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Obdachlosigkeit

Nur Josef will draußen bleiben

06.12.2011 | 09:02 Uhr
Nur Josef will draußen bleiben
Ab Freitag wird Fridhelm Fritschen wieder Weihnachtsbäume verkaufen zugunsten des Vereins „Gemeinsam gegen Kälte“

Duisburg.Sie nennen ihn Josef. Er gehört zu den zwei, drei Hartnäckigen, die sich von ihrer Obdachlosigkeit nicht abbringen lassen. Deren Heim die Straße, die Brücke, der Wald ist. Alle anderen hat der Verein „Gemeinsam gegen Kälte“ von einem Leben in vier Wänden überzeugen können.

Rund 30 Menschen sind es, denen der Verein einen festen Wohnsitz vermitteln konnte. 1997 wurde er gegründet, als die Obdachlosigkeit besonders hoch war. Inzwischen gibt es die Fachstelle für Wohnungs-Notfälle , deren frühes Eingreifen Wohnungslosigkeit meist verhindert.

Weihnachtsbaum-Aktion
Verkauf ab Freitag

Der Weihnachtsbaumverkauf läuft von Freitag, 9., bis Mittwoch, 21. Dezember, jeweils von 11 bis 18.30 Uhr auf dem Friedrich-Wilhelm-Platz am Sonnenwall. Zur Eröffnung singt um 12 Uhr der Kinderchor der Klosterschule. Am Samstag, 17. Dezember, tritt von 14 bis 15 Uhr die Sambagruppe „Balancao“ am Verkaufsstand auf. Unterstützung über das Spendenkonto bei der PSD-Bank Rhein-Ruhr eG, Kto: 688 100 600, BLZ 300 609 92. Mehr: www.gemeinsam-gegen-kaelte-duisburg.de

Keine Umstimmung möglich

Neben den Obdachlosen ist die Zielgruppe des Vereins vor allem die der Armen, Hilfsbedürftigen, jenen in ungesicherten Wohnverhältnissen, die etwa bei Kumpels untergeschlüpft sind. Mit dem Betreuungsmobil werden regelmäßig die Standorte in Neumühl, Marxloh, Hochfeld, Beeck, Walsum und in der Innenstadt abgefahren, um bei einem warmen Kaffee Beratungsgespräche zu führen, Arztbesuche zu vermitteln, bei Behördengängen zu unterstützen und überhaupt: da zu sein.

Das ist im Moment auch das einzige, was Kurt Schreiber und Fridhelm Fritschen vom Vorstand bei Josef leisten können. Ihn kennt vermutlich jeder in Duisburg. Der 77-Jährige schiebt immer einen Einkaufswagen vor sich her, turmhoch beladen mit seinen Habseligkeiten, die regensicher in Tüten stecken. Inzwischen ist seine Heimat das Universitäts-Gelände. Fritschen und Schreiber gehen ihn regelmäßig besuchen, aber umstimmen ließ er sich bislang nicht.

Weihnachtsbäume verkaufen

Zäh waren auch die Mühen, Jochen von seinem Stammplatz unter der A59-Brücke am Ruhrdeich loszueisen, erzählen die beiden Vorsitzenden, die pensionierte Diplom-Sozialarbeiter sind. „Er hatte Eiswaffeln gesammelt, mit Wasser zu einem Klumpen geformt und überm Feuer zu Brot gebacken“, beschreibt Fritschen. Heute ist Jochen sogar Hausmeister in seinem Wohnblock.

Um den Verein durchs Jahr zu bringen, findet bereits zum zwölften Mal ein Weihnachtsbaumverkauf statt. Auf dem Friedrich-Wilhelm-Platz werden ab Freitag Nordmanntannen sowie Blautannen zwischen ein und drei Metern Größe zu Preisen zwischen 10 und 55 Euro angeboten. Für einen kleinen Aufpreis werden die Bäume in Duisburg auch nach Hause geliefert.

„Wir wollen ja nicht immer nur die Hand aufhalten“, begründet Fritschen das Engagement. Klienten packen mit an, „mancher entpuppt sich sogar als Verkaufskanone“, erzählt er. Unterstützung gibt es auch vom Lions Club Nordpark, der auf dem Platz Kuchen, Plätzchen und Gebasteltes verkauft. Die Hälfte des Erlöses kommt ebenfalls dem Verein zu gute.

Auch Thomas Beckmann, der Duisburger Cellist, hat erneut seine Hilfe zugesagt: Er gibt am Donnerstag, 29. März 2012 ein Konzert, um „Gemeinsam gegen Kälte“ anzugehen.

Annette Kalscheur

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82 Millionen Euro soll Duisburg sparen. Das bedeutet viele Einschnitte im städtischen Leben. Welche der Sparmaßnahmen/Erhöhungen sollte Ihrer Meinung nach nicht umgesetzt werden? Die Zahl in den Klammern ist übrigens die Haushaltsentlastung, die sich die Stadt dadurch erhofft.

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