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Opernfoyer glänzt als Gala-Kulisse

12.12.2009 | 10:00 Uhr

Zum zweiten Mal nach 2002 machte das Theater Duisburg bei Dreharbeiten für einen historischen Film eine gute Figur

Duisburgs Theater im Belagerungszustand: Draußen schotten tonnenschwere Laster das Haus auf beiden Seiten ab, lange Vehikel mit Unmegen von Technik im Bauch, mit ganzen Küchen und schicken Kaffeebars. In der Eingangshalle des Musentempels lümmeln sich zahlreiche, im Stil der 50er-Jahre gekleidete Menschen, von denen die Männer fast alle eine frappante Ähnlichkeit mit dem Sänger Max Raabe aufweisen, an Biergartengarnituren. Und im Opernfoyer tummeln sich elegant gekleidete Damen mit Hochsteckfrisuren, zarten Hütchen, Nerzjäckchen und Satinpumps.

Lebenserinnerungen

Ansatzlos könnte man sich in vergangene Jahre katapultiert fühlen. Wären da nicht die kolossalen Scheinwerfer, die gigantischen Reflektoren und ein schier heilloses Kabelgewirr, in das die hübsche Ungarin Dorka Gryllus – 2005 als Schauspielerin mit dem Shooting Star ausgezeichnet – hineinstiefelt. Mit dicken, schwarzen Winterboots, die nicht so recht mit ihrer kunstvollen Frisur und dem kunstseidenen Kleid harmonieren. Aber für die Kameraprobe reicht's und hält die Füße warm. Besteht doch die Hälfte des Tagesgeschehens beim Filmdreh aus Warten.

Zum zweiten Mal nach 2002 bietet das Opernfoyer des Theaters die gesuchte Kulisse für einen Film. Damals wurde es umdekoriert zur Eisdiele für Sönke Wortmanns Streifen „Das Wunder von Bern”. „Unser Foyer wurde völlig umdekoriert. Das war nicht wiederzuerkennen”, erinnert sich Ute Saalmann, die Leiterin der Kulturbetriebe. Diesmal allerdings darf das Opernfoyer glänzen, in seiner vollen Pracht und Schönheit, die sogar noch ein bisschen mehr für den Gala-Auftritt im Stil der 50er aufpoliert wurde.

Die Kölner Produktionsfirma Teamworx drehte gestern im Theater mehrere Szenen für den historischen ZDF-Zweiteiler (je 90 Minuten) „Vom Glück nur ein Schatten”, der im kommenden Jahr ausgestrahlt werden soll.

Vorlage für die von Miguel Alexandre („Die Frau vom Checkpoint Charlie”) inszenierte Geschichte mit Maria Furtwängler und Günther Maria Halmer ist das gleichnamige Buch von Uwe-Karsten Heye, der darin seine Erinnerungen an die Zeit des Zweiten Weltkriegs und die Nachkriegszeit festgehalten hat. Hauptperson ist seine Mutter, die mit ihren beiden kleinen Kindern im Januar 1945 mit der „Wilhelm Gustloff” aus Ostpreußen flüchten wollte.

Heyes Geschichte und die seiner Mutter ist nicht das einzige dramatische Schicksal aus den Kriegsjahren, aber sie ist erschütternd und steht in ihrer ganzen Tragik für viele andere ähnlicher Art. Heyes Vater galt als Soldat an der Ostfront gefallen. Selbst der Suchdienst des Deutschen Roten Kreuzes übermittelte die Meldung, dass er tot sei.

Doch dem war nicht so. Sein Vater war während des Krieges desertiert und in ein Todesstrafbattaillon gekommen, das er überlebte. Wolfgang Heye seinerseits suchte ebenfalls nach seiner Frau und den beiden Kindern und fand deren Namen auf der Passagierliste der „Gustloff”. So ging er davon aus, dass sie mit dem Schiff untergegangen seien.

Erst 1963, 20 Jahre nachdem Ursula und Wolfgang Heye sich bei einem Fronturlaub zum letzten Mal gesehen hatten, trafen sie sich zufällig wieder. Zu spät für ein weiteres gemeinsames Leben.

Weiterer Dreh in Duisburg

Der ZDF-Film konzentriert sich auf die Jahre 1938 bis 1954, in denen Maria Furtwängler als Ursula Heye um das Überleben ihrer Kinder, aber auch ihrer Eltern (gespielt von Rosel Zech und Günther Maria Halmer) kämpft, alleine das Nötigste nach Hause bringend. Später flieht sie erneut, diesmal aus der DDR in den Westen, wo sie sich in Mainz ein neues Leben aufbaut.

Gestern diente das Theater 24 Stunden lang als Drehort und Kulisse, in der nächsten Woche sollen die Aufnahmearbeiten in Duisburg in einem alten Haus in Beeck fortgesetzt werden.

Ulla Saal

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Kommentare
12.12.2009
10:52
Opernfoyer glänzt als Gala-Kulisse
von hansreiner | #1

Wieder wird ein Film in Duisburg gedreht in dem Duisburg nur Kulisse ist. Welcher Film-Stadt stellen wir dieses Mal unser atemberaubendes Ambiente (RP) zur Verfügung - Berlin, Danzig oder schon wieder Köln? Einfach nur ärgerlich dieser Kulissenklau! Werbung für Duisburg ist das nicht.
Das ZDF hat seit seinem Start am 1.4.1963 keinen einzigen Film gedreht, der in Duisburg handelte oder irgendetwas mit dieser Stadt zu tun hatte. Duisburg existiert für die Mainzer einfach nicht.

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Woran soll in Duisburg nicht gespart werden?
82 Millionen Euro soll Duisburg sparen. Das bedeutet viele Einschnitte im städtischen Leben. Welche der Sparmaßnahmen/Erhöhungen sollte Ihrer Meinung nach nicht umgesetzt werden? Die Zahl in den Klammern ist übrigens die Haushaltsentlastung, die sich die Stadt dadurch erhofft.

82 Millionen Euro soll Duisburg sparen. Das bedeutet viele Einschnitte im städtischen Leben. Welche der Sparmaßnahmen/Erhöhungen sollte Ihrer Meinung nach nicht umgesetzt werden? Die Zahl in den Klammern ist übrigens die Haushaltsentlastung, die sich die Stadt dadurch erhofft.

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