Wirrwarr um Wurzeln
06.09.2008 | 17:00 Uhr 2008-09-06T17:00:00+0200Hamborner Politiker wollen die alten Silberahorne an der Holtener Straße erhalten, die Stadt soll allerdings für Schäden durch die Wurzeln aufkommen
Gute Nachricht für die Hauseigentümer an der Holtener Straße: Diejenigen, die Schäden durch Wurzeln von Straßenbäumen in den Kanalrohren und an den Fundamenten haben, bekommen die Reparaturkosten weiterhin von der Stadt erstattet. Dafür hat sich die Hamborner Politik ausgesprochen. Die Bäume allerdings bleiben stehen.
Etliche Hauseigentümer hätten sich gewünscht, dass die Ahorne gefällt werden, damit in Zukunft keine weiteren Schäden an ihren Häusern, bzw. Abflüssen entstehen. Sie ´fanden in der Stadtverwaltung aber keinen Verbündeten: Die 40 bis 50 Jahre alten Bäume seien noch in gutem Zustand und sollen deshalb erhalten bleiben: „Aus fachlicher Sicht besteht zur Zeit kein Handlungsbedarf zur Entfernung der Bäume”, wollte Stadtdirektor Peter Greulich die Bürger wissen lassen. Und ihnen zudem mitteilen, dass die Stadt nicht die Kosten für Wurzelschäden an Wasserleitungen und Fundamenten übernehme, so lange nicht eindeutig feststehe, dass die Schäden ausschließlich durch die Wurzeln und nicht etwa durch bereits marode Kanalrohre entstanden seien.
Das wollten die Politiker allerdings nicht mitmachen: Sie stimmten einhellig dafür, dass die Stadt sehr wohl diese Reparaturkosten zu übernehmen habe.
Was das Fällen der Bäume betrifft, waren sich die Politiker in der Bezirksvertretung nicht einig: Zunächst kam es zu einem Schlagabtausch und dann zu einer Kampfabstimmung: Die CDU wollte die Ahorne absägen lassen, um sicher zu stellen, dass die Reparaturen kein „Fass ohne Boden”, werden, so Fraktionsvorsitzender Axel Gerhard Koch. SPD und Grüne sahen die Sachlage allerdings anders. „Wir sind der Auffassung, dass die Bäume erhalten bleiben sollten”, so SPD-Ratsherr Frank Börner.
Mit zehn zu neun Stimmen wurde die Fällaktion abgelehnt.
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