„Oase“ in der Duisburger Großstadt-Wüste wird 25 Jahre alt

Peter Rau, seine Frau Melanie und Joachim "Rudi" Rudert, gehören zu den Stammgästen in der Oase.
Peter Rau, seine Frau Melanie und Joachim "Rudi" Rudert, gehören zu den Stammgästen in der Oase.
Foto: Lars Heidrich/Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Achim Lösken hat vor 25 Jahren die gleichnamige Kneipe in Duisburg eröffnet. Freundschaften und Beziehungen fürs Leben entstanden an der Theke.

Duisburg.. „Wir sind ne Rockkneipe, immer gewesen. Wer Helene Fischer hören will, kann ins Oberbayern gehen“, ruft Achim Lösken hinterm Tresen hervor. Es gibt Dinge, die ändern sich einfach nicht. Auf der Karte in der „Oase“ gibt’s Pilsken statt „Hugo“, regelmäßig treten Live-Bands auf und, wer dann doch ein Trend-Getränk braucht, bestellt die Spezialität des Hauses – „Amsterdamer Hammer“. Eine Mischung aus Baileys („für’n Geschmack), Wodka („das ist der Hammer“) und allerlei Geheimzutaten.

Seit 25 Jahren hat Achim Lösken, Besitzer der „Oase“, mit seinem Konzept Erfolg. Als er 1990 die Kneipe eröffnete, damals noch auf dem Sternbuschweg neben einem Supermarkt, wollte er eine Oase für durstige Kehlen in der grauen Großstadt-Wüste sein. Auch heute ist seine Kneipe noch Quelle für zahlreiche Stammgäste.

Die Kneipe ist eine Quelle für zahlreiche Stammgäste

Achim Lösken ist gelernter Koch. Doch ein Leben in einer Restaurantküche konnte er sich nicht vorstellen. Stattdessen übernahm er lieber ein Lokal, das unter dem Namen „Super 2000“ firmierte und machte sein eigenes Ding. Die ersten drei Jahre boten er und seine Frau noch Speisen an. Mittags wurde für die Neudorfer Büroarbeiter frisch gekocht. „Doch das lohnte sich immer weniger.“ Also räumte Lösken die Tischdecken weg, baute eine Bühne in die „Oase“ und engagierte eine thailändische Mitarbeiterin, die das Kochen übernahm.

Er selbst kümmerte sich um Theke und Programm. „Das war eine super Lage. Wir hatten eine gute Nachbarschaft mit dem Finkenkrug – wenn es dort nachts nichts mehr gab, schickten die die Leute zu uns.“ Auch das eine oder andere Fässchen liehen sie sich mal untereinander.

"Wir integrieren jeden", sagt Joachim Rudert

Auch Joachim „Rudi“ Rudert war viele Jahre ein Nachtmensch. Er trug Zeitungen aus, klapperte abends mit den frischgedruckten Exemplaren die Kneipen ab und bekam von Achim Lösken ein Bier angeboten. Manchmal sagte er ja. „Aber ich bin ja durch mehrere Kneipen gezogen, da musste man mal abwechseln.“ Inzwischen kommt er nur noch privat vorbei. Den Hinweg vom Dellviertel läuft er, zurück nimmt er sich ein Taxi. „Hier kann man auch hinkommen, wenn man keinen kennt. Wir integrieren jeden“, sagt „Rudi.“ Andererseits verstehen die Jungs auch, wenn einer mal seine Ruhe haben will.

Freundschaften und Beziehungen fürs Leben sind in der „Oase“ schon geschmiedet worden. Etwa die Ehe von Peter und Melanie Rau. Beide haben in der Kneipe gekellnert. „Ich hab’ schon immer ein Auge auf sie geworfen“, verrät Peter Rau. Irgendwann traute er sich, sie anzusprechen. Inzwischen sind die beiden verheiratet und haben drei Kinder. Und sie sind nicht die einzigen, die sich in der „Oase“gefunden haben.

2006 musste ein neuer Standort her

Ein Einschnitt kam 2006. Da brauchte der benachbarte Supermarkt plötzlich einen größeren Parkplatz und Lösken eine neue Bleibe für die „Oase“. Er fand die alte „Graben-Klause“. Doch für manche Gäste, vor allem die Studenten, lag der neue Standort zu weit entfernt. Nicht alle machten den Umzug mit.

Dabei gibt’s in der Kneipe alles, was das Herz begehrt: Lösken installierte eine Dart-Scheibe und stellte einen „Kicker“ auf. Und hat mit Markus Krebs einen prominenten Stammgast. „Der Markus hat ja schon immer gerne erzählt und Witze gemacht. Aber, dass der mal so prominent wird, konnte ja keiner ahnen.“ Dass Krebs dann den Sieg beim RTL-Comedy-Grandprix in der „Oase“ feierte, rechnen sie ihm immer noch hoch an. Auch so mancher Eishockey- und Fußball-Spieler wird in der „Oase“ manchmal gesichtet. Lösken ist bestens vernetzt.

Zimmer-Vermietungen sind ein zweites Standbein

Ob es die Kneipe noch weitere 25 Jahre geben wird, steht noch nicht fest. Die Zeiten sind härter geworden, der Besitzer hat sich längst ein zweites Standbein mit Zimmer-Vermietungen aufgebaut. Deshalb hat die „Oase“ nur noch donnerstag, freitags, samstags sowie vor „Feiertagen“ geöffnet. Nur eines ist sicher: Solange Achim Lösken das Sagen hat, wird nur Rock-Musik gespielt.