Wüstentour durch Libyen begeistert Duisburger Eheleute Mai

Sonnen- und Windschutz in der libyschen Wüste im Jahr 2005
Sonnen- und Windschutz in der libyschen Wüste im Jahr 2005
Foto: Eheleute Mai
Was wir bereits wissen
Mit einem Bericht über die Eheleute Hannelore und Wolf-Dieter Mai aus Duisburg-Röttgersbach starten wir die neue Serie „Mitmenschen“.

Röttgersbach..  Als das in Röttgersbach lebende Ehepaar Hannelore und Wolf-Dieter Mai kürzlich die Bilder vom Terroranschlag auf ein Luxus-Hotel in der libyschen Hauptstadt Tripolis sah, erinnerte es sich gleich an einen Aufenthalt in dem Wüstenstaat vor genau zehn Jahren. Mit 37 Gleichgesinnten, unter der Leitung des ehemaligen chirurgischen Chefarztes der Oberhausener St.-Clemens-Klinik, Bernhard Arlt, erkundeten die Eheleute auf Fahrrädern einen Teil der nördlichen Wüste – selbstverständlich mit Abstecher zum Mittelmeer.

„Das war eine unserer abenteuerlichsten Touren“, sagen die Röttgersbacher, die seit 51 Jahren verheiratet und in der Zeit viel in der Weltgeschichte herumgekommen sind. Stets ging es dann auch sportlich zu: Die Mais laufen Marathons, fahren Ski und Wasserski, begeben sich auf lange Radtouren. Wie die durch die Wüste.

Der Kontakt nach Libyen entstand über einen Arzt, der eine Chirurgenausbildung am St. Clemens absolvierte, wo Hannelore als Chefarztsekretärin arbeitete. Abddurrhaman Najjar hatte Dr. Arlt die Tour schmackhaft gemacht.

Bis auf die Nacht nach der Ankunft und der vorm Rückflug nach Deutschland verbrachte die Reisegruppe alle Nächte unter freiem Himmel. „Dicke Käfer krabbelten um uns herum. Und Skorpione“, sagen die heute 68-Jährige und ihr 71 Jahre alter Ehemann. „Am schlimmsten aber waren die streunenden Hunde“, erinnert sich Dieter Mai. „Davor hatten wir richtig Angst“, ergänzt Hannelore und zeigt ein Foto von einem Lager. „Rund um unsere Schlafsäcke hatten wir Steine gelegt.“ Mit gezielten Würfen gelang es, sich die Tiere vom Hals zu halten.

Polizei-Eskorten und Sicherheitsleute

Es war ein riesiger Tross, der sich täglich in Bewegung setzte: „Wir hatten einen Küchenwagen, einen Bus für Notfälle, ein Reparatur- und ein Sanitätsfahrzeug, sogar einen Wasserwagen. Und zahlreiche offizielle Begleiter: Sicherheitsleute von Gaddafi, Polizei-Eskorten durch die Orte, Übersetzer.“

Bis zu 130 Kilometer legten die Röttgersbacher täglich auf dem Drahtesel zurück – bei bis zu 40 Grad und praller Sonne. „Nachts ging die Temperatur auf zehn bis zwölf Grad zurück“, erinnern sich die Beiden.

Die Landschaften, die Orte und die neugierigen Menschen sind in Erinnerung geblieben. „Was wohl aus ihnen geworden ist?“, fragen sich die Mais. Nach dem Umsturz in Libyen brachen alle Kontakte ab.