Palliativ-Versorgung: Bedarf wächst

Foto: Fabian Strauch

Zum Thema „Hospizkultur und palliative Versorgung“ gibt es reichlich Gesprächsbedarf bei Medizinern, Pflegenden, Altenheimen, Ehrenamtlichen und Patienten. Das zeigte der voll besetzte Saal im „Kleinen Prinzen“. Eingeladen hatten Kommunale Gesundheitskonferenz, Konferenz „Alter und Pflege“ und Alzheimergesellschaft Duisburg. Zwar gebe es in der Stadt mittlerweile ein gut ausgebautes Netzwerk, resümierte Moderatorin Orla-Maria Wunderlich nach dem Podiumsgespräch, „aber da ist noch Luft nach oben“.

Neuer Hospizverein in Homberg

Zwar hätten sich landesweit Strukturen gebildet, denen gesetzliche Regelungen folgten, erklärte Dr. Felix Grützner (Beratungsstelle Alpha NRW), Problem der ambulanten wie stationären Versorgung bleibe aber die auskömmliche Finanzierung: „Da muss in der Pflegereform ein weiterer Schritt getan werden.“

Dieses gilt – was in der Diskussion deutlich wurde – besonders für die Altenheime. Dort gerät der zunehmende Bedarf an qualifizierter Betreuung für schwer kranke und sterbende Bewohner zunehmend in den Blickpunkt. Längst stellten die Tumor-Patienten nicht mehr die größte Gruppe der Patienten, erklärte die Onkologin Dr. Marianne Kloke vom Essener Palliativ-Netzwerk. Gleichwohl sei vieles aus den Leitlinien für die Versorgung von Tumorpatienten auch auf Menschen mit neurologischen, internistischen und demenziellen Erkrankungen übertragbar. „Bei fortgeschrittener Demenz brauchen wir eine Palliativ-Versorgung“, betonte Kloke.

Schmerzmedizinische Stationen in Hospitälern in Rheinhausen (Johanniter), Hochfeld (Bethesda) und Huckingen (St. Anna) arbeiten in Duisburg im Netzwerk für Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung (SAPV) mit qualifizierten Haus- und Fachärzte, vier Pflegediensten. Ambulante Hospizdienste gibt es in Hamborn und Huckingen. Ein weiterer ambulanter Hospizverein sei im Aufbau in Homberg am DRK-Seniorenzentrum am Sandberg, kündigte Geschäftsführer Ralf Krause an.

In den stationären Einrichtungen reichen die Kapazitäten aber nicht aus, um einen verzögerungsfreien Übergang zu den ambulanten Angeboten zu gewährleisten. „Wir haben Wartezeiten“, so Wolfgang Tewes vom Malteser-Hospiz St. Raphael – stadtweit die einzige stationäre Einrichtung ihrer Art mit zwölf Betten. Oft könne aber schon die ambulante Betreuung Schmerzen, Atemnot und Übelkeit „weitestgehend begrenzen“, betont Dr. Helmut Gudat, Internist und Palliativmediziner in Meideich: „Das nimmt viel Luft aus der Diskussion um Sterbehilfe.“