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Roma-Integration

Wie Roma-Frauen in Duisburg-Marxloh Deutsch lernen

11.12.2012 | 14:23 Uhr
Wie Roma-Frauen in Duisburg-Marxloh Deutsch lernen
Der Sprachkurs für Roma-Frauen in der Kirchengemeinde St. Peter & Paul in Duisburg-Marxloh.Foto: Lars Fröhlich

Duisburg-Marxloh.   In der Kirche St. Peter & Paul in Duisburg-Marxloh lernen Roma aus Bulgarien und Rumänien Deutsch. Denn "nur über die Sprache kann man Teil einer Gesellschaft werden", meint Esref Avdosoji, der sich für die Interessen der Roma einsetzt und die Sprachkurse in Duisburg organisiert.

„Nur über die Sprache kann man Teil einer Gesellschaft werden“, sagt Esref Avdosoji . Der Mann, der sich in den Niederlanden und am Niederrhein für die Interessen der Roma einsetzt, hat aus diesem Grunde in Zusammenarbeit mit der Entwicklungsgesellschaft Duisburg und der Katholischen Kirche St.Peter Sprachkurse für zugezogene Roma aus Rumänien und Bulgarien organisiert.

Seit November werden je einmal in der Woche im Gemeindehaus der St.Peter Kirche in Marxloh eine rumänische und eine bulgarische Frauengruppe unterrichtet. Finanziert wird das Projekt vom Bundesamt für Migranten und Flüchtlinge.

„Gerade Roma werden ohnehin schon ausgegrenzt, daher wollte ich ihnen die Hand reichen“, sagt der 43-jährige Avdosoji, der selbst einer Roma-Familie aus Serbien entstammt.

Avdosoji als Mittelsmann

Dass mit dem „Hand reichen“ meint der kommunikative Avdosoji auch ganz wörtlich. Als der engagierte Mann die Idee für einen Sprachkurs entwickelte, sei er zu den Flüchtlingen gefahren, habe dort angeschellt, sich vorgestellt und von seinem Vorhaben berichtet. „Ich schlug vor, zuerst die Frauen zu Kursen zu bringen, da sie am meisten Zeit haben. Die Familien waren begeistert und haben sofort zugesagt und sich im Voraus bedankt.“

Da Avdosoji kein ausgebildeter Sprachlehrer ist, leitet Sozialpädagogin Hülya Ceylan die Kurse. Bei dem bulgarischen Kurs, ist die Unterrichtssprache Türkisch. In Bulgarien ist das Türkische mit dem Albanischen mittlerweile Umgangssprache neben dem Bulgarischen. Schwieriger wird es allerdings beim Kurs für die Rumänen. Sie sprechen kein Türkisch. Hier fungiert Avdosoji als Mittelsmann zwischen Lehrerin und Schülern: „Ich spreche sieben Sprachen. Ich übersetze gelegentlich einige Sachen und bringe den Unterricht voran“, so Avdosoji.

Zeichensprache als Kommunikationsmittel

Jedoch weiß sich Ceylan auch ohne all zu viele Übersetzungen zu helfen. „In dem Kurs funktioniert vieles über Zeichensprache“, erklärt die Deutsch-Türkin. So zeigt Ceylan auf verschiedene Körperteile und spricht dann deren Deutsche Bezeichnungen aus. Die Frauen wiederholen dann wie ein Chor die gehörten Worte. „Das ist mühselig, aber führt auch zum Ziel. Einen Weg gibt es immer.“

Während bei diesem Kurs rund 25 Frauen die ersten Wörter einer fremden Sprache lernen, konzentriert sich Ceylan bei den Teilnehmerinnen darauf, ihnen einen Grundwortschatz beizubringen, der ihnen das Leben in Marxloh erleichtern soll. „Hier üben wir ganze Sätze, die den Frauen helfen sollen, sich beim Amt oder beim Arzt auszudrücken“, erklärt Ceylan.

Dennis Bechtel



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