Opfer eines Überfalls in Duisburg fordert mehr Zivilcourage
22.02.2011 | 19:51 Uhr 2011-02-22T19:51:00+0100
Duisburg.Ein 20-Jähriger wurde in der Straßenbahn Opfer eines feigen Überfalls. Im Gespräch mit der Redaktion erzählt der Gymnasiast, wie er die Attacke erlebte. Auch wenn dies schon der zweite grundlose Überfall war, will er weiter Bahn fahren.
Hendrik Berger (Name von der Redaktion geändert) steigt in die 901. So wie er es immer tut, wenn er von seinem Zuhause in Bruckhausen zum Fußballtraining nach Wedau fährt. Neuerdings nimmt der 20-Jährige aber nur noch die vorderste Eingangstür. Und bleibt dann auch stets in der Nähe der Fahrerkabine sitzen.
Kein Wunder: In der Straßenbahn wurde er in der vergangenen Woche das Opfer eines feigen Überfalls . Er saß damals allein ganz hinten im Zug, als ihn eine Gruppe Jugendlicher angriff. Sie traten ihn. Schlugen ihn. Raubten ihm die Sporttasche. „Ich war froh, dass mir dann zwei der anderen Fahrgäste geholfen haben“, sagt Hendrik. „Sonst hätte die Sache ganz böse für mich enden können.“
Der Elfklässler, der ein Duisburger Gymnasium besucht, wirkt emotional gefasst und sortiert, als er beim Treffen mit der WAZ von besagtem Mittwochabend erzählt. Er saß schon in der 901, als in Laar an der Haltestelle Scholtenhof-straße die Gruppe einstieg. Fünf oder sechs seien es gewesen. Und sie hätten sich sofort auffällig verhalten – etwa laut herumgegrölt oder mit den flachen Händen vor die Scheiben geschlagen. „Dann sind sie auf mich zugekommen. Und quasi aus dem Nichts haben sie mich getreten und geschlagen. Ohne jeden Grund.“
„Ich konnte gar keine vernünftige Beschreibung abgeben. Man ist so geschockt“
Hendrik ist total perplex, reagiert aber reflexartig richtig und versucht, der Situation zu entkommen. Zwei Männer mittleren Alters, die ungefähr fünf Meter weiter vorn saßen, mischen sich ein, sagen der Gruppe, dass sie sofort aufhören soll. „Einer der Täter hat sofort einen Schraubendreher gezückt. Die anderen haben in ihre Jackentaschen gegriffen. So, als ob sie Waffen zücken wollten. Von uns wusste ja niemand, ob sie tatsächlich etwas bei sich hatten“, schildert Hendrik eindringlich diesen Moment der Bedrohung. Einer der beiden Helfer zog dann geistesgegenwärtig die Notbremse. Die Täter rissen sofort mit Gewalt die Bahntür auf und flüchteten mit der Sporttasche als Beute in Richtung eines Parkplatzes in Höhe des Verteilerkreises Kaßlerfeld. Laut Polizei sind die Täter noch nicht gefasst, die Ermittlungen dauern an.
„Ich konnte gar keine vernünftige Beschreibung von den Tätern geben. Man ist so geschockt, dass man gar nicht auf die Personen, geschweige denn Details achten kann“, sagt Hendrik. Toll fand er, dass die beiden Männer in der Bahn Zivilcourage gezeigt hätten. Als schlimm empfand er es, dass zahlreiche andere Fahrgäste in der 901 aber einfach wegschauten. „Es wäre toll, wenn in jeder Bahn Servicekräfte der DVG mitfahren könnten“, sagt der Betroffene. Allein deren Präsenz würde oft schon ausreichen, um Situationen wie diese gar nicht erst aufkommen zu lassen.
Hoffnung auf mehr Video-Kameras
Der 20-Jährige hofft zudem, dass ähnlich wie in den Bussen bald auch in Bahnen Videokameras installiert werden, die jeden Platz – und damit jeden Fahrgast – ins Visier nehmen können. Auch deren Existenz hätte eine abschreckende Wirkung auf potenzielle Täter.
Für Hendrik war das bereits der zweite Vorfall dieser Art: Vor einigen Jahren wurde er mit zwei Freunden vor dem Bahnhof Meiderich schon einmal von einer größere Gruppe angegriffen. Auch damals: ohne jeden Anlass. Durch diese Negativ-Erlebnisse will er sich den Alltag aber nicht zerstören lasse„Ich will versuchen, ohne Angst weiterzuleben und werde auch weiterhin Straßenbahn fahren.“ Mit dem Unterschied, dass er künftig nur noch vorne sitzt.

08:55
Videoüberwachung ist nur gut, wenn auch jemand vor dem Monitor sitzt und direkt zu schaut und dann auch handeln kann.
Meines Erachtens hat die Videoüberwachung bislang keine Straftat vereitelt, siehe U-Bahn München, der Überfall auf den Rentner.
Mehr Servicewachpersonal und mehr Zivilcourage der anderen Mitfahrer. Das bringst. Selbst wenn man nur mit dem Handy die Polizei ruft, ist das schon Hilfe, das darf man nicht vergessen.
13:31
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13:30
Was Duisburg bzw. vielleicht allgemein Deutschland bräuchte, wäre eine absolute Null-Toleranz-Politik, was Gewalt im ÖPNV betrifft.
Die ,,Jugendgangs kommen aus Libyen? Wunderbar, keine Diskussion(en), sondern direkt abschieben (ungeachtet etwaiger Aufenthaltsgenehmigungen / Staatsbürgerschaften). Thema erledigt.
DVG und Polizei sollten durchhalten und endlich wieder für Ordnung sorgen in der Stadt, konkret im ÖPNV.
09:10
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Den schlauen Polizisten in DU ist auch nur bedingt zu trauen: In ihrer Freizeit sind sie auch gern mal Fußballhooligans, die von Kollegen in einer anderen Stadt festgenommen werden (s. derWesten) oder auch begehen sie mal einen Hausfriedensbruch, weil eine Fahne von Israel bei einer Islamdemonstration in DU auf dem Balkon hängt .
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07:29
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15:44
Das ist vollkommen richtig, #34. Ish sehe das genauso. Wir sind doch in Deutschland so liberal, von der Politik braucht man da keine Hilfe erwarten.Es ist auch vollkommen egal, wer da gerade regiert.Keiner hat in den ganzen Jahren eine Änderung herbeiführen wollen. Solange unsere Justiz vielfach nur den Finger hebt und mit dem Zeigefinger droht, ändert sich das auch nicht.
Meistens sind solche Halunken auch immer in größeren Gruppen unterwegs. Ich wollte da auch nicht eingreifen, weil ich noch immer gerne lebe und mich nicht zum Krüppel oder tot schlagen lassen möchte.Was passiert, wenn man eingreift, das kennen wir doch aus dem Fernsehen. Siehe Brunner. In der heutigen Zeit ist die Hemmschwelle doch ganz unten angelangt. Wer die Tageszeitung liest, der kann jeden Tag von Raub und Überfällen lesen. Und wenn ich mich dann noch selbst bewaffne, dann habe ich blitzschnell die Strafverfolgung am Hals.Denn das geht auf keinen Fall. Wohin soll das bloß noch führen.
14:42
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13:35
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