Orang-Utan aus dem Zoo in Duisburg nach Ausbruch erschossen

Nach dem Ausbruch von zwei Orang-Utans im Duisburger Zoo warteten Polizisten mit Maschinenpistolen auf ihren Einsatz, mussten aber laut Stadt nicht aktiv werden.
Nach dem Ausbruch von zwei Orang-Utans im Duisburger Zoo warteten Polizisten mit Maschinenpistolen auf ihren Einsatz, mussten aber laut Stadt nicht aktiv werden.
Foto: Stephan Eickershoff / FUNKE Foto Services
Zwei Orang-Utans waren Montagabend im Duisburger Zoo ausgebrochen. Eines der Tiere wurde erschossen, als es über einen Außenzaun klettern wollte. Der zweite Affe konnte betäubt werden.

Duisburg.. Großalarm im Duisburger Zoo am Montagabend. In dem Tierpark am Kaiserberg waren am Montagabend zwei Orang Utans durch ein Oberlicht ins Freie geklettert. Aus noch ungeklärten Gründen war es den Menschenaffen gelungen, aus ihrem Gehege auszubrechen.

"Da das Tier bei Entdeckung bereits dabei war, den Außenzaun zu übersteigen, war es nicht mehr möglich, es zu narkotisieren", hieß es noch am Abend in einer Stellungnahme der Stadt Duisburg. "So musste leider von einer schießberechtigten Person des Zoos von der Schusswaffe Gebrauch gemacht werden." Das Risiko, dass das Tier auf die Straße hätte flüchten können, sei zu hoch gewesen, "so dass letztlich der Schutz von Menschenleben im Vordergrund stand", so Stadtsprecherin Anja Kopka.

Der zweite Menschenaffe konnte mit einem Betäubungsschuss außer Gefecht gesetzt und zurück in den Stall gebracht werden. Insgesamt waren zwei Tiere ausgebrochen, zunächst hatte es geheißen, dass es sich um vier Orang Utans handeln würde. „Alle Tiere blieben letztlich innerhalb des Geländes.”

Polizei und Feuerwehr waren mit Großaufgebot am Zoo Duisburg im Einsatz

Da die Zoo-Mitarbeiter befürchteten, dass die bis zu 100 Kilo schweren Menschenaffen das Zoo-Gelände verlassen, wurden Polizei und Feuerwehr alarmiert. Vor dem Haupteingang waren Notarzt und Rettungswagen aufgefahren. Polizisten warteten mit Maschinenpistolen auf ihren Einsatz. "Polizei und Feuerwehr waren im Rahmen der Amtshilfe vor Ort, mussten jedoch nicht aktiv tätig werden", so die Stadt.

In der einbrechenden Dunkelheit wurde es zunehmend schwierig, die Tiere aufzuspüren. Neben den Pflegern sollen auch bewaffnete Polizeikräfte auf dem Zoo-Gelände mitgesucht haben. Die Beamten außerhalb waren deshalb schwer bewaffnet, weil damit gerechnet werden musste, dass die Tiere das Zoogelände auch verlassen könnten – Orang-Utans sind schließlich für das Leben auf Bäumen angepasst und gute Kletterer. Sie gelten auch als hervorragende „Bastler“, die gerne an Knoten und technischem Gerät tüfteln.

Zoo-Mitarbeiter sind nach Ausbruch völlig geschockt

Anwohner in der Nachbarschaft sagten, dass einige Einsatzkräfte auch das Waldstück gegenüber dem Haupteingang an der Mülheimer Straße mit Taschenlampen durchkämmt hätten. Fündig seien sie dort aber nicht geworden. Das Affenhaus befindet sich an der Ostseite des Zoogeländes nahe der Carl-Benz-Straße.

Gegen 21 Uhr hatten Polizei und Feuerwehr ihren Einsatz am Zoo beendet. Ein Feuerwehrsprecher bestätigte auf Nachfrage, dass bei dem Einsatz keine der Rettungskräfte verletzt wurde. Wie die Tiere sich aus ihrer Anlage befreien konnten, ist derzeit noch nicht bekannt. Die Zoo-Mitarbeiter sollen völlig geschockt sein. Erst am Dienstag wollen sie weitere Auskünfte geben.

Duisburger Zoo hält Orang-Utans seit mehr als 50 Jahren

Seit über einem halben Jahrhundert pflegt der Zoo Duisburg die akut vom Aussterben bedrohten Menschenaffen und gehört mit insgesamt über 50 Nachzuchten seitdem zu den wichtigsten Zucht-Einrichtungen auf der ganzen Welt. Im Zoo am Kaiserberg leben Orang-Utans aus Borneo und aus Sumatra. Obgleich sie zur gleichen Familie gehören, verstehen sich die beiden Arten nicht besonders gut. Um einen Nachbarschaftsstreit zu verhindern, haben sie getrennte Gehege.