OB Adolf Sauerland attackiert Gegner, SPD und Medien
23.11.2011 | 17:52 Uhr 2011-11-23T17:52:00+0100
Adolf Sauerland und die CDU haben den (Ab-)Wahlkampf eingeläutet: Vor der CDU-Mittelstandsvereinigung ging der umstrittene OB in die Offensive. Er warnte vor der Rückkehr „zu alten sozialistischen Zeiten“ im Falle seiner Abwahl. Den Medien warf er eine Kampagne und „Scheiß-Journalismus“ vor.
Auf der Sondersitzung des Duisburger Stadtrates am Donnerstag, auf späte 18 Uhr angesetzt, wird aller Wahrscheinlichkeit nach das Abwahlverfahren gegen Oberbürgermeister Adolf Sauerland eingeleitet. Als Wahltermin gilt Sonntag, 12. Februar 2012. Bislang schwieg Sauerland zu dem Abwahlverfahren – vor der CDU-Mittelstandsvereinigung MIT machte er Dienstagabend allerdings klar, was er von der Abwahlinitiative gegen ihn hält: nichts. Der OB-(Ab-)Wahlkampf hat begonnen.
Ob er denn bei seiner Rede bei der CDU-Mittelstandsvereinigung am Dienstag seinen Rücktritt erklären wollte, hatten Medien im Vorfeld nachfragen lassen. Von wegen: Zwei Tage vor dem Ratsentscheid gaben Sauerland und die CDU die Marschrichtung vor: Angriff ist die beste Verteidigung.
„Ich traue mich überall hin“
Vor dem schmackhaften Gänsebraten vom neuen Wirt des Amateur-Schwimm-Clubs deutete Mittelstands-Unions-Chef Benno Lensdorf schon an, wo’s lang geht: „Wir werden die kommenden Wochen der Entscheidung zusammen gehen, komme was da wolle. Wir stehen zu Adolf Sauerland“, sagte der CDU-Bürgermeister. Wehren will sich die CDU, den als „Etikettenschwindel“ gegeißelten Neuanfang verhindern. Rot-Rot sei der Gegner, auch die „leider sehr links stehende FDP“; mit Samthandschuhen geht’s gegen die Grünen. „Ab heute wehren wir uns“, so Lensdorf.
Nach dem Braten und der genüsslich verspeisten dunkelroten Grütze spricht Sauerland. „Ich traue mich überall hin. Das ist meine fünfte Rede heute“, sagt er. Und lässt ein Foto durch die Reihen gehen, das belegen soll, dass es reine Pressekampagne sei, dass ihn Bundespräsident Wulff im September 2010 beim Fototermin im Landschaftspark beim Mahler-Konzert der „Sinfonie der Tausend“ mit Distanz bestrafte: Nur wegen eines geschlossenen Regenschirmes habe er im Abseits gestanden. Überhaupt: Einseitige Medien zeichneten ein völlig verzerrtes Bild, setzten Triller-Pfeifer bei seinen öffentlichen Auftritten gezielt in Szene. Unter Bravo-Rufen lässt Sauerland gar das Wort vom „Scheiß-Journalismus“ fallen.
Rückkehr zu „alten sozialistischen Zeiten“
Im Streit um die ungültigen Unterschriften zur OB-Abwahl, der sich wegen der geplatzten Akteneinsicht am Dienstag nicht bis zur Ratssitzung klären lässt, beantragen SPD, Linke und Grünen für die Sondersitzung am Donnerstagabend, dass das Abwahlverfahren eingeleitet wird, ohne dass der Rat die ungültigen Stimmen anerkennt. Er will sich weitere Prüfungen der abgelehnten Unterschriften vorbehalten.
Sauerland macht klar, was sein Kurs, die Strategie der CDU in den kommenden Wochen bis zum Bürgerentscheid sein wird: Nicht um die Person des Oberbürgermeisters, um die Opfer der Loveparade gehe es der Unterschriften-Initiative, sondern um die Rückkehr zu „alten sozialistischen Zeiten“, als „auch der Erste an der Mülltonne ein Parteibuch haben musste“.
„Agonie“ vor 2004, „Untergang“ unter roter Macht bei seiner Abwahl: Diese Bilder zeichnet Sauerland. Er zählt auf, was Duisburg unter seiner Führung schaffte: die Innenstadt, die neue Mercatorhalle, das Forum, die vielen Maßnahmen in den Stadtteilen. Unter SPD-Zeiten seien „kommunale Gelder versemmelt“ worden, jetzt klopften Investoren in Duisburg an. Sauerland gibt sich robust wie die Wasserballer des ASCD. Wahlkampf und Wasserball, da wird nicht mit Wattebäuschchen geworfen: „Wir müssen allen Bürgern klar machen, dass Rot-Rot nicht das Kreuz hat, Politik zu machen, sich den Aufgaben zu stellen.“ Perspektivlosigkeit und Mutlosigkeit kennzeichneten die Politik der rot-rot-grünen Ratsmehrheit seit 2009.
Unterstellungen zu Privatleben „nicht mehr gefallen“ lassen
Nur einmal wird Sauerland nachdenklicher: „Was am 24. Juli passierte, wollte keiner. Auch nicht, was danach kam“, sagt er zur Loveparade-Katastrophe. Und ergänzt: „Man verhält sich in Ausnahmesituationen manchmal nicht so, wie man sich normalerweise verhält.“ Im gleichen Atemzug fast sieht er die „Schamgrenze „überschritten“, will er sich Unterstellung zu seinem Privatleben „nicht mehr gefallen“ lassen.
Applaus bis zum Stakkato erntet Sauerland aus den augenscheinlich fest geschlossenen Parteireihen. „Wir werden ab heute kämpfen. Die Zeit des Schweigens ist vorbei“, entlässt Lensdorf die Partei – in den Wahlkampf.

18:39
Dazu ist ja schon vieles fast alles gesagt worden. ich hab ein grosses problem ein anderes, nämlich:
Wo ist das forum bei der westen.de geblieben ??
wo mit all seinen rubriken . wie gedichteschreiben. politische themen, stadtthemen usw.
Hab ich das nur nicht mehr aufm pc oder ist es wirklich eingestellt. ihr wisst schon forum wo man sich einloggen konnte und live mitschreiben. Helppppp
Hallo ekisa,
das Forum befindet sich noch immer unter http://forum.derwesten.de/
oder wenn du über die Startseite gehst: dann steht das Forum unter dem Reiter "News" an 5. Stelle. Viele Grüße Moderation
09:30
eigentlich schon einen behandlungsplan für die zeit nach der abwahl?
20:07
Was ist das für eine Nuss.
19:19
Er hätte damals sofort zurücktreten sollen. Jetzt hat er die Marke Duisburg erheblich geschädigt. Das Gezerre ist viel zu lang und übel. Die Stadt Duisburg, die sicherlich auch positive Seiten hat, muss das negative Image hauptsächlich Sauerland anlasten.
19:16
Wenn mir jemand prophezeit hätte, daß die CDU für mich nicht mehr wählbar ist, hätte ich vermutlich gefragt, welches Kraut er raucht.
Aber die Hybris der örtlichen CDU und die Uneinsichtigkeit des Herrn Sauerland haben es geschafft.
Ich hoffe nur, daß die Wähler den Herrschaften bei den nächsten Wahlen die Quitung geben, und die CDU in Duisburg zur Bedeutungslosigkeit verkommt.
Träumen muss erlaubt sein! :-)
15:27
Ja, son Gedächtnis kann schon sehr schön beschissen werden. In den zitierten Zeiten hatten die CDU-Parteigänger ein hübsch "sozialistisch" verteiltes Auskommen. Die städtischen Betriebe und ähnlich Posten waren nämlich durchweg paritätisch besetzt.
Es wird Zeit, mal Rückgrat zu zeigen und der zutiefst gebeutelten Stadt mal ausnahmsweise etwas zu ersparen, nämlich die Ausgaben für das Abwahlverfahren. Herr Sauerland, ihr Verhalten nach der Katastrophe war absolut beschämend. DARAN knabbert Duisburg bis heute - und das lässt sich in der überregionalen Presse auch nachlesen. Wenn es eine Verschwörung gibt, dann haben Sie die selbst angezettelt - weil sie nicht beizeiten den Hut genommen haben.
13:59
er bleibt hat die Stadt keinen anderen verdient. Fakten werden bei der Wahl geschaffen so lange sollte jeder "freie" Bürger selber, für sich, entscheiden.
Meiner Favorit war und ist er nie gewesen. Naja, dass was er "geschaffen" hat ist nicht ganz richtig grundlagen wurden das schon viel früher gelegt.
Hier in Hamburg hat Ole von Beust von selber gemerkt das er die Zuspruch verloren hatte, und wer gesen hat wo die CDU danach gelandet ist weiss die Panik zu verstehen.
Ein EX Duisburger
13:07
Es geht doch "nur" um seine Abwahl (die absolut notwendig ist - weniger Charakter kann man nicht zeigen) Danach hätte unter Umständen die CDU mit einem geeigneten Kandidaten die Chance den neuen Bürgermeister zu stellen. Aber so wie sich der Vorstand verhält bezweifle ich daß sie einen haben. Daß diese Personenabwahl zu einem Parteienkampf mutiert kann der CDU nur schaden. Es muss doch auch in dieser Partei Menschen geben die ein Gefühl für politischen Anstand haben! Wenn Pattex-Adolf das Gesicht der Partei sein soll dann gute Nacht.
13:00
der WAZ angeht, hat Herr AS eigentlich recht. Das war überwiegend Schmuddeljournalismus. Die Berichterstattung in anderen Medien (z.B. Spiegel, Süddeutsche etc.) war hingegen seriöser und insbesondere sachlicher recherchiert. Allein schon die Überschrift "Das ist Adolf Sauerland" über der Fotostrecke in diesem Artikel ist gelinde gesagt perfide Stimmungsmache.
Zum sonstigen Verhalten von AS kann man nur noch mit dem Kopf schütteln. Sein Urteilsvermögen, insbesondere was politische Verantwortung anbelangt, in gänzlich abstrus. Und jetzt auch noch eine, quasi "sozialistische Kampagne" zu vermuten, zeugt von Realitätsverlust. Und dass sich die CDU auch noch vor seinen Karren spannen lässt kann ich erhrlich gesagt überhaupt nicht verstehen. Ganz im Gegenteil: in anderen Fällen wurden bei derartigen Entgleisungen schon Parteiausschlussverfahren inittiert.
Als Bürger dieser Stadt kann man sich für einen solchen (obersten) Repräsentanten einfach nur schämen.
Allein schon die Überschrift "Das ist Adolf Sauerland" über der Fotostrecke in diesem Artikel ist gelinde gesagt perfide Stimmungsmache.
Was hätte denn drüber stehen sollen?
"Das ist der räuber Hotzenplotz" ???
Lesen und dann den Gesamtzusammenhang erkennen hilft!
Gaddafi hat auch gesagt, die Kampagne gegen ihn ist vom Ausland, dem Westen gesteuert.
Im Land hat er nur Freunde und Anhänger.
12:49
Artikel Zitat "Applaus bis zum Stakkato erntet Sauerland aus den augenscheinlich fest geschlossenen Parteireihen. „Wir werden ab heute kämpfen. Die Zeit des Schweigens ist vorbei“, entlässt Lensdorf die Partei – in den Wahlkampf"
Ich weiß nicht, ob es diesem Herrn Lensdorf klar ist, oder obs am Wein lag.
Als nächstes steht die Frage "OB Sauerland - Ja / Nein" an, nicht die Wahl eines neuen OBs.
Da wird sich die CDU ziemlich blöd vorkommen, wenn sie ganz allein auf ihrem selbst gebastelten Schlachtfeld steht - weit und breit kein Gegner in Sicht ...
Dabei besteht die Gefahr, dass die duisburger CDU pauschal gegen alle Duisburger vorgeht und sich dabei die Chance verspielt, mit einem geeigneten Bewerber wieder den Posten des OBs zu besetzen.