Zusammen stehen!

Es war im Sommer 1995 während des Bosnienkrieges, als der Derwisch-Mönch in seinem Kloster nahe der Stadt Mostar den deutschen Reporter empfing.

Sein Häuschen an der Buna-Quelle und die Moscheen der Stadt Mostar standen damals unter Dauerbeschuss christlich-orthodoxer und katholischer Milizen, die jeden bosnischen Muslim töteten, der ihnen ins Visier kam.

Als „Sohn und Bruder“ sprach der alte Muslim den christlichen Reporter an. Weisheit und Liebe Gottes zu allen Menschen würden ja doch über Hass und Krieg siegen. Kein Argwohn, keine Aufforderung zur Rechtfertigung.

Heute, wo viele Menschen auch im Duisburger Norden sich bedroht fühlen von radikalen Islamisten, wächst Argwohn gegenüber Muslimen allgemein. Die Morde an den Pariser Satire-Journalisten könnten Gräben vertiefen.

Hüten wir uns davor! Setzen wir unsere muslimischen Kollegen, Freunde, Nachbarn nicht unter Rechtfertigungszwang. Für Taten, die sie nicht zu verantworten haben.

Stehen wir im Duisburger Norden als Menschen guten Willens gemeinsam aufrecht in der Mitte der Gesellschaft zusammen. Auf dem festen Fundament unseres Grundgesetzes. Um allen, die uns unsere Freiheit nehmen wollen – seien es Islamisten, Rechts- oder Linksradikale – selbstbewusst zu entgegnen: „Ihr werdet es nicht schaffen!“