"Nur der Auftakt" - Pegida sieht sich auf Gewinnerseite

Kaplan Paul Spätling (li.) aus Emmerich sagt: „Auch Katholiken stehen an eurer Seite“.
Kaplan Paul Spätling (li.) aus Emmerich sagt: „Auch Katholiken stehen an eurer Seite“.
Foto: Ralf Rottmann / FUNKE Foto Servi
Was wir bereits wissen
Anhänger ziehen unter Polizeischutz durch Duisburg. Unterstützer sind aus umliegenden Städten angereist, darunter teilweise gewaltbereite Gruppen.

Duisburg.. Duisburg knipst das Licht aus – und die Pegida-Demonstranten reiben sich die Hände. „Der St. Martins-Zug findet im Dunkeln statt, das Osterfeuer ebenfalls. Danke für diesen festlichen Rahmen. Lasst uns Licht machen“, ruft ein Redner den rund 400 Demonstranten zu, die sich am Fernbusbahnhof versammelt haben. Unter Bürger aus der Mittelschicht und jungen Leuten, die ihrem Unmut Luft machen wollen, mischen sich Unterstützer aus Dortmund und Aachen, die die Polizei teilweise als gewaltbereit einstuft.

Als der Redner Oberbürgermeister Link ankreidet, dass dieser zur Gegendemo aufgerufen hat, branden laute „Buh“-Rufe auf. Als die Rede auf Dresden kommt, und die 19 Thesen von Pegida verlesen werden, wird hingegen geklatscht. Der anschließende Spaziergang verläuft von Seiten Pegidas weitestgehend friedlich, linke Gegendemonstranten versuchen unterdessen, den Zug zu stören.

Pegida will nun jede Woche in Duisburg demonstrieren

Eine ältere Dame ist extra aus Monheim angereist. „Wir sind nicht gegen Asylbewerber. Aber ich bin gegen Hassprediger und dafür, dass hier keine Burka getragen werden darf.“ Neben ihr steht Dirk Budde, Jura-Professor aus Kevelaer. Es ist seine erste Demo. Ihn stören die Verhältnisse in Deutschland. Er glaubt, dass die Politiker nicht umhin kommen werden, mit den Pegida-Vertretern zu sprechen. „Das wird eine Massenbewegung.“

Kaplan Paul Spätling trägt ein Heiligenbild vor sich her. „Mir ist wichtig, zu zeigen, dass auch Katholiken auf eurer Seite stehen.“ Mit der Verdunkelung des Kölner Doms sei er nicht einverstanden gewesen.

Die Pegida-Themen, so Organisator Sebastian Nobile, der sich selbst als „Italo-Nazi“ bezeichnet, seien im Ruhrgebiet die gleichen wie in Dresden. Nun soll jede Woche demonstriert werden. Mit Blick auf die Gegenveranstaltungen ist ihm aber auch klar: „NRW ist ein schwieriges Pflaster.“