Outlet-Center FOC in Duisburg verzögert sich weiter

Beim geplanten Outlet-Center in Hamborn tut sich seit fünf Jahren nichts.
Beim geplanten Outlet-Center in Hamborn tut sich seit fünf Jahren nichts.
Foto: Fremdbild
Was wir bereits wissen
Mit festen Fristterminen sollte das geplante Outlet-Center in Hamborn verzögerungsfrei realisiert werden. Doch immer noch fehlen wichtige Gutachten.

Duisburg.. Für eine „verzögerungsfreie Realisierung des FOC“ sollten die Fristen sorgen, die Politik und Verwaltung den Projektentwicklern des geplanten Outlet-Centers in Hamborn bei der Vertragsverlängerung gesetzt hatten.

Doch inzwischen ist klar, dass es erneute Verzögerungen geben wird: Die Gutachten, die Lösungen für den Störfallabstand und die Verkehrsbelastung aufzeigen sollen, liegen auch nach zwei weiteren Monaten noch nicht vor. Stadtspitze und Stadtplaner schauen dem Treiben weiter tatenlos zu, die großen Volksparteien ducken sich bei dem Thema lieber weg.

Dass die geplatzten Fristen und die nach wie vor offenen Probleme überhaupt in der Ratssitzung am Montag diskutiert werden, liegt allein an einem Antrag, den die dreiköpfige PSL-Ratsfraktion aus Piraten, SGU und BL stellt: Sie fordern den Rückzug der Stadt aus dem Projekt, um den „seit fünf Jahren andauernden Stillstand“ endlich zu beenden. „Es ist nun absehbar, dass eine Realisierung des FOC durch die Douvil GmbH nicht sichergestellt ist“, sagt der Fraktionsvorsitzende Karlheinz Hagenbuck.

Ein Ausstieg wäre rechtlich möglich

Rechtlich müsste der Ausstieg sogar möglich sein, schließlich hat sich die Stadt erst vor wenigen Monaten für diesen Fall ein vertragliches Rücktrittsrecht vom Kaufvertrag sichern lassen. Doch offenbar sind weder eine Ratsmehrheit noch die Stadtplaner um Baudezernent Carsten Tum gewillt, weiteren Druck auszuüben. Da ist es auch kein schlechtes Timing, dass die Projektentwickler der Douvil GmbH kurz vor der Ratssitzung ihr neues Büro in Duisburg eröffnen.

Direkt am Hamborner Altmarkt lässt sich die zuvor in Düsseldorf und dann in Berlin gemeldete Firma nieder, in einer von mehreren Firmen genutzten Immobilie an der Jägerstraße. „Die Ummeldung im Handelsregister ist erfolgt“, sagt der Berliner Architekt und Douvil-Geschäftsführer Carsten Grauel gestern der NRZ. Die Verlegung des Firmensitzes sieht er als klares Signal, das Megaprojekt weiter voranzutreiben. Am Freitag will man das Büro offiziell eröffnen, sich den Nachbarn vorstellen. Wo derzeit noch die Handwerker zugange sind, soll Projektleiter Frank Lompa die FOC-Planung steuern, Grauel will nach eigenen Angaben einmal die Woche vor Ort sein, später soll weiteres Personal folgen.

„Wir haben eine Lösung“

Doch wie will Douvil denn nun die Störfall-Problematik lösen? „Wir haben eine Lösung“, sagt Projektleiter Lompa, man müsse aber eben auch die Aufsichtsbehörden davon überzeugen. Die Vorabstimmung mit der Bezirksregierung und dem Landesumweltamt stehe noch aus, ins Detail gehen will Lompa daher nicht. „Im Endeffekt ist es das, was wir vorher schon immer beschrieben haben.“ Damit läuft die Lösung auf die Einrichtung von Schutzräumen hinaus, gesicherte Bereiche, die die Menschen im Schadensfall aufsuchen sollen. Denn da man Grillo nicht zu Maßnahmen auf dem Werksgelände zwingen kann, muss die Lösung auf dem FOC-Areal erfolgen. Die einzelnen Läden unter einem Dach in einem Gebäude unterzubringen, ist keine Alternative. „Den Village-Charakter zu erhalten, ist unser oberstes Ziel. Denn sonst macht ein FOC für uns keinen Sinn“, sagt Lompa.

Warum sich die nötigen Gutachten derart in die Länge ziehen, das liege an „vielen Punkten“, sagt der Projektleiter, möchte sich aber auch dazu nicht weiter äußern. Als die „Meilensteine“ mit den Fristen erstmals verabredet wurden, seien beide Seiten „sehr optimistisch“ gewesen. Danach habe sich herausgestellt, dass es doch aufwendiger sei. Eigentlich sollten die Planentwürfe längst öffentlich ausliegen, die Baurechtsschaffung im Frühsommer abgeschlossen sein. Der Zeitplan ist durch die Verzögerungen beerdigt. „Das können wir nicht mehr aufholen“, sagt Lompa.

Douvil GmbH: Erster Jahresabschluss nach fünf Jahren

Nach fünf Jahren hat die Douvil GmbH unter ihren neuen Geschäftsführern Carsten Grauel und Deniz Yokus erstmals wieder einen Jahresabschluss vorgelegt.Der im Bundesanzeiger veröffentlichte Bericht bezieht sich allerdings nur auf das Jahr 2011.

Die Geschäftsführer führen auf der Habenseite Vorräte von rund 460.000 Euro auf, darunter auch unfertige Leistungen für das FOC-Projekt. Die Verbindlichkeiten sind mit 513.000 Euro angegeben.

Ex-Geschäftsführer Roger Sevenheck, gegen den Haftbefehle mangels Vermögensauskunft im Laufe der Zwangsvollstreckung ausgestellt wurden, hatte im Jahr zuvor nur ein Volumen von 30.700 Euro bilanziert.