Notgruppen verlängert

So belebt ist der Lebensretterbrunnen in der Innenstadt selten. Über 150 streikende Erzieherinnen trafen sich gestern morgen dort zu einer Protestaktion, vereinzelt waren auch Erzieher und Kinder dabei. Mit einem spontanen Flashmob wollten sie auf ihre Situation aufmerksam machen. Einige hatten sich zuvor schon um 7 Uhr an Mahnwachen vor Kindertagesstätten beteiligt.

Pünktlich um 10.30 Uhr umkreisten die Erzieherinnen den Brunnen, zogen sich knallrote Streikwesten an und wandten den Passanten den Rücken zu, damit die Aufschrift gut zu lesen war: „Richtig gut! Aufwerten jetzt!“ Diesen Slogan skandierten sie außerdem lauthals und lärmten mit Trillerpfeifen. Keine Minute war vergangen, dann war die Aktion vorüber. „Wir wollen damit Aufmerksamkeit erregen, damit der Streik nicht nur hinter geschlossenen Türen stattfindet“, sagt eine Kindergärtnerin anschließend. Eltern hätten zwar Verständnis für den Arbeitskampf, wüssten aber oft nicht, dass es ihnen darum geht, in eine höhere Tarifgruppe eingestuft zu werden. Derweil schickt der DGB eine Solidaritätsadresse. Verdi hat angekündigt, dass die Streiks weiterlaufen sollen.

Die Stadt hat deshalb das Notgruppen-Angebot verlängert. „Es bleibt bei der gleichen Zahl der Notgruppen und bei den gleichen Standorten“, erklärt eine Stadtsprecherin. Allerdings müssten sich die Eltern oder Alleinerziehenden, die auf einen Platz dringend angewiesen sind, erneut bewerben. Wer bereits die Unterlagen eingereicht hat, muss nicht erneut die Nachweise erbringen. Bei allen anderen gilt: Anspruchsberechtigt sind berufstätige Alleinerziehende und Eltern, die beide berufstätig sind, eine Ausbildung absolvieren, eine Umschulung besuchen oder studieren. In jedem Fall ist eine Bestätigung durch den Arbeitgeber, ein Aus- oder Umschulungsnachweis beziehungsweise eine Immatrikulationsbescheinigung erforderlich, die in der entsprechenden Notbetreuungsgruppe vorgelegt werden muss.

Das Jugendamt hat für die kommenden Streiktage eine zentrale Stelle zur Vermittlung von Notbetreuungsplätzen eingerichtet. Die Vermittlung erfolgt ausschließlich telefonisch und ist nach Bezirken aufgeteilt:Bezirk Mitte/Süd: Mario Drawert (0203) 283-2357, Bezirk Hamborn: Anne Weinkauf-Esser (0203) 283-3163, Bezirk West: Gabriele Jurga (0203) 283-6743 und Bezirk Walsum/ Meiderich: Heike Wust (0203) 283-5696.