Notorischer Holzdieb aus Duisburg muss für acht Monate hinter Gitter

Immer wieder hatte der Angeklagte aus Duisburg (hier ein Symbolbild) in Hünxe, Hamminkeln und Voerde Bäume gefällt, um das Holz zu verkaufen.
Immer wieder hatte der Angeklagte aus Duisburg (hier ein Symbolbild) in Hünxe, Hamminkeln und Voerde Bäume gefällt, um das Holz zu verkaufen.
Foto: Lars Heidrich / WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Ein Landschaftsgärtner (27) aus Duisburg fällte immer wieder in umliegenden Wäldern Bäume und verkaufte das Holz. Deswegen muss er nun ins Gefängnis.

Duisburg.. Dass Bäume umfallen können, haben diverse Stürme in den letzten Jahren bewiesen. Doch nicht einmal ein Orkan schafft es, einen Baum spurlos verschwinden zu lassen. Da braucht es schon einen Menschen mit einer Motorsäge, wie den 27-jährige Duisburger, der sich am Freitag in zweiter Instanz wegen schweren Diebstahls vor dem Landgericht verantworten musste. Immer wieder hatte er in Hünxe, Hamminkeln und Voerde Bäume gefällt, um das Holz zu verkaufen.

Offenbar war der Mann aus Ungelsheim mit seinem Gewerbe in finanzielle Schieflage geraten. Zu schief, um noch auf Besitzverhältnisse zu achten. Und so legte er im Herbst 2013 auf einem Gelände der Thyssen-Vermögensverwaltung in Voerde und auf zwei Privatgrundstücken am Bruckweg in Hünxe sowie in Hamminkeln dutzendweise Bäume um und transportierte das Holz ab. Der Schaden betrug mehrere Tausend Euro.

Wer ihn verwundert fragte, was er denn da trieb, dem erklärte der junge Mann dreist, er sei im Auftrag eines Subunternehmers mit Baumfällarbeiten beauftragt. Als ihn schließlich auch die Polizei überprüfte, legte der 27-Jährige einige Tage später eine angebliche Fällerlaubnis der Stadt Voerde vor - die er zuvor selbst gefälscht hatte.

Angeklagter klaute Steine von einer Baustelle

Damit nicht genug,hatte der Angeklagte im März 2014 auch noch auf besondere Weise die Wünsche eines Kunden für eine neue Gartengestaltung erfüllen wollen: Die dafür nötigen Felsensteine stahl er kurzerhand von einer Baustelle in Hüttenheim. Per Radlader transportierte er die 4500 Euro teuren Steine ab.

Das Amtsgericht Wesel hatte ihn wegen des Holzdiebstahls nebst Urkundenfälschung zu acht Monaten Haft, das Amtsgericht Duisburg wegen des Steineklaus zu fünf Monaten verurteilt. Dagegen zog der 27-Jährige in die Berufung.

Doch vor dem Landgericht verstrickte er sich gestern in seinen Schutzbehauptungen. „Das klingt irgendwie alles nicht so besonders glaubwürdig“, kommentierte der Vorsitzende. Die irritierte Verteidigerin erklärte nach kurzer Unterbrechung, dass man die Berufung auf das Strafmaß beschränken wolle.

Ihrer Forderung nach einer Bewährungschance für den Angeklagten, konnte das Berufungsgericht am Ende nicht folgen. Zwar hielt es dem 27-Jährigen zu Gute, dass der durch seine Berufungsbeschränkung quasi ein Geständnis abgelegt habe, aber ansonsten vermochten die Richter nicht viel Positives zu erkennen. Schließlich war der Mann in der Vergangenheit bereits mehrfach, auch einschlägig verurteilt worden. Die letzte Strafe hatte er erst drei Monate vor den Holzdiebstählen kassiert, hatte bei den Taten noch unter Bewährung gestanden. Die Quittung: Acht Monate muss er nun ins Gefängnis.