Walsums Bezirksbürgermeister setzt auf mehr Bürgerkontakt

Den Kometenplatz in Duisburg-Walsum würde Salomon gern neu gepflastert sehen. Foto: Lars Fröhlich
Den Kometenplatz in Duisburg-Walsum würde Salomon gern neu gepflastert sehen. Foto: Lars Fröhlich
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Im Neujahrsgespräch sagt Walsums Bezirksbürgermeister Georg Salomon: Einzelhandel, Vereine und die Walsumer Einigkeit seien von großer Bedeutung.

Duisburg - Walsum.. „Wir müssen in Walsum attraktiver werden im zentralen Einzelhandelsbereich“, sagt Georg Salomon auf die Frage, welche Themen in Bezug auf lokale Wirtschaft ihn im noch jungen Jahr 2015 besonders beschäftigen werden.

Es wäre wichtig, sagt der Sozialdemokrat, „dass man es schafft, eine Blickachse zwischen Kometenplatz und Friedrich-Ebert-Platz zu schaffen.“ Dies würde auch optisch den gemeinsamen Zentrumscharakter der Plätze betonen: „Außerdem wäre eine neue Pflasterung auf dem Kometenplatz gut.“

Druck durch Einkaufszentren in den Nachbarstädten

Natürlich stünden die Walsumer Einzelhändler unter Druck, der vom Centro und der Dinslakener Neutorgalerie erzeugt werde. Aber: „Ich bin mir sicher, dass die Walsumer grundsätzlich gerne im eigenen Stadtteil einkaufen. Die lokale Identifikation bei uns ist groß.“

Um es Bürgern zu erleichtern, die Einkaufsmöglichkeiten im eigenen Stadtteil zu erreichen, denkt Salomon auch über einen Dialog mit Nahverkehrsanbieter DVG nach: „Eine Bushaltestelle Jupiterstraße vor den Seniorenresidenzen an der neugestalteten Planetensiedlung wäre gut.“ Auch in Bezug auf andere Linienverläufe der DVG-Busse müsse man sich Gedanken machen: „Wir werden uns mal grundsätzlich das Konzept der DVG für Walsum anschauen und dann das Gespräch mit der DVG suchen.“

Spielhallen in Walsum nicht gewünscht

Attraktiver Einzelhandel vor der Haustür und Glücksspiel passen für Salomon nicht zusammen: „Das Thema ist weiter aktuell: Wir wollen verhindern, dass Wett-Annahmestellen und Spielhallen sich in Walsum breit machen.“

Natürlich sei er stolz auf die zahlreichen Walsumer Vereine, sagt Salomon, das Thema liege ihm besonders am Herzen. Aber: „Auch in Walsum haben traditionsreiche Vereine Probleme, Nachwuchs zu rekrutieren.“ Grund dafür sei nicht allein, dass junge Leute sich nicht mehr für die Tradition und Ideale von Brauchtumsvereinen begeistern könnten: „Ich sehe es in der eigenen Familie: Meine Tochter pendelt beruflich jeden Tag nach Köln. Bringen sie dass mal mit Familie und Engagement in Vereinen unter einen Hut. Sehr schwierig.“

Zukunft der Vereine

Vereinsfusionen seien sicher ein Mittel, um Zukunft für Vereine zu schaffen, aber kein erschöpfendes: „Aus zwei Traditionen eine gemeinsame zu machen, klappt nur selten“, sagt Salomon, „nein, die Vereine müssen sich heutzutage auch neu aufstellen, etwa mit Hilfe neuer Medien.“ Denn Vereinsarbeit, sagt Salomon, sei für die Walsumer Gesellschaft von unschätzbarem Wert: „Dort treffen sich die Walsumer, kommen ins Gespräch, werden Freunde.“

Freundschaften gebe es in Walsum auch über religionsgrenzen hinaus: Die Diskussion über das Zusammenleben von Mehrheitsgesellschaft und Muslimen werde Walsum nicht spalten: „Wir sind da bis jetzt sehr gut klar gekommen und werden das auch in Zukunft.“