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OB-Link - Seit 100 Tagen am Rathaus-Besen

11.10.2012 | 08:00 Uhr
Einen Besen gab’s vom Personalratsvorsitzenden Karlheinz Hagenbuck (li.) für OB Link bei dessen Vereidigung vor 100 Tagen.

Duisburg. „Morgen früh beginnt die Arbeit“, sagte Sören Link nach dem Wahlsonntag am 1. Juli. Gerade war er mit 72 Prozent der Stimmen zum Oberbürgermeister gewählt worden. Heute, 100 Tage nach der Vereidigung im Rat, hat ihn der Alltag geradezu eingeholt.

Ja, er sei im Amt angekommen, meint der 36-Jährige. Schonfrist in den ersten 100 Tagen? Eher nicht. Kaum im Amt, musste er die bis dahin „wichtigste Rede meines politischen Lebens“ halten: bei der Loveparade-Gedenkfeier . Er tat es, sagen viele, mit Bravour. Schuf Versöhnung, wo Distanz bis Verbitterung war.

Drohendes Aus für die Opernehe, der Eiertanz um das Sparpaket, ein unzulässiges Bürgerbegehren, ein Personalkarussell um Spitzenjobs, das sich in Hinterzimmern drehte: Link, der Verwaltungschef-Novize hatte keinen leichten Einstieg. Und nun aktuell die Wirren bei den Stadtwerken. Zudem: Gerade in den letzten Tagen wurde der Gegenwind kräftiger: Wo bleibt der versprochene Neuanfang, mehren sich kritische Stimmen.

Kommentar
Der Selbstlernprozess des Sören Link

Nein, den Job von Sören Link möchte ich nicht haben. Den muss man wirklich wollen. Aus politischer Überzeugung, wohl auch aus Ehrgeiz und sicher aus Verbundenheit mit der Heimatstadt.


Niemand in Duisburg sitzt dermaßen auf dem Präsentierteller, an keinen anderen sind die Erwartungen so hoch. Das ist schon eher Berufung denn Beruf, erfasst den ganzen Tag, ja den ganzen Menschen. Erst recht nach der Vorgeschichte und Vorbelastung mit der Abwahl Sauerlands, der erfolglosen Suche nach einem „Wunderheiler“ und dem Versprechen für einem Neuanfang.

Link ist nach sieben Jahren im Landtag wahrlich kein politischer Anfänger. Aber Stadtoberhaupt und Chef Tausender Stadtbediensteter zu sein, ist eine ganze andere Nummer. Zumal: Er ist erster Ansprechpartner, mit seiner Person verbinden Bürger ihr Rathaus. Da passt es, dass sich Link selbst als Chef der Verwaltung versteht. Er zeigt einen klaren Führungsanspruch. Für eine Bewertung der Werthaltigkeit seiner OB-Amtsführung ist es nach 100 Tagen zu früh. Link zeigte Stärken in ersten Entscheidungen und im Auftreten. Das wirkte frisch, auch hier und dort „anders“. Zugleich: Sein Profil muss sich schärfen. „Ich lerne jeden Tag dazu“, sagt er selbst. Gut so. Oliver Schmeer

Stimmen aus dem politischen Umfeld zur 100-Tage-Bilanz gibt es zuhauf. Kritik kommt von der einstigen OB-Kandidatur-Konkurrenz: „Ich sehe keinen neuen Stil, sondernd den Weg zurück zu dunkelroten Zeiten“, meint CDU-Bürgermeister Benno Lensdorf. Der parteilose OB-Kandidat Michael Rubinstein hat „ein bisschen zu viel Symbolpolitik“ ausgemacht und zu wenig Neuanfang.

„Ich halte ihm aber zu Gute, dass er nach zwei Jahren Stillstand nicht alles abarbeiten kann.“ Theo Steegmann von der damaligen Abwahlinitiative lobt zwar Links Umgang mit der Loveparade, zeigt sich aber ansonsten vom erhofften Neuanfang enttäuscht: „Da hatten wir mehr erwartet. Vom neuen Stil in der Politik sind wir weit entfernt.“ Und der CDU-Fraktionschef Rainer Enzweiler sieht „Licht und Schatten“. Der Umgangston sei „nett und freundlich“. Aber wenn Link den Spagat zwischen Amt und SPD-Ratsfraktion nicht schafft, sich „nicht durchsetzen kann, wird er es schwer haben“.

SPD-Fraktionschef Herbert Mettler sieht dagegen einen „gelungenen Neuanfang“ mit einem „frischen, auch mal unkonventionellen Stil“. Nach langen „bleiernen Monaten“ habe er die auf ihn auch hereinbrechenden Aufgaben mit Bravour gelöst, zeigt Mettler Respekt vor Links Leistungen.

„Er hat sich tapfer geschlagen. Er ist nicht steif und kommt locker daher. Das gefällt mir gut: Dass ihm die Bildung wichtig ist, nehme ich ihm ab“, so Grünen-Fraktionssprecher Dieter Kantel. Und Linken-Fraktionssprecher Hermann Dierkes meint: „Ich habe nicht erwartet, dass er alle Brände in 100 Tagen löscht. Im großen und Ganzen ist das die richtige Richtung.“

Video
Duisburg, 24.07.12: Mit einem Meer aus Kerzen haben Angehörige und Anwohner am Vorabend des zweiten Jahrestages der Loveparade-Katastrophe der 21 Todesopfer der Massenpanik gedacht. Für viele Augenzeugen ist das Geschehene noch immer unbegreiflich.

Oliver Schmeer



Kommentare
11.10.2012
23:38
OB-Link - Seit 100 Tagen am Rathaus-Besen
von wattearvolt | #12

passend dazu die „Offensive für ein Sauberes Duisburg".

http://www.sauberes-duisburg.de/index.php?article_id=28

11.10.2012
23:21
SPD-Fraktionschef Herbert Mettler sieht dagegen einen „gelungenen Neuanfang“
von JanundPitt | #11

Das hoffungsvolle Wort "Neuanfang" wurde von Link-Jäger und seiner SPD bereits vor Ablauf der 100-Tage-Amtszeit zügig durch Postenschieberei ohne Ausschreibung konterminiert. So kennt man sie, die Duisburger Provinzfürsten, in neuer Machtfülle und in neuem Glanz und Gloria dank der leichtgläubigen und inzwischen "leicht irritierten" Wähler.

Nein, Herr Link, das Wort "Neuanfang" dürften Sie und Herr Mettler nicht einmal mehr ohne Würgereiz des schlechten Gewissens in den Mund nehmen.

Seit der Greulich- und Linsen-Rochade sehe ich auch in Sachen Janning nicht eine "schicksalhafte Fügung", sondern nur die hässliche Fratze der Machtpolitik, die die Duisburger Verbraucher trotz der "Miesen" bei den Stadtwerken eine 7-stellige Abfindung kostet.

Fazit: Der vollmundig versprochene "Neuanfang" war eine Wahlkampf-Lüge. Daumen runter.

11.10.2012
22:05
OB-Link - Seit 100 Tagen am Rathaus-Besen
von Joe_Shortbone | #10

So wie der den Besen hält hat der noch nie ein Werkzeug in der Hand gehabt....

n.

11.10.2012
20:25
OB-Link - Seit 100 Tagen am Rathaus-Besen
von Gut-aufgepasst | #9

von Ahmet Peter Siegel
Herr Mettler die Wahl zum OB ist vorbei! Die SPD darf wieder ihre Fahne hissen.
Sie sehen einen gelungenen Neuanfang, ich kann ihn nicht sehen, ich sehe, dass unser Demokratie beschädigt wurde und an Ihrer Stelle könnte ich nicht mehr ruhig schlafen.
Wenn diese Machenschaften als normal angesehen werden, dürfen wir uns nicht mehr über andere Staaten wie zum Bespiel Weißrussland beschweren.

Lukashenko ist Präsident
Link ist Oberbürgermeister.

11.10.2012
17:01
#7 Wenn wir
von rschulz3 | #8

es schaffen die Duisburger Wähler vermehrt an die Urnen zu bringen. Dazu noch Aufklärungs- bzw. Erinnerungsarbeit leisten, damit diese Sauereien nicht bei der nächsten Wahl vergessen werden.
Wir brauchen einen komplett neuen Stadtrat.
Ich habe ihn nicht gewählt und darüber bin ich zwar froh, aber lieber wäre mir gewesen wir Bürger hätten uns durchgesetzt. Nie wieder Zweck-Bündnisse.

1 Antwort
#8 rschulz
von taosnm | #8-1

Die Parteien werden sicherlich weitgehend dieselben Leute aufstellen, die bisher im Stadtrat alles, ab sinnvoll oder sinnlos, abnicken, wenn es die Partei denn befiehlt. Deshalb solle man seine Kräfte nicht an die Hoffnung verschwenden, dass es einen neuen Stadtrat geben könnte. Dafür hebt niemand freiwillig seinen Hintern.

Es gibt nur die Hoffnung, all die an die Urnen zu bringen, die eben nichts vergessen haben, und die dann ihre Stimmzettel ungültig abgeben. Doch auch das wird die Politiker nicht beeindrucken, denn ein Sören Link tut ja auch so, als ob er mit grosser Mehrheit gewählt sei, dabei hat er nur ca. 60.000 Stimmen erhalten, ein beschämendes Ergebnis!

11.10.2012
12:38
Der Mann hat mein Vertrauen schon verloren!
von Athene | #7


Ich höre noch, wie Herr Link vom "Neuanfang" schadroniert hat.
Und bei der ersten Nagelprobe wie immer auf die Hinterzimmer und den gepflegten Duisburger Filz gesetzt hat.
Nun ist sein Parteifreund und Dr. Greulich fürstlich versorgt und wir kleinen Würstchen müssen diese "Versorgung" bezahlen.
Herr Link, ich ärgere mich, dass ich ihnen mein Vertrauen und meine Stimme geschenkt habe.
"Neuanfang" wäre für diese, meine, Stadt so wichtig gewesen.

Wann kommt endlich die erste Frau/der erste Mann, der es mit der Entfilzung ernst meint?

1 Antwort
OB-Link - Seit 100 Tagen am Rathaus-Besen
von Gut-aufgepasst | #7-1

von Ahmet Peter Siegel
Die waren schon bei der Wahl dabei, aber gegen Diskriminierung und Manipulation von Sozialverbände, Gewerkschaften, Religionsgemeinschaft, Stadt und sogar das Land NRW, haben Sie einfach keine Chance. Zu dem kommt noch die Lokale Presse, die auch nicht frei berichtet. Wie soll denn da der Bürger, sich frei entscheiden können. Die OB-Wahl in DU war eine Schande für unseren Staat.

11.10.2012
11:53
OB-Link: Seit 100 Tagen am Rathaus-Besen
von taosnm | #6

Die SPD hat das Bett für den OB watteweich ausgestattet, indem sie mit Krieger die gewünschten 20% gegen eine grössere Gedenkstätte auskungelte. Die Rede zum Gedenktag war ordentlich, aber nicht direkt tiefgründig. Und dann ging es in die Vollen mit Umbesetzungen. Mit Opernehe und Sparpaket hatte Link nichts zu tun, das war "vor seiner Zeit". Die Hintergründe um das Bürgerbegehren müssen noch aufgeklärt werden, ebenso wie der Sparkassenskandal.

Mir sind weder gute Leistungen für die Stadt noch ein guter Plan ersichtlich. Der neue Stil ist erkennbar bisher der, dass es keinen gibt, sondern weiter hinter verschlossenen Türen rumgemauschelt wird.

Für 100 Tage eine magere Bilanz. Vielleicht kann Herr Mettler mal spezifizieren, welche Aufgabe bisher gelöst wurde. Vielleicht hinter so dicht geschlossenen Türen, dass es ausser ihm niemand merkt oder sehen kann.

Für Herrn Link sind noch alle, aber wirklich alle Möglichkeiten nach oben offen.

3 Antworten
OB-Link - Seit 100 Tagen am Rathaus-Besen
von kikimurks | #6-1

Link hat nichts ausgekungelt. Er ist schlicht in Kriegers Falle gelaufen. Krieger hat die Verhandlungen vor den Wahlen überraschend abgebrochen. Urplötzlich nach der Wahl war er dann bereit zu einer Lösung. Gleichzeitig musste auch über das Randsortiment abgestimmt werden. Hätte man das Randsortiment abgelehnt, dann hätte es auch nie die große Lösung gegeben. Hut ab, Herr Krieger! Da haben Sie unser Jüngelchen ganz schön vorgeführt.

#6-1 kikimurks
von taosnm | #6-2

Wenn es wirklich so wäre, wie Sie es schildern, wäre das zumindest etwas weniger schlimm. Ich sag es mal so: es scheint tatsächlich, dass es anders war, nämlich, dass Jäger hier Regie führte, um seinen Protégé weich zu betten und ihm sein erstes Erfolgserlebnis zu gewährleisten.

@ taosnm - auch hier dürften Sie wieder Mal richtig liegen...
von JoachimMutz | #6-3

die Tatsache zur Ausweitung des Randsortiments ist und bleibt definitiv verkehrt!

Auch wenn es jetzt politisch abgesegnet worden ist - hat man damit doch alle Untersuchungen und Erläuterungen zur "Einkaufswelt Innenstadt" entwertet bzw. die Stellungnahmen von Gutachtern oder Verbänden übergangen, oder irre ich, dass es gar keine Gutachten gibt?

Ihre Feststellung stimmt exakt, dass wirklich alle Möglichkeiten nach oben offen sind..!

11.10.2012
10:26
OB-Link: Seit 100 Tagen am Rathaus-Besen
von Rheinhauser | #5

Auf seiner Internetseite findet man

An diesen Punkten können Sie mich und meine Arbeit in der Zukunft messen:
Dreck weg - in 48 Stunden.

Der Müll mit Maden und Ratten in Rheinhausen liegt nun schon 96 Stunden da!
Bei den Wirtschaftsbetrieben sagte man mir, das Motto ist von Herrn Link, nicht von den Wirtschaftsbetrieben. Er macht wohl noch Wahlkampf ;-)

Einmal komplett durchgefallen!

Ach ja, in diesem Müll spielen kleine Kinder!

11.10.2012
10:23
OB-Link: Seit 100 Tagen am Rathaus-Besen
von Rheinhauser | #4

Herr Link ist mit 18% Oberbürgermeister von Duisburg geworden.

Wenn nur 25% zur Wahl gehen und er dann nur 72% bekommt, macht das dann 18%
Ist klar, das er meint mit 72% ;-)

11.10.2012
09:43
OB-Link: Seit 100 Tagen am Rathaus-Besen
von AlpenEuro | #3

Das Bild sagt mehr als tausend Worte.

Herr Link, Sie halten den Besen falsch rum!!!!!

1 Antwort
OB-Link - Seit 100 Tagen am Rathaus-Besen
von kikimurks | #3-1

Wie rum richtig ist, hat ihm Jäger nicht gesagt!

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