Winterdienst der Wirtschaftsbetriebe in Duisburg wehrt sich gegen Kritik
11.03.2011 | 14:41 Uhr 2011-03-11T14:41:00+0100
Duisburg-Hamborn. Zugeschneite Nebenstraßen und ein überforderter Räumungsdienst gaben den Duisburgern im Winter Grund zur Kritik. Die Bezirksvertretung Hamborn diskutierte bereits, wie man künftig vorgehen soll - anscheinend lässt sich aber nicht viel verbessern.
Die Kritik der Bürger am Winterdienst der Wirtschaftsbetriebe (WBD) zeigt Wirkung: Um nicht beim nächsten Schnee wieder an den Pranger gestellt zu werden, sucht der Straßendienst schon jetzt nach Vorschlägen, wie man künftig vorgehen soll. Die Bezirksvertretung Hamborn diskutierte das Thema am Donnerstagabend. Vorläufiges Ergebnis: Vermutlich bleibt doch alles wie gehabt.
Hintergrund: Als am 23. Dezember vergangenen Jahres binnen Stunden bis zu 30 Zentimeter Neuschnee fielen , und das bei lausigen Temperaturen, da mussten die Wirtschaftsbetriebe kapitulieren: „Keine Stadt der Welt kann die Menge an einem Tag räumen“, sagt Norbert Lorenz, Geschäftsbereichsleiter Stadtreinigung bei den WBD. Er war in die Bezirksvertretung Hamborn gekommen, um das Problem mit der Politik zu erörtern, und um zu hören, welche Beschwerden sich die Bezirksparlamentarier anhören mussten und welche Forderungen die Bürger stellen.
Im fast knietiefen Schnee versunken
Etliche Politiker schilderten noch einmal, was viele Menschen, die an Nebenstraßen oder reinen Wohnstraßen leben, erlebt haben: Die Fahrbahnen waren im fast knietiefen Schnee versunken, Autofahrten war oft nicht mehr oder allenfalls sehr eingeschränkt möglich. Streufahrzeuge: Fehlanzeige. Räumfahrzeuge in diesen Straßen: Fehlanzeige. Etliche Bürger hatten keine andere Wahl: Sie mussten ihre Wagen längere Zeit in der Garage oder am Straßenrand stehen lassen.
Schnell wurde der Ruf nach ordentlicher Räumung laut - aber genau die kann die Wirtschaftsbetriebe nur dann durchführen, wenn sie dafür von der Stadt den Auftrag erhält (also auf Anordnung der Politik). Die tut sich - zumindest in Hamborn - schwer. Denn: Wenn Nebenstraßen geräumt werden sollen, müssten sie in die Räumstufe Eins eingeordnet werden. Sprich: Nach jeder Schneeflocke müsse der Wagen dann durchfahren, so Lorenz. Aber das kostet: 1,84 Euro pro Jahr und Frontmeter des Hauses. Das scheine nicht viel Geld zu sein, dachte so mancher Politiker laut. Aber: „Besonders die Wohnungsgesellschaften haben lange Häuserfronten, und da summieren sich die Kosten“, gab Marcus Jungbauer (CDU) zu bedenken. Zumal in den Häusern oftmals Menschen lebten, für die jeder zusätzliche Nebenkosten-Euro eine weitere, deutliche Belastung sei.
Viele Stürze und Verletzungen
Anders lasse sich die Schneeräumung der Nebenstraßen aber nicht organisieren, gab Norbert Lorenz zu bedenken und nannte auch den Grund: „Wenn wir erst nach ein paar Tagen kommen, ist der Schnee schon so festgefahren, dass wir ihn nicht mehr geräumt bekommen“ Noch schlimmer sei es, wenn es zwischendurch taue und sich dann - wie im Dezember und Januar - dicke Eisplatten bildeten. Die seien nicht mal mehr mit Salz zu beseitigen.
Fazit der Hamborner Politik: Man müsse sich wohl mit dem jetzigen Ist-Zustand abfinden und somit auch „mit weißen Straßen“, wie Annette Will (SPD) und Carmen Hornung-Jahn (Linke) zusammenfassten. Zumal es durch glatte Fahrbahnen praktisch keine Verkehrsunfälle gegeben habe (Quelle: Lorenz). Problematisch seien nur spiegelglatte Bürgersteige gewesen: Es habe viele Stürze und Verletzungen bei Fußgängern gegeben. „Besonders schlimm“, kritisierte SPD-Ratsherr Manfred Slykers, seien „vor allem öffentliche Flächen“ gewesen. Er wollte deshalb wissen, wer für deren Räumung zuständig sei. „Grundsätzlich der Eigentümer“, sagte Lorenz. Und das sei eben mitunter die Stadt.
12:09
Bei öffentlichen Strassen immer die Stadt
„Besonders schlimm, kritisierte SPD-Ratsherr Manfred Slykers, seien „vor allem öffentliche Flächen“ gewesen. Er wollte deshalb wissen, wer für deren Räumung zuständig sei. „Grundsätzlich der Eigentümer“, sagte Lorenz. Und das sei eben mitunter die Stadt.
Nicht ganz richtig, was da der Vertreter der WBD der Politik geantwortet hat.
Vielmehr gilt folgendes: Bei öffentlichen Staßen und obliegt die sog. Verkehrssicherungspflicht für den Zustand der Strasse der Gemeinde als Träger der Straßenbaulast für Gemeindestrassen nach dem Straßen- und Wegegesetz des Landes NRW. Heißt also: bei Gemeindestrassen hat die Stadt als deren Eigentümer vom Gesetz her die Räum- und Streupflicht. Im Augeblick räumen und streuen die WBD aufgrund der städtischen Satzung nur Stassen, die eine Winterdienststufe haben und somit keine unbedeutende Neben- und Wohnststrassen sind. Und solange es hierdurch keine Schäden entstehen, wird der Bürger dies
als unangenehme Störung in Kauf nehmen müssen.
Auch Bürgersteige sind öffentliche Wegeflächen. Wie in fast allen Städten ist auch in Duisburg die Räum- und Streupflicht auf die Anlieger (Grundstückseigentümer oder Erbbauberechtigte) durch Satzung abgewälzt worden.
09:57
Verglichen mit Moers war der Winterdienst in Duisburg noch GOLD!
08:50
Auch in diesem Winter wurden die WBD wieder völlig untypisch für diese Jahreszeit von Neuschnee und lausigen Temperartuen überrascht. Die Stadt und die Bürger bezahlen bei den WBD für Leistungen, die entweder schlecht oder gar nicht erbracht werden. Das unser LP21-Sauerland solche Leute hinter her noch auszeichnet, wundert mich nicht. Er selbst glaubt ja auch, er müsse keine Verantwortung übernehmen.
Die Stadt stinkt vom Kopf bis runter zum kleinen Zeh. Und zwar so übel, dass man nur sauer sein kann, darüber, dass die Duisburger RTL 2-Asigesellschaft es niemals hinbekommen wird, für oder gegen etwas zu demonstrieren. In anderen Städten oder Ländern wären OB, Teile der Verwaltung und bestimmte Betriebe einfach undenkbar.
19:24
werte Redaktion,trotzdem weise ich darauf hin,dass die Familie des Herrn Sauerland in Wehofen wohnt.Es muss sich niemand wundern,dass dort fleissig geräumt wird.
17:01
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14:26
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12:36
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11:59
Die Straßen müssten vielleicht mal überprüft und neu bewertet werden
Ich habe im Winter schon öfter darauf hingewiesen, dass z.B. die Straße Am Dyck in Walsum ja wohl keine Hauptstraße ist. Sie wird aber so behandelt. Da wurde mindestens 3 mal am Tag Salz in Massen gestreut. Warum?
Und der dauerende Verweis auf Rettungswege. Was soll das? Jede Straße kann/muss/wird zum Rettungsweg, falls die Sachlage es erfordert. Außer natürlich eine Sackgasse,lol.
10:48
Zu: Winterdienst der Wirtschaftsbetriebe in Duisburg wehrt sich gegen Kritik
Habe ich etwas verpasst?
Wie passt die Kritik und die Auszeichnung zusammen?
Auszeichnung. Sie hatten keinen leichten Job um die Jahreswende. Die Kolonnen vom Winterdienst der Wirtschaftsbetriebe. Als Dankeschön gab es Lob und Händedruck des OB stellvertretend für alle Mitarbeiter an dem Personalratsvorsitzenden Marcus Drewes. (16.01.2011, Oliver Schmeer)[1]
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[1] http://bit.ly/fCnp1H
10:40
Die Kritik an den WBD ist in großen Teilen berechtigt!
Die WBD sind ein kommerzielles Unternehmen welches seine „Einnahmen“ unter der „Schirmherrschaft“ der politischen Bürokratie betreibt!
Die größte Kritik sollte dahingehend laut werden, dass die WBD Gebühren für nicht erbrachte Leistungen kassiert. So berechnet das Unternehmen nicht die zu reinigende „Frontmeter“ eines Anliegergrundstücks sondern es wird in Raubrittermanier die längste Grundstücksgrenze parallel zur Straße berechnet.
Will heißen für 100m Straßenreinigung werden z.B. 120m berechnet – ohne einen Leistungshintergrund. In krassen Fällen kommt auch die sog. „Hinterliegergebühr“ zum Tragen, wobei mehrere hintereinander liegende Grundstücke an einer Straßenfront für Reinigung und Winterdienst parallel (z.B. eine Leistung = 4x berechnet) zur Kasse gebeten werden.
Marcus Jungbauer von der CDU sorgt sich selbstverständlich als erstes um die Großgrundbesitzer, ein Schelm wer Böses dabei denkt – zweitrangig wird dann vorsichtig mitgeteilt, dass letztendlich doch die Bürger der Stadt die Zeche zahlen müssen!
Der Öffentlichkeit hier in der Presse die „Besorgnis“ über zu hohe Gebühren für die Menschen vorzusäuseln halte ich für erbärmlich und verlogen!
Bezüglich der „Räumung“ von Straßen bei Schnee ist ganz offensichtlich zu erkennen, dass das Unternehmen das Pökeln der Straßen bei jeder sich bietenden Gelegenheit als „Räumen“ bezeichnet – dem ist nicht so!
Als Räumen ist das mechanische Entfernen von Schnee von den Verkehrsflächen. Da sollten die verantwortlichen Personen mal ein Seminar in alpinen Gegenden absolvieren um mal zu sehen wies funktioniert!
Das was hier dann noch als „Räumen“ übrig bleibt, wenn denn mal der Pflug herabgelassen wird, ist dann noch eine Art Rinne im Schnee für je eine Fahrtrichtung ohne Ausweichmöglichkeiten nach links oder rechts wenn es besondere Verkehrssituationen verlangen sollten.
An Fußgänger und Radfahrer wird im Winter überhaupt nicht gedacht – die sollen wohl bleiben wo der Pfeffer wächst.
Übrigens:
Das Winterchaos ist eine heimische Flachlanddarstellung für eine schöne Winterlandschaft die eben auch ihre Reize hat - eben Jahreszeitbezogen - steht jedes Jahr im Kalender.