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Viele Verkehrsschilder in Duisburg sind kaum noch lesbar

22.09.2012 | 06:00 Uhr
Viele Verkehrsschilder in Duisburg sind kaum noch lesbar
Kaum noch lesbare Verkehrsschilder sind in Duisburg keine Seltenheit.Foto: Lars Fröhlich

Duisburg.   Viele Verkehrsschilder in Duisburg sind völlig vergammelt und deswegen kaum noch zu lesen. Schon einzelne Schilder zu ersetzen, kann mehrere hundert Euro pro Schild kosten - eine komplette Restauration kann sich die Stadt Duisburg erst recht nicht leisten. Leidtragende sind die Verkehrsteilnehmer.

„Wer als Autofahrer nicht Bescheid weiß, kann sich überhaupt nicht mehr orientieren“, sagt die Meidericherin Elisabeth Buggert. Seit langem ärgert sie sich über die völlig vergammelten, großflächigen Richtungstafeln an der Neumühler Straße, die die Verkehrsteilnehmer zum einen auf die Autobahn, zum anderen ins Neumühler Gewerbegebiet und in Richtung Wesel dirigieren sollen. Mit ihr ärgern sich viele Autofahrer.

Das Problem: Weil die Beschriftung und der blaue Untergrund großflächig abblättern, lassen sich die Ortsangaben teilweise gar nicht mehr lesen oder bestenfalls erraten. Schilder wie diese gibt es im Stadtgebiet reichlich.

Ein anderer wunder Punkt: Beeck. Auch dort müssen Autofahrer raten, wie sich sich einordnen sollen, wenn sie ohne Umwege zum Ziel kommen wollen. Hinzu kommt an der Hoffschen Straße, dass dort zudem wild wuchernde Äste einen Teil des Schildes verdecken.

Auch die Wegweiser vor der Hochofenkulisse sind wenig aufschlussreich: Dort ist die Farbe dermaßen ausgeblichen, dass man zumindest bei Dunkelheit nur noch raten kann, welche Straße wohin führt.

Standardschilder kosten 40 Euro, Spezialanfertigungen Tausende

Ein anderes Problem sind die Schilder mit Straßennamen. Auch davon haben viele bereits bessere Zeiten erlebt. Zwischen Marxloh und Hamborn etwa fehlt der Stockholmer Straße das große „S“. Ähnliches kann man im ganzen Stadtgebiet entdecken. Und dann kommen noch all die Schilder hinzu, die Scherzbolde mit Aufklebern versehen haben. Da wird dann schon mal der Hinweis abgedeckt, dass Radler gegen die Fahrtrichtung eine Einbahnstraße benutzen dürfen, oder es wird die Zeiteinschränkung fürs Parken zugepappt.

Und schließlich entdeckt man allerorten Schilder, die verbogen oder verdreht sind. Leidtragende sind alle Verkehrsteilnehmer.

Für die Reinigung, den Austausch und die Reparatur der „Tafeln“ ist die Stadt Duisburg zuständig. Im gesamten Stadtgebiet fällt jährlich der Austausch von rund 3000 Schildern an, berichtete Stadtsprecherin Anja Huntgeburth vor geraumer Zeit im Gespräch mit unserer Redaktion. Rund 100.000 Euro muss die arme Stadt pro Jahr dafür ausgeben.

Das Auswechseln eines Standardschildes wie „Halteverbot“ oder „Einbahnstraße“ schlägt mit 40 Euro zu Buche. Hinzu kommt die Montage. Ganz anders sieht es bei den Großschildern aus, wie sie an den Autobahnzufahrten stehen: Die werden speziell angefertigt und kosten gleich mehrere Tausend Euro.

Bereits im vergangenen Frühjahr sollten die Gammel-Hinweistafeln der an der Neumühler Straße ausgetauscht werden. Daraus ist bis heute nichts geworden.

Gregor Herberhold



Kommentare
25.09.2012
07:53
Viele Verkehrsschilder in Duisburg sind kaum noch lesbar
von Suedkommentar | #24

Hier wird eindeutig an der Vehrkehrssicherheit zu Lasten aller Verkehrsteilnehmer gespart. Es ist nicht nachvollziehbar, warum die Stadt Duisburg billigend in Kauf nimmt, dass durch unleserliche und unzureichende Verkehrsbeschilderung das Leben von Menschen gefährdet wird. Dies dürfte wohl ein wesentlich höhreres Gut sein, als der Erhalt von z.B. kuluturellen Einrichtungen, wobei ich den Erhalt der kulturellen Vielfalt in Duisburg in jedem Fall auch unterstütze. Abwägen zum Schutz von Leib und Leben heißt hier die Devise und nichts anderes!

23.09.2012
04:13
Liebe Duisburger,
von mistermajestix | #23

das wird doch nix mit Düsseldorf mithalten oder sogar zur Konkurrenz werden zu wollen. Ich habe da eine ganz andere Idee!!!

Wenn ihr schon so zu diese Neureichenmetropole aufschaut, schließt euch Düsseldorf doch einfach als nächster großer Stadtteil an!

Dann sind alle (finanziellen) Probleme auf einen Schlag gelöst.
Vielleicht.
Vielleicht aber auch nicht *fg*

22.09.2012
15:01
Viele Verkehrsschilder in Duisburg sind kaum noch lesbar
von dummmberger | #22

Was passiert eigentlich, wenn cih mit nicht verkehrssicherem Auto durch die Gegend fahre, z.B. mit kaputten Lampen oder so. Wenn ich dann kontolliert werde, sage ich einfach, ich hab halt im Moment kein Geld dafür.

Das ist doch absurd!

22.09.2012
13:01
Viele Verkehrsschilder in Duisburg sind kaum noch lesbar
von meinemeinung47 | #21

Millionen für die Küppers-Mühle verbrannt, aber keinen Euro für neue Straßenschilder!
Zahlt der Bürger eigentlich Steuern und Abgaben nur noch, damit einige Politiker schön warm, weich und satt in Ihren Sesseln sitzen können?

1 Antwort
Viele Verkehrsschilder in Duisburg sind kaum noch lesbar
von Joe_Shortbone | #21-1

Nee, nee, die sitzen nicht "schön, weich und satt in ihren Sesseln", die furzen auch noch rein und erheben sich erst, wenn sich die sog. Bürgerschaft einmal formiert um die "Sesselpupser" aus dem Amt zu jagen,
Hat Duisburg ja schon einmal versucht, aber das Ergebnis ging sichtlich daneben.... Im übertragenenen Sinn: Es gibt halt zu wenig "Gläubige" in dieser Stadt. Schaut einfach mal Tagesschau, wie man mich "Ungläubigen" umgeht.... Aber bitte keine Gewalt wie z.B. in Syrien - Duisburg braucht einen weiteren "ägyptischen Frühling". Die Herrschenden aus dem Amt und dann eine neue Demokratie!!!!

22.09.2012
10:01
Viele Verkehrsschilder in Duisburg sind kaum noch lesbar
von grautvorgarnichts | #20

Häh? Wer sich einen Greulich leisten kann der wird doch wohl noch ein paar Verkehrsschilder bezahlen können oder???
Tja,so ist das hier in "Absurdistan"!!!

1 Antwort
Viele Verkehrsschilder in Duisburg sind kaum noch lesbar
von Joe_Shortbone | #20-1

Duisburg leistet sich sogar zwei "Greulichs": Einen im Rathaus und eine im Innenhafen....

21.09.2012
23:34
Viele Verkehrsschilder in Duisburg sind kaum noch lesbar
von Daredevil | #19

Warum ist denn aus dem bereits für das Frühjahr angekündigten Austausch der angesprochenen Schilder nichts geworden? Hat es sich nur verzögert, wurde das dafür vorgesehene Geld von der Stadt bereits anderweitig verprasst?

1 Antwort
Viele Verkehrsschilder in Duisburg sind kaum noch lesbar
von Joe_Shortbone | #19-1

Nee, wurde durch die Abwahlinitiative "Neuanfang für Duisburg" für die Neuwahl verprasst.

21.09.2012
16:59
Viele Verkehrsschilder in Duisburg sind kaum noch lesbar
von Harry.Hirsch | #18

Ganz egal ob wir unter Haushaltsaufsicht stehen oder nicht, für sowas muß das Geld einfach da sein. Genauso dafür, das die städtischen gebäude wie Schulen etc. auf dem Stand zu halten sind.
Jeder private Hausbesitzer hat auch dafür zu sorgen, das sein Haus nicht zusammenfällt.

Blitzer werden aufgebaut um die Verkehrsicherheit zu erhöhen! Nee, ist klar! Aber mal nen Mittelstreifen, den man auch sehen kann oder ein Schild, das man lesen kann trägt natürlich nicht zur Verkehrssicherheit bei.

Bin mal echt gespannt, wann es den Duisburgern zu bunt wird!

1 Antwort
Viele Verkehrsschilder in Duisburg sind kaum noch lesbar
von Joe_Shortbone | #18-1

So lange hier SPD, CDU, Grüne, PDS und FDP gewählt wird: NIX!

21.09.2012
12:25
Viele Verkehrsschilder in Duisburg sind kaum noch lesbar
von Hanjin | #17

vielleicht überlegt man sich ja nun mal endlich, wo schilder überhaupt noch sinn machen und pappt nicht alles doppelt und dreifach mit warnhinweisen ver- oder geboten zu, an die sich ohnehin niemand hält, oder andersherum, die ohnehin jeder beachtet, auch ohne hinweisschild.

2 Antworten
Viele Verkehrsschilder in Duisburg sind kaum noch lesbar
von silverstone | #17-1

Im Norden hält sich vielleicht keiner daran.Aber in den anderen Hälften Duisburgs schon.Ist ihnen das noch nie aufgefallen?

Andersrum: Wofür braucht man im Norden Schilder? Lesen können da die Wenigsten!! lol

Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #17-2

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21.09.2012
11:19
Viele Verkehrsschilder in Duisburg sind kaum noch lesbar
von trickflyer | #16

warum wundert mich das nicht?

21.09.2012
11:07
Viele Verkehrsschilder in Duisburg sind kaum noch lesbar
von Drunsonst | #15

So wird die Pleite und der langsame Zerfall eben immer mehr deutlich. Das dabei besonders gebeutele Regionen wie das Ruhrebiet - eine Schweizer Zeitung nannte es unlängst die Armuts-Metropole Europas - und dort besonders betroffene Städte wie Duisburg zuerst in Probleme geraten, sollte nicht verwundern.

Und als Hausaufgabe - für den geneigten Leser - mache man sich Gedanken über die Ursachen der Misere und die weiteren Entwicklungen.

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