Wohlfühlen in der eigenen Haut
23.11.2007 | 16:35 Uhr 2007-11-23T16:35:09+0100In der Rhein-Klinik lernen Patienten mit Krankheiten wie Schuppenflechte und Akne umzugehen.Neben Behandlungen mit Salben gibt es auch Entspannungs- und Wellnessangebote
Früher fanden Kuren in der Regel fern der Heimat statt. Die Rhein-Klinik an der Ahrstraße in Beeckerwerth geht einen anderen Weg: Sie behandelt Menschen, die an Hauterkrankungen leiden, wohnortnah - und grundsätzlich nur als Tagespatienten. Sprich: Die Patienten reisen morgens an, bekommen ihre Behandlungen und fahren zum Schlafen nach Hause.
Eine ganze Abteilung wurde eigens dafür komplett umgestaltet und vor knapp einem Monat in Betrieb genommen. Noch weht frischer Farbgeruch durch die Räume, noch fehlt an manchen Stellen die Dekoration. Das helle, freundliche Ambiente vermittelt aber schon jetzt eher den Eindruck, man befinde sich in einer Wellness-Oase denn in einem Krankenhaus. Dazu trägt auch die herrliche Aussicht über den Rhein bei, die von etlichen Räumen zu genießen ist.
Rund zehn Patienten werden derzeit täglich dort behandelt. Manche haben Schuppenflechte, andere Nesselsucht, Akne, Allergien oder sonstige Hautprobleme, die sie nicht alleine in den Griff bekommen. Per Kurantrag können solche Patienten für drei Wochen die Rhein-Klinik besuchen und lernen dort - neben der Behandlung mit Bädern, Salben und Bestrahlungen - wie sie mit ihrer Krankheit umgehen müssen, um die Symptome zu lindern. So nehmen sie an Entspannungsübungen teil, werden massiert - und erleben ein Stück Urlaub vor der Haustür.
"70 Prozent der Patienten kommen aus Duisburg", berichtet Oberärztin Heike Pabsch, "30 Prozent von Auswärts". Von Auswärts bedeutet, vor allem aus den umliegenden Städten. "Der Vorteil unserer Art der Behandlung", beschreibt die Ärztin, "liegt darin, dass die Menschen nicht aus ihrem normalen Umfeld herausgerissen werden, sondern dort behandelt werden, wo sie leben und krank geworden sind". Sehr häufig, beschreibt sie, hingen Hauterkrankungen mit Stress zusammen. "Man fühlt sich dann in seiner Haut buchstäblich nicht mehr wohl", weiß die Fachfrau. Und die Haut zeige es den Menschen, wie es um sie bestellt sei. Viele Patienten würden gar nicht mehr in den Spiegel gucken, weil sie ihre geschädigte Haut nicht mehr ertragen könnten. In der Klinik lernen sie, sich wieder dafür zu interessieren. In großen Spiegeln, die es in Behandlungszimmern gibt, können sie beobachten, wie sich der Zustand bessert. Und das lernten die Patienten zu schätzen.
Um den Menschen die Reha so angenehm wie möglich zu machen, wurde zudem ein (überwiegend kostenfreier) Fahrdienst eingerichtet. So haben die Patienten quasi ein "Rundum-Sorglos-Paket" gebucht und können sogar stressfrei an- und abreisen.
Im Haus kümmert sich ein großes Team von Fachleuten um die "Kurlauber": Physiotherapeuten, Sozialarbeiter, Ernährungsberater, Psychologen, Krankenschwestern, drei Ärzte und eine Entspannungstherapeutin. Sie können bis zu 40 Patienten pro Tag versorgen.
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