem Investor, der Geld in die Hand nehmen müsste, was der norwegische Konzern eben nicht mehr machen will.

Denn Schwachpunkt des Walsumer Standortes laut Werksleitung und Betriebsrat ist die fehlende eigene Dampfproduktion, die für die Papierherstellung nötig ist. Den Dampf liefert das benachbarte Steag-Kraftwerk und lässt sich das gut bezahlen. Dadurch ist die Produktion in Walsum nicht konkurrenzfähig. Mit einem eigenen Kesselhaus könnte das Werk in einem Zeitraum von anderthalb Jahren wieder profitabel werden, glaubt der Betriebsratsvorsitzende. Rund zehn Millionen Euro müsste dafür investiert werden. Von den Plänen soll nun der Insolvenzverwalter überzeugt werden, der entscheidet, ob es Chancen gibt, das Werk fortzuführen.