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11. September

NRW-Wissenschaftler untersuchen die "Generation 9/11"

11.09.2012 | 07:31 Uhr
In den USA, hier bei der Gedenkfeier am 10. Jahrestag der Terroranschläge in New York, geht die Forschung schon lange davon aus, dass es eine "Generation 9/11" gibt. Dass der 11. September auch in Deutschland eine Generation geprägt hat, wollen Forscher der Uni Duisburg-Essen jetzt nachweisen.Foto: Reuters

Essen.  Jeder weiß, wo er am 11. September 2001 war. Eine Altersgruppe ist von den Terroranschlägen jedoch wohl besonders geprägt, nämlich die heute 30- bis 40-Jährigen. Das vermuten Forscher der Uni Duisburg-Essen. Sie haben eine Studie gestartet, in der die "Generation 9/11" ihr Lebensgefühl in Worte fasst.

Der 11. September 2001 hat die große Weltpolitik verändert . Soziologen der Universität-Duisburg Essen befassen sich nun mit der Frage, was der Terroranschlag im Kleinen für jeden Einzelnen bewirkt hat. Sie wollen nachweisen, dass es die "Generation 9/11" nicht nur in den USA gibt: die Altersgruppe der heute 30- bis 40-Jährigen, die von den Anschlägen nachhaltig geprägt wurde. Bislang konnten sich deutsche Teilnehmer in einem eigens eingerichteten Internetforum äußern.

Dr. Daniela Schiek hat die Studie gemeinsam mit Professor Carsten Ullrich initiiert. Sie selbst ist 33 Jahre alt, würde also nach der Einteilung der Forscher zur "Generation 9/11" dazuzählen. Im Interview beschreibt sie das Lebensgefühl ihrer Altersgruppe.

Wie haben Sie den 11. September erlebt?

Dr. Daniela Schiek: Ich war in der U-Bahn in Berlin, dort habe ich damals studiert. Ich habe also unterwegs von der Terroranschlägen erfahren und es einfach nicht verstanden. Ich habe aber nicht gedacht, das könnte ein Action-Film sein. Und da ich es einfach nicht verstehen konnte, habe ich es auch erstmal ignoriert.

Mein damaliger Mitbewohner hatte aber schon Angst und wollte nicht mehr rausgehen, er dachte, in Berlin würden die nächsten Anschläge passieren. In den nächsten Tagen haben wir oft darüber diskutiert – ich habe mich also viel damit beschäftigt, aber erst nach und nach.

Jetzt versuchen Sie zu erforschen, wie die Terroranschläge andere Menschen geprägt haben. Wie ist diese Idee entstanden?

Schiek: Gerade zum zehnten Jahrestag war der 11. September ja wieder sehr präsent . Da ist es uns aufgefallen, dass viel über die politischen Folgen gesprochen und berichtet wird, zum Beispiel über sicherheitspolitische Aspekte. Aber es geht wenig darum, was dieser Tag in den Köpfen verändert hat, wie sich der Alltag für den Einzelnen geändert hat. Offenbar gehen viele davon aus, dass Deutschland zu weit weg ist und kaum jemand sich betroffen fühlt.

Kommentare
12.09.2012
00:01
NRW-Wissenschaftler untersuchen die
von feierabend | #24

Was für ein Quatsch! Aber die junge Generation sollte lernen, dass gerade diese Verbrecher mit ihren unvorstellbaren babarischen grauenvollen Taten...
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NRW-Wissenschaftler untersuchen die "Generation 9/11"
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http://www.derwesten.de/staedte/duisburg/nrw-wissenschaftler-untersuchen-die-generation-9-11-id7068845.html
2012-09-11 07:31
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Duisburg