Wer feiert zuletzt, wer friert am Ende?
10.02.2012 | 16:39 Uhr 2012-02-10T16:39:00+0100
Duisburg-Hamborn. Thema der Woche: Auch, wenn die Mieter vom Zinkhüttenplatz nun wahrlich keine Lumpen an hatten, als sie bibbernd vor dem Abteizentrum demonstrierten. Ein wenig erinnerte die Szene an das Lied vom guten alten St. Martin.
„Im Schnee da saß ein armer Mann . . .“, heißt es im beliebten Kinderlied vom heiligen Martin, „ . . . o hilf ihm doch in seiner Not, sonst ist der bittre’ Frost . . .“, und so weiter.
Auch, wenn die Mieter vom Zinkhüttenplatz nun wahrlich keine Lumpen an hatten, als sie bibbernd vor dem Abteizentrum demonstrierten, während drinnen Uwe Heider und Christina Becker 400 Gäste begrüßten: Ein wenig erinnerte die Szene an das Lied vom guten alten St. Martin.
Nur, dass jener Martin – im Gegensatz zur Hamborner Politik – damals vom hohen Ross gestiegen und nicht einfach winkend weiter geritten ist. Bevor Sie, liebe Leser, nun vielleicht zu Recht anmerken, dass ihnen hier gerade jemand einen vom Pferd erzählt – mal konkret: Es ist Fakt, dass die Mieter am Zinkhüttenpaltz aus der Zeitung davon erfahren mussten, dass sie ihre Wohnungen verlieren sollen.
Politische Krisenkommunikation geht anders. Da hätte man viel früher das Gespräch suchen müssen, informieren, begleiten, beraten. Eben nicht das Reden über ungelegte Eier, wie heute so mancher Politiker sagt, sondern moderne lokale Bürgerberatung.
Statt dessen überlässt man den Platz an der Seite der Bürger Leuten wie der MLPD und dubiosen türkischen Gruppen, die auf diesem Wege in die Öffentlichkeit wollen.
Ob das Gesprächsangebot der Politik, das jetzt auf dem Tisch liegt, nicht zu spät kommt, wird sich zeigen.
Denn wenn die Bürgerinitiative auf „stur“ schalten sollte, ist längst noch nicht klar, wer am Ende des Tages feiert, und wer friert.
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