Opern-Ehe ist wieder einmal gerettet

Seit Monaten ringen die Städte Duisburg und Düsseldorf um die Zukunft der gemeinsamen Deutschen Oper am Rhein. Und obwohl die beiden Oberbürgermeister und Kulturdezernenten den Fortbestand der Opern-Ehe sogar zur Chefsache gemacht hatten, gab es bis gestern Mittag noch keine Einigung. Die hatten die Beteiligten erst in der entscheidenden Aufsichtsratssitzung am Nachmittag gefunden: Damit wird der Vertrag über die Spielzeit 2017/18 hinaus für weitere fünf Jahre verlängert.

Die Duisburger SPD hatte OB Sören Link gestern „für die gute Verhandlungsführung“ gelobt. Bei der offenen Frage ging es ausschließlich ums Geld: Tarifsteigerungen treiben die Personalkosten bei der Oper von 34 Millionen Euro pro Jahr um rund 800.000 Euro weiter in die Höhe. Verhandelt wurde um jeden einzelnen Prozentpunkt der Kostenaufteilung. Dass sich jede Seite bewegen muss, wurde im Vorfeld oft genug propagiert. Und am Ende hat sich auch jede Seite bewegt.

Der Kompromiss: Ab 2017 beteiligt sich auch Duisburg mit 14 Prozent an den Kostensteigerungen, Düsseldorf übernimmt anstelle von bislang 72 künftig 69 Prozent, den Rest trägt die Oper selbst.

Für die Stadt Duisburg bedeutet das ab 2017 Mehrkosten von rund 130.000 Euro im Jahr, die „haushaltsneutral erwirtschaftet werden müssen“, wie es gestern hieß. Bedeutet: Das Geld muss an anderer Stelle eingespart werden. Wo genau, blieb gestern offen. Was für OB Link wichtiger war: „Dass wir eine einvernehmliche Lösung gefunden haben, die den Fortbestand dieses Erfolgsmodells einer interkommunalen Zusammenarbeit im besten Sinne sichert.“

Der Kulturausschussvorsitzende Udo Vohl sprach von einem „gutem Tag für die Stadt Duisburg“, der kulturpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Oliver Hallscheidt, von einem „soliden finanziellen Fundament“, auf dem die Oper jetzt für weitere fünf Jahre stehe.

An der Zahl der Aufführungen ändert sich nichts: In Duisburg wird es weiter 80 Aufführungen pro Spielzeit geben, in Düsseldorf 180. „In beiden Spielstätten wird das hochwertige Angebot und die unverzichtbare Angebotsvielfalt erhalten“, sagte Kulturdezernent Thomas Krützberg.

Bereits am Montag wird der Stadtrat die Vertragsverlängerung besiegeln. Es ist die letzte Sitzung vor der Sommerpause, daher entstand auch der Zeitdruck: Denn die Vertragsfrage muss bis Ende Juli geklärt sein. Hätte es gestern im Aufsichtsrat keine Einigung gegeben, hätte man später sowohl den Aufsichtsrat als auch beide Stadträte für Sondersitzungen aus dem Urlaub holen müssen.