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Von Tauben, Fischen und Wunschbäumen

31.12.2012 | 11:00 Uhr
Von Tauben, Fischen und Wunschbäumen
Taube, Stock und Fisch werden hier eingekränzt von den traurigen Hamborner Palmen. Foto: Lars Fröhlich / WAZ FotoPool

Duisburg-Nord.   Die Redaktion Duisburg-Nord wirft einen Bleigieß-Blick voraus: Was bringt uns das Jahr 2013?

Das Jahr 2012 ist wie im Fluge vorbeigegangen. Was mag das neue bringen? Einen (nicht ganz ernst gemeinten) Blick in die Zukunft warf die Redaktion Hamborn. Wir schauten aber nicht in die Glaskugel, legten auch keine Karten, sondern versuchten uns in der Kunst des Bleigießens.

Wir mochten aber nicht in unsere eigene Zukunft schauen. Vielmehr wollte wir erfahren, wie es den vier Nord-Stadtbezirken Walsum, Hamborn, Meiderich und Ruhrort wohl ergehen wird.

Nachfolgend unsere Deutungen der glitzernden Figürchen.

Walsum

Walsum am Rhein: Kein Wunder, dass sich das flüssige Metall beim Erstarren gleich in einen Fisch verwandelte. Es könnte ein Marlin mit angelegter Segelflosse sein, oder auch ein Schwertfisch, den wir aus dem Wasser zogen. Beide sind im Rhein zwar sehr, sehr unwahrscheinlich, aber man weiß ja nie. Schließlich gab es 1966 schon mal einen seltenen Gast – einen weißen Wal. Dem Bleigieß-Deutungs-Alphabet nach ist „Fisch“ gleichzusetzen mit „Glück“. Na, da werden sich die Bürger, die um den Erhalt der Hubbrücke kämpfen, aber freuen. Für sie gibt es im neuen Jahr ganz offensichtlich ein Happy End.

Hamborn

Für Hamborn herrscht sofort Deutungs-Einigkeit: Eine vertrocknete Palme und eine schwindsüchtige Bananenstaude weisen den Weg ins geschlossene Tropenhaus, wo solche Pflänzchen mangels Pflege vertrockneten. Die Bäume erinnern auch an die gebetsmühlenartig wiederholten Worte des Mahners Herbert Fürmann von der Linkspartei, der seit fast einem Jahr von der Verwaltung wissen möchte, wann und wo es in Hamborn Nachpflanzungen für die in 2011 und 2012 im Stadtteil geschlagenen Bäume geben wird. Beruhigend die „offiziellen“ Baum-Deutung im Bleigieß-Lexikon: Erfüllt Wünsche und sorgt für Gelassenheit.

Meiderich

,Dem Meidericher Taubenhaus geh’n niemals nicht die Tauben aus’: Ein hübsches Täubchen mit stolzgeschwellter Brust „entstieg“ dem Wasserbad. Ach, wäre es doch eine Friedenstaube! Aber nein: Der Wettbewerb um die Deutungshoheit in Sachen Sauberkeit und Sicherheit in Meiderich wird auch 2013 weiter gehen. CDU und SPD, mit entschlossenen „Müll-Bürgerwehren“ im Schlepptau, werden sich vor Ort am schmuddeligen Wohnobjekt in Empörung überbieten. Verwaltungs-Boss Ralph Cervik mittendrin als Pufferzone. Geht’s nicht optimistischer? Doch! Die Taube steht schließlich für ungeahntes Glück.

Ruhrort

Ruhrort ist der Ortsteil, der Künstler und junge Unternehmen magisch anzieht. Wer wundert sich da, wenn sich das Metall sofort zu einer Skulptur zusammenzieht?! Das Minikunstwerk erinnert an einen Stock, der in den Boden gerammt wurde. Der Stock steht für „große Veränderungen“.

Die wird es im Hafenstadtteil im Laufe der nächsten Jahre ganz gewiss geben. Das gemütliche Örtchen mit Insellage zwischen Rhein, Ruhr und Hafen wird sich weiter positiv entwickeln und immer mehr auch zum Besuchermagneten werden. Wo sonst kann man in Duisburg so schön flanieren und das Leben am Wasser genießen?!

Gregor Herberhold und Christian Balke


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