„Vom Verfall zu einem Beispiel für die Welt“

Meiderich/Bridgeport..  „Vom Verfall zu einem Beispiel für die Welt“, betitel der amerikanische Reporter seine Doppelseite über den Landschaftspark-Nord.

Während man in den USA stets auf die regulierende Kraft des Marktes allein setze, schreibt Reporter Hugh Bailey, habe man sich in Duisburg und im gesamten Ruhrgebiet bewusst auf einen langfristigen Strukturwandel geeinigt: „Bei uns (in den USA) rotten solche Brachen entweder ewig vor sich hin, oder es wird schnell, kurzfristig, privates Geld investiert, dessen Wirkung dann auch schnell verpuffen kann“, schreibt der Mann, der für seine Serie ein Recherche-Stipendium in Höhe von 75 000 US-Dollar erhielt, „im Landschaftspark haben sich öffentliche Hand und private Wirtschaft auf eine gemeinsame Finanzierung mit langfristiger Perspektive entschieden.“ Dies erst eröffnet, laut Bailey, die Chance zu einem echten Wandel der Region. Als vorbildlich lobt der US-Autor die Funktion der Bauausstellung Emscherpark in den 1990’er Jahren. Während in den USA ehemalige Industriegebiete – etwa Braunkohlereviere – nur dann Geld vom Staat erhalten, wenn sie auf ökonomisches Wachstum ausgerichtete Konzepte vorlegten, würden im Ruhrgebiet zwei Prozesse parallel verlaufen: „Die Industriekultur Ruhr und mit ihr der Landschaftspark Duisburg-Nord als ihr Zentrum, ist unabhängig von ökonomischen Einflüssen zu einem Beispiel für die Welt geworden“, schreibt Bailey.

Seiner Meinung nach werde dies mittelfristig erheblich auch zum wirtschaftlichen Wachstum der Region beitragen. Ein System wie das amerikanische nehme billigend den Verfall oder den Abriss von Industriekultur in Kauf. Bailey bringt es auf den Punkt: „Sie sagen dort: Wir sind nicht Detroit.“