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Loveparade

OB Sören Link bittet Loveparade-Opfer am zweiten Jahrestag der Katastrophe um Entschuldigung

24.07.2012 | 20:00 Uhr
OB Sören Link bittet Loveparade-Opfer am zweiten Jahrestag der Katastrophe um Entschuldigung
Duisburgs Oberbürgermeister Sören Link traf bei der Gedenkveranstaltung am zweiten Jahrestag der Loveparade den richtigen Ton. Nach seiner Rede umarmten ihn auch mehrere der Hinterbliebenen. Foto: Stephan Eickershoff

Duisburg.  Am Jahrestag der Loveparade-Katastrophe gedachte Duisburg der 21 Todesopfer. Etwa 2500 Menschen besuchten am Abend die Gedenkfeier in der Innenstadt. Mehrmals unterbrachen Zuhörer die Rede des neuen Oberbürgermeisters Sören Link – mit Beifall. Er entschuldigte sich bei Hinterbliebenen und Verletzten. Die Chronik des Gedenktages.

Am 24. Juli 2010 wurden bei einer Massenpanik am Ein- und Ausgang zum Gelände der Loveparade 21 junge Menschen tödlich verletzt. Im Live-Ticker berichteten wir aus Duisburg, wie Hinterbliebene, Verletzte und Betroffene der Todesopfer gedenken und an die Katastrophe erinnern. Die Chronik des zweiten Loveparade-Jahrestages:

21.30 Uhr: Auch viele der Hinterbliebenen suchen das Gespräch mit Sören Link und umarmen den jungen Politiker. Auf solche Worte Verantwortlicher, auf eine Entschuldigung von Herzen, hatten sie bislang vergeblich gewartet. Bereits am Nachmittag, an der Rampe, hatte sich Link zurückhaltend für persönliche Gespräche angeboten. Den Kontakt zu den Hinterbliebenen der 21 Todesopfer suchte er bereits am Tag nach seiner Wahl zum Oberbürgermeister. Der neue Verwaltungschef war es auch, der auf den Weg brachte, was die Angehörigen nach einjährigem Kampf nicht mehr zu träumen gewagt hatten: Der Stadtrat beschloss am 4. Juli, größere Abschnitte der Unglücksrampe auf dem Gelände des Möbel-Unternehmers Kurt Krieger zu erhalten und 660 statt 100 Quadratmeter für die Gedenkstätte zu reservieren.

Loveparade
Die Rede von Duisburgs OB Sören Link zum zweiten Jahrestag

Bei der zentralen Gedenkfeier zum zweiten Jahrestag der Loveparade-Tragödie hat Duisburgs neuer Oberbürgermeister die richtigen Worte gefunden, auf die viele Angehörige, Verletzte und Duisburger lange gewartet haben. Hier finden Sie die komplette Rede des Duisburger Oberbürgermeisters am...

21.26 Uhr: Gut gemacht. So kann man die Geste von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft deuten. Nach dem Ende der Gedenkfeier umarmt sie ihren Parteifreund Sören Link lange. Bei den Duisburgern ist die Rede ihres neuen Oberbürgermeisters ebenfalls sehr gut angekommen, die Worten rührten viele Zuhörer auch zu Tränen.

21.20 Uhr: Wie bei der Gedenkfeier im Vorjahr wird zum Abschluss das Lied "Over The Rainbow" (Jenseits des Regenbogens) gesungen. Dazu stehen alle auf. Auf dem Platz werden "Remind The Love"-Sticker verteilt. Die Zuhörer bedanken sich mit langem Applaus bei den Mitwirkenden auf der Bühne.

21.16 Uhr: Peter Burschs "All Star Band" spielt den Beatles-Hit "With a little help from my friends" und Michael Jacksons "Earth Song". Damit endet der musikalische Teil der Gedenkfeier. Moderatorin Lilli Vujnic lädt die Duisburger zu einem Abend der Begegnung ein, "um gemeinsam zu reden, zu schweigen oder einfach für den anderen da zu sein". Mit einer Rezitation nach Hanns-Dieter Hüsch und einem gemeinsamen Anschlusslied endet der offizielle Teil des Gedenktages gleich.

Stadt wird als Symbol für den Neuanfang 21 Magnolien pflanzen

21.15 Uhr: Die Polizei korrigiert noch einmal ihre Schätzung der Besucherzahl. Demnach sollen 2500 Menschen zum Stadttheater gekommen sein.

21.10 Uhr: Nun wolle auch er ein "kleines Zeichen", ein Symbol für einen Neuanfang und ein neues Miteinander setzen: "Unsere Stadt wird mit den Angehörigen 21 Magnolien pflanzen, eine Magnolie für jeden jungen Menschen, der bei der Loveparade sein Leben ließ. Sie sollen vor dem Bahnhof, im Herzen unserer Stadt, wachsen und blühen."

21.05 Uhr: Links Rede geht scheinbar vielen Zuhörern zu Herzen. Er erhält für seine Worte mehrmals bestätigenden Applaus. 

21.04 Uhr: Er wolle "Vertrauen zurückgewinnen" und "Gräben zuschütten" und "allen die Hand reichen, die unter den Folgen der Loveparade leiden" und auch den Einsatz der Sanitäter, Seelsorger, Polizisten und Feuerwehrleute würdigen. Link: "Ich will dies alles nicht nur tun, weil es zu meinem neuen Amt gehört. Ich will dies tun, weil es mir ein echtes Herzensanliegen ist." Er könne dies, weil die Duisburger "Verantwortung gefordert, dann übernommen und schließlich durchgesetzt haben. Meine Stadt hat damit ein stolzes Zeichen gesetzt."

21 Uhr: Link: "Liebe Angehörige, liebe Betroffene, ich bitte um Entschuldigung." Er wiederholt den Satz in Englisch, Spanisch, Niederländisch und Chinesisch.

Zwei Jahre nach der Tragödie

Und erhält erneut Beifall, als er verspricht, Konsequenzen zu ziehen: "Dazu gehört, auf einen offenen Dialog zu setzen und Transparenz zu schaffen, wenn große Pläne gemacht werden. Dazu gehört, die Menschen in den Mittelpunkt zu rücken. Und nicht falschen Ehrgeiz und große Ambitionen." Er wolle alles tun, um die Aufarbeitung der Duisburger Loveparade voranzubringen – "rückhaltlos und trasparent. Ich stehe heute hier, um das für meine Stadt zu versprechen."

Sören Link: "Eine zweite Tragödie begann am Tag nach der Loveparade"

20.59 Uhr: Link fährt fort: "Die Loveparade 2010 war eine einzigartige Tragödie. Aber eine zweite Tragödie begann am Tag danach: Eine quälend lange Zeit der Sprachlosigkeit. Das, meine Damen und Herren, war nicht mein Duisburg. Dafür habe ich mich geschämt. Deshalb sage ich heute als neuer Oberbürgermeister der Stadt Duisburg Folgendes:

Ich bitte um Entschuldigung für das unfassbare Leid, das in dieser Stadt geschehen ist und für immer mit ihr verbunden sein wird. Ich bitte um Entschuldigung bei allen, die ihr Liebstes verloren haben und denen dieser Tag so tiefes Leid und so große Schmerzen zugefügt hat. Ich bitte um Entschuldigung für die lange Zeit, in der neues Leid dazu kam, weil die politische Verantwortung nicht übernommen wurde. Und ich bitte um Entschuldigung dafür, dass Einzelne so lange nicht vermocht haben, auf Sie zuzugehen, und nicht die Kraft fanden, Ihnen gegenüber angemessene Worte der Entschuldigung zu finden."

Applaus.

20.56 Uhr: Link sagt, es falle ihm schwer, "angemessene Worte der Entschuldigung" zu finden. Kurzer Applaus. Links Begrüßung: "Heute scheint die Sonne. Dieselbe Sonne, die auch vor zwei Jahren auf Duisburg schien. Und doch ist die Sonne für viele verblichen. Die Welt ist nicht mehr die gleiche. Vor allem gilt das für die, die vor zwei Jahren hier in Duisburg einen geliebten Menschen verloren haben. Es erfüllt mich Demut, dass Sie trotz allen Leids den Weg nach Duisburg finden. Ich begrüße Sie in ganz besonderer Verbundenheit und mit dem Ausdruck meines tiefen Respekts."

20.55 Uhr: Duisburgs neuer Oberbürgermeister betritt die Bühne.

20.50 Uhr: Gänsehaut und Tränen in den Augen vieler Zuhörer als Streicher die ersten Töne von Leonard Cohens "Hallelujah" spielen, das einst auch Jeff Buckley coverte. Anja Lerch, Moritz Steckenstein und Conny Asare (Gitarre) stimmen ein.

Trauerten in Duisburg gemeinsam mit den Hinterbliebenen der Loveparade-Opfer: Duisburgs OB Sören Link und seine Lebensgefährtin Sonja Bartsch. Foto: dapd

20.45 Uhr: Die Künstler verlassen die Bühne. Es ist mucksmäuschenstill auf dem Platz. Auf der Bühne brennt eine Kerze. Nun werden die Namen der 21 Todesopfer verlesen.

Marta
Benedict-Emanuel
Kevin
Marina
Anna
Elmar
Jian Liu
Fabian
Vanessa
Giulia
Eike
Christian
Svenja
Clancie
Marie
Fenja
Dennis
Kathinka
Derk
Lidia
Clara

Zu ihren Lieblingssongs erscheinen auf der Leinwand neben der Bühne Bilder aus den Heimatstädten der Opfer.  Es erklingen "Stairway to heaven", "Waving flag", Rocksongs, Pophits und Beatmusik.

20.40 Uhr: "Quiero protegerte" – "Ich wollte Dich bewahren" heißt der Song für Clara und Marta, die beiden Spanierinnen, die bei der Massenpanik ums Leben kamen. Die Bühne ist mit Blumen geschmückt; mit Vergissmeinnicht.

20.30 Uhr: Mit Liedern in den Sprachen der Todesopfer – es erklingen spanische, italienische und niederländische Texte – wird nun an die Toten erinnert. Auf der Bühne stehen auch Angehörige der Toten, die zur Musik der "Marxloh Flowerz" und von Anja Lerch kurze Texte rezitieren.

"Das größte Nachkriegsunglück in Duisburg"

20.22 Uhr: Jürgen Hagemann, der Vorsitzende des Vereins Loveparade Selbsthilfe, spricht: "Wir wollen die Erinnerungen wach halten an die jungen Menschen, die gestorben sind, an das Leid der Verletzten, an die Retter, an diese Stadt, die in ihren Grundfesten erschüttert wurde." Hagemann, dessen Tochter vor zwei Jahren schwer verletzt und traumatisiert wurde, nennt die Duisburger Loveparade "das größte Nachkriegsunglück in Duisburg".

20.11 Uhr: Auf der Leinwand sieht man nun etliche Menschen über den Boden des Loveparade-Geländes rund um den Güterbahnhofs laufen. Es sind idyllische Aufnahmen bei strahlendem Sonnenschein. Zurückhaltender Applaus nach dem ersten Musikstück. Zur Gedenkfeier sind auch die Freiwilligen Feuerwehrleute des Löschzuges Homberg gekommen. Sie waren am 24. Juli 2010 eigentlich nur eingesetzt, um den Brandschutz zu gewährleisten. Als die Situation eskalierte, waren sie auf einmal mitten im Geschehen. Deshalb sind sie hier nun auch als Betroffene.

20.08 Uhr: Mit den Glockenschlägen verstummen die Menschen auf dem Platz. Nur ein Funkgerät der Sicherheitskräfte stört mit einem Krächzen die Stille.

20.06 Uhr: So berichtet unser Kollege Thomas Richter über den Tag im Tunnel und auf der Rampe. Er hat auch mit Anwohnern über die Katastrophe gesprochen. Ein Anwohner sagt: „Irgendwie fühlt man sich mitschuldig.“

20.04 Uhr: Die Gedenkfeier läuft.

Etwa 2500 Menschen besuchten am Dienstagabend die Gedenkfeier am zweiten Jahrestag der Loveparade-Katastrophe. Die Zuhörer spendeten vor allem Oberbürgermeister Sören Link viel Applaus. Foto: Stephan Eickershoff

20 Uhr: Mit 21 Glockenschlägen und Pink Floyds "Wish you were" wird die Gedenkfeier nun gleich beginnen. Die Stadt schätzt die Zahl der Teilnehmer nun auf etwa 1500. Denn in den Cafés und auf der Wiese am Platz sitzen viele Bürger, die die Feier verfolgen. Neben der Bühne ist ein großer Bildschirm aufgebaut.

19.55 Uhr: Mit besonderer Spannung wird die Rede des neuen Oberbürgermeisters Sören Link erwartet. Er sagt : „Das ist eine der wichtigsten, wenn nicht die wichtigste Rede meines politischen Lebens." Die verheerende Außenwirkung seines Vorgängers Adolf Sauerland ist nicht vergessen.

"Team der Loveparade"  bedauert "Leid, das den Menschen widerfahren ist"

19.50 Uhr: Auf dem König-Heinrich-Platz vor dem Stadttheater haben sich mittlerweile geschätzte 350 Menschen versammelt. Per Lautsprecherdurchsage bitten die Veranstalter die Fotografen darum, nur die Hinterbliebenen und Verletzten auf der Bühne frontal zu fotografieren. 

19.40 Uhr: Es sieht so aus, als ob die Duisburger von der Gedenkfeier in der Mitte ihrer Stadt nicht viel Notiz nehmen. Vor der Bühne am Theater haben sich vor allem die Lokalprominenz und viel Presse versammelt. Sie sitzen gemeinsam mit den Hinterbliebenen und Verletzten in einem abgetrennten Bereich direkt vor der Bühne.

 19.15 Uhr: Diese Anzeige ließ "Das Team der Loveparade" heute in Duisburger Zeitungen abdrucken: "All unsere Gedanken sind am Jahrestag der Loveparade in besonderer Weise bei den Opfern und Verletzten der Tragödie vom 24. Juli 2010 sowie bei deren Familien und Freunden. Wir bedauern aus tiefstem Herzen das Leid, das den Menschen widerfahren ist. Hätte es die Loveparade nicht gegeben, würden die Menschen noch leben."

18.55 Uhr: Die Teilnehmer des Gedenkmarsches sind nun am Stadttheater angekommen. In gut einer Stunde wird dort die Gedenkfeier beginnen. An dieser wirken die Musiker der Duisburger Philharmoniker und der städtischen Musik- und Kunstschule, das Junge Ensemble Ruhr, Anja Lerch und Moritz Steckenstein, das Ensemble Rodrigo Tobar, Angelo Gregorio Band und Peter Burschs All Star Band mit. Das Team des Medienbunkers Duisburg-Marxloh hat die bildliche Gestaltung des Abends übernommen.

Video
Vor zwei Jahren geschah das Unglück auf der Loveparade in Dusiburg. Auch heute noch spürt man am Unglücksort die tiefe Betroffenheit und Trauer der Betroffenen und Bürger.

18.53 Uhr: Auch wenn es weniger Menschen geworden sind, die heute um die Opfer der Loveparade trauern, spürt man am Unglücksort die tiefe Betroffenheit und Trauer der Betroffenen und Bürger. Diese Erfahrungen haben unsere Video-Kollegen bei ihrem Dreh gemacht. Das Ergebnis gibt es hier zu sehen .

18.45 Uhr: "Wo war Gott an diesem Tag?" Diese Frage hat Stadtdechant Lücking nach dem Unglück vom 24. Juli 2010 noch nie gehört. Viel öfter dafür Fragen, wie menschliches Verhalten oder solche Fehlplanungen zu dieser Katastrophe führen konnte, blickt der Seelsorger beim Gedenkgottesdienst in der Salvatorkirche reflektierend zurück. Während er vor rund 100 Gottesdienstbesuchern die Namen und das Alter der Todesopfer vorliest, bricht dem Geistlichen die Stimme weg. Es nimmt ihr noch immer hörbar mit, dass so viele junge Menschen, die ihr Leben noch vor sich hatten, gestorben sind.

"Jetzt begreife ich langsam: Der Junge kommt nie wieder"

18.40 Uhr: Auch Klaus-Peter und Stefanie Mogendorf laufen, um zu trauern und zu mahnen. Vor zwei Jahren wurde ihr Sohn Eike im Alter von 21 Jahren tödlich verletzt. "Ohne die anderen Hinterbliebenen", sagt seine Mutte, "könnte ich einen Tag wie heute nicht bewältigen." Ihr Mann ergänzt zum Kreis der trauernden Eltern: "Wir sind fast schon eine Familie geworden." Das zweite Jahr nach der Loveparade, sagt er, sei für ihn schwieriger als das erste gewesen, das er noch "wie unter einer Glocke" erlebt habe: "Aber jetzt begreife ich langsam: Der Junge kommt nicht wieder."

Auch im Auftrag der anderen, im Ausland lebenden Eltern haben sich die Mogendorfs seit April 2011 für den Erhalt des Ortes eingesetzt, an dem ihr Sohn sein Leben verlor: "Das ist der Ort, an dem wir uns von Eike verabschiedet haben." Sie überreichten damals an Stadtdirektor Greulich eine Petition, "den Ort des Leidens und der Trauer nicht zu zerstören ". Mogendorf stellte eigene Pläne für eine Gedenkstätte vor und beteiligte sich an den Verhandlungen mit Grundstücksbesitzer Kurt Krieger.

Streit um LoPa-Gedenkstätte

 

Dass nach einem Ratsbeschluss nun 660 statt 100 Quadratmeter für die Gedenkstätte am Ort der Katastrophe reserviert sind, macht die trauernden Eltern "sehr zufrieden". Eine solche Wende, gesteht Klaus-Peter Mogendorf, "hielt ich nicht mehr für möglich". Auch die ausländischen Angehörigen, "die Chinesen und Australier" etwa, seien nach dem Beschluss sehr erleichtert gewesen.  Am dritten Jahrestag soll die Gedenkstätte fertig sein .

18.30 Uhr:  Die Gruppe passiert den Hauptbahnhof. Die meisten der Passanten, so scheint es, wissen nicht, wer hier durch die Stadt zieht.

18.19 Uhr: Der Mahnmarsch zieht jetzt, bebeachtet von Anwohnern, über die Kommandantenstraße und die Koloniestraße. Auch Lothar Evers, Journalist und Mitglied bei Loveparade Selbsthilfe läuft mit. Er spricht darüber, was sich in Duisburg im vergangenen Jahr,  im zweiten Jahr nach der Loveparade getan hat: "Wir stehen nicht mehr einer peinlich berührten und stummen Stadtspitze gegenüber, die Stadt hört besser zu und tut auch einiges für uns." Der neue OB Sören Link stand an der Rampe für persönliche Gespräche mit den Trauernden bereit.

Etwa 150 Loveparade-Opfer und Duisburger gingen den Trauermarsch vom LOveparade-Mahnmal bis zum Opernplatz mit. Foto: Stephan Eickershoff

18.12 Uhr: Jürgen Hagemann, Vorsitzender des Vereins Loveparade Selbsthilfe spricht ins Megafon: "Wir laufen jetzt los!" Etwa 150 Angehörige, Opfer und Duisburger gehen mit, darunter zum Beispiel Michael Rubinstein, Geschäftsführer der Jüdischen Gemeinde, die Bundestagsabgeordnete Bärbel Bas und Rainer Bischoff (MdL). An der Spitze des Trauerzuges ist auch die Polizei noch zu Fuß unterwegs.

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Kommentare
04.08.2012
19:21
OB Sören Link bittet Loveparade-Opfer am zweiten Jahrestag der Katastrophe um Entschuldigung
von rickylee | #59

Dat sagt Helge Schneider:

http://www.youtube.com/watch?v=M7Ac00joH44


Im Allgemeinen und im Besonderen.

27.07.2012
19:54
OB Sören Link bittet Loveparade-Opfer am zweiten Jahrestag der Katastrophe um Entschuldigung
von daddy1949 | #58

Es tut mir leid und ich möchte auch keinen Beleidigen, aber wenn ich hier im Artikel das erste Bild sehe, erinnert es mich ganz stark an einer Filmszene, als ein Mongoloider Junge ein Mann umarmte

27.07.2012
15:56
OB Sören Link bittet Loveparade-Opfer am zweiten Jahrestag der Katastrophe um Entschuldigung
von Hugo60 | #57

währe statt wäre, Getuhe statt Getue.
Mit dem h haben Sie es wohl, Herr Werthauser?

27.07.2012
13:55
OB Sören Link bittet Loveparade-Opfer am zweiten Jahrestag der Katastrophe um Entschuldigung
von rickylee | #56


" Der Worte sind genug gewechselt; lasst mich auch endlich Taten seh´n . "
Aus Goethes Faust

http://www.martinschlu.de/kulturgeschichte/klassik/goethe/faust/02.htm

26.07.2012
19:43
OB Sören Link bittet Loveparade-Opfer am zweiten Jahrestag der Katastrophe um Entschuldigung
von zuversicht1 | #55

Und weit ,auch über die Duisburger Grenzen, die immer wieder neu erlebbare Hoffnung ,bekannt werden lassen.
Theo van Wesel

PS .DANKE für Ihre Geduld beim lesen dieser gestückelten Kommentare 8habs leider nicht anders darstellen können .Nochmals DANKE für Ihr Verständnis!

1 Antwort
#55 zuversicht
von taosnm | #55-1

Danke Ihnen aus ganzem Herzen für diese gute Geschichte.

26.07.2012
19:39
OB Sören Link bittet Loveparade-Opfer am zweiten Jahrestag der Katastrophe um Entschuldigung
von zuversicht1 | #54

und die vielen kleinen Tränen tränkten
den staubigen, ausgedörrten Sandboden.
Die kleine, alte Frau nahm die zusammengesunkenen Gestalt tröstend in die Arme.
Wie weich und sanft sie sich anfühlt, dachte sie und streichelte das zitternde Bündel. “Weine nur, kleine Traurigkeit”, flüsterte sie liebevoll, “ruh dich aus, damit du wieder Kraft sammeln kannst.
Du sollst nicht mehr alleine wandern. Ich werde auch dich von nun an begleiten,
damit die Mutlosigkeit nicht noch mehr Macht gewinnt.”
Die Traurigkeit hörte zu weinen auf.
Sie sah zu ihrer neuen Gefährtin auf und betrachtete sie erstaunt:
“Aber … aber, wer bist du eigentlich ?”
“Ich …”, sagte die kleine und zerbrechlich wirkende Frau und lächelte dabei
wieder so unbekümmert wie ein kleines Mädchen, ” …
Ich , ich bin die HOFFNUNG!
Diese Geschichte ,das Original wurde von Inge Wuthe geschrieben.
Diese Geschichte soll ALLEN Hinterbliebenen, falls möglich .Trost darbringen! Und weit ,auch über die Duisburger Grenzen, die immer wieder neu

26.07.2012
19:37
OB Sören Link bittet Loveparade-Opfer am zweiten Jahrestag der Katastrophe um Entschuldigung
von zuversicht1 | #53

ein wenig mehr in sich zusammen.
“Und dabei will ich den Menschen doch nichts Böses, ich will ihnen doch nur helfen. Denn wenn ich ganz nah bei ihnen bin, können sie sich selbst begegnen. Ich helfe ihnen ein Nest zu bauen, um ihre Wunden zu pflegen und zu heilen. Weißt du, wer traurig ist, hat eine besonders dünne Haut, und manches Leid bricht dadurch immer wieder auf, wie eine schlecht verheilte Wunde, und das tut sehr weh.
Aber nur wer mich zu sich läßt und all die ungeweinten Tränen weint, kann seine Wunden erst wirklich heilen. Doch die Menschen wollen gar nicht, dass ich Ihnen dabei helfe. Statt dessen schminken sie sich ein grellen Lachen über ihre Narben. Oder sie legen sich einen dicken Panzer aus Bitterkeit und ewiger Enttäuschung zu. Ich glaube, sie haben einfach nur unbändige Angst zu weinen und mich zu spüren.
Deshalb verjagen sie mich immer wieder.”
Dann schwieg die Traurigkeit. Ihr Weinen war erst schwach,
dann stärker und schließlich ganz innig und verzweifelt
und die v

26.07.2012
19:35
OB Sören Link bittet Loveparade-Opfer am zweiten Jahrestag der Katastrophe um Entschuldigung
von zuversicht1 | #52

mag. Niemand will mich.
Dabei ist es doch nun mal meine Bestimmung
unter die Menschen zu gehen und für eine gewisse Zeit bei ihnen zu verweilen.
Aber jedesmal wenn ich zu ihnen komme, schrecken sie zurück.
Sie fürchten sich vor mir und meiden mich.”
Die Traurigkeit schluckte schwer.
“Sie haben Sätze erfunden, mit denen sie mich verstoßen wollen. Sie sagen:
Ach was, das Leben ist heiter und fangen an zu Lachen.
Aber ihr falsches erzwungenes Lachen
führt zu Magenkrämpfen. Sie sagen: Gelobt sei, was hart macht.
Und dann bekommen sie Herzschmerzen.
Sie sagen: Man muss sich zusammenreißen. Und sie spüren das Reißen
in den Schultern und im Rücken, im ganzen Körper. Verkrampft sind sie.
Sie drücken die Tränen tief hinunter und haben Atemnot. Sie sagen:
Nur Schwächlinge weinen. Dabei sprengen
die aufgestauten Tränen fast ihre Köpfe. Manchmal können sie dadurch
nicht mal mehr Sprechen.
Oder aber sie betäuben sich mit Alkohol und Drogen,
damit sie nicht fühlen müssen.”
Die Traurigkeit sank noch

26.07.2012
19:32
OB Sören Link bittet Loveparade-Opfer am zweiten Jahrestag der Katastrophe um Entschuldigung
von zuversicht1 | #51

2 Teil .als würde sie eine alte Bekannte begrüßen.
“Du kennst mich?” fragte die Traurigkeit vorsichtig?
“Aber ja, natürlich kenne ich dich! Immer wieder einmal hast Du mich ein Stück
meines Weges begleitet.”
“Ja, aber …”, argwöhnte die Traurigkeit, “warum flüchtest du dann nicht und nimmst reiß aus? Hast du denn keine Angst vor mir ?”
“Warum sollte ich vor dir davonlaufen ? Du weißt doch selbst nur zu gut,
dass du jeden Flüchtigen einholst. Man kann dir nicht entkommen.
Aber, was ich dich fragen möchte:
Warum siehst du so betrübt und mutlos aus ?”
“Ich … ich bin traurig”, antwortete die graue Gestalt mit klangloser Stimme.
Die kleine, alte Frau setzte sich zu ihr.
“Traurig bist Du also”, sagte sie und nickte verständnisvoll mit dem Kopf.
“Erzähl mir doch, was dich so sehr bedrückt.”
Und die Traurigkeit seufzte tief. Sollte ihr diesmal wirklich jemand zuhören?
Wie oft hatte sie sich das schon gewünscht.
“Ach, weißt du”, begann die Traurigkeit zögernd, “es ist so,
dass mich einfach niema

26.07.2012
19:29
OB Sören Link bittet Loveparade-Opfer am zweiten Jahrestag der Katastrophe um Entschuldigung
von zuversicht1 | #50



Die Geschichte von der traurigen Traurigkeit.
Als die Sonne am Horizont dem Tag langsam entschwinden wollte,
ging eine kleine zerbrechlich wirkende Frau einen staubigen Feldweg entlang.
Sie war wohl schon recht alt, doch ihr Gang war leicht und ihr Lächeln
hatte den frischen Glanz eines unbekümmerten Mädchens.
Fast am Ende dieses Weges,
saß eine zusammengekauerte Gestalt, die regungslos auf den trockenen,
ausgedörrten Sandboden hinunterstarrte.
Man konnte nicht viel erkennen,
das Wesen das dort im Staub des Weges saß, schien beinahe körperlos zu sein.
Es erinnerte an eine graue aber weiche Flanelldecke mit menschlichen Konturen.
Als die kleine zerbrechlich wirkende Frau an diesem Wesen vorbeikam,
bückte sie sich ein wenig und fragte:
“Wer bist du?”
Zwei fast regungslose Augen blickten müde auf.
“Ich? Ich bin die Traurigkeit.” flüsterte die Stimme stockend und so leise,
dass man sie kaum zu hören vermochte.
“Ach, die Traurigkeit !” rief die kleine Frau erfreut,
als würde sie eine alte

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