Das aktuelle Wetter Duisburg 7°C
Problem

Vereine in Duisburg-Walsum fürchten die Verwaltung

24.02.2013 | 13:46 Uhr
Vereine in Duisburg-Walsum fürchten die Verwaltung
Das Schützenfest in Duisburg Aldenrade lockt nicht nur Stars und Sternchen, sondern auch viele Besucher ins Festzelt. In unserem Archivbild: Alleinunterhalter Hansi Hossa.Foto: Heinz Kunkel

Walsum. Ein offenes Wort sprachen die Walsumer Schützen, Schwimmer, Jecken, Fußballer, Turner und Judoka beim jährlichen Treffen der Sport- und Kulturvereine im Vereinsheim der Bürgerschützen 1856 in Alt-Walsum.

Der stellvertretende Bezirksbürgermeister Wolfgang Niggemann begrüßte OB Sören Link, der auch wissen wollte, wo die Walsumer Vereine der Schuh drückt.

Den Anfang machte Erich Buchhofer von den Sportfreunden Walsum, der dagegen protestierte, dass die halben Stellen der Ansprechpartner für Sportverwaltung im Rahmen des Haushaltssicherungsplanes aus den Bezirksämtern abgezogen werden. „Sollen wir dann für jeden Antrag 15 Kilometer bis zur Wedau fahren? Für mich ist das eine Demontage der Sportstadt Duisburg“, stellte Buchhofer fest. Schon jetzt klappe die Kommunikation an vielen Stellen schlecht. Die Mitglieder des Walsumer Judo-Club etwa standen fassungslos vor der wegen Reparaturarbeiten geschlossenen Dreifachturnhalle, weil die Info gefehlt habe.

Informationen fließen schlecht

Es sei für die Vereine auch schwierig, höhere Gebühren aufzufangen. Wenn sie von bevorstehenden Kostensteigerungen erst nach ihrer Jahresvollversammlung erfahren, können sie nicht mehr rechtzeitig die Mitgliedsbeiträge erhöhen und geraten so mit ihrem knapp kalkulierten Haushalt ins Minus. Hart getroffen hat es zum Beispiel die DLRG und die Schwimmvereine. Sie sollen nun pro Stunde 20 Euro Nutzungsgebühr für die Lehrschwimmbecken bezahlen. Bisher zahlten sie nichts. Dass sie eigentlich schon lange hätten Gebühren entrichten müssen, die nur bisher nicht eingefordert worden waren, sei ein schwacher Trost. Bei einer Kostenexplosion von Null auf 7200 Euro im Jahr könnte der Unterricht für Nichtschwimmer in Walsum ganz zum Erliegen kommen.

Auch Wolfgang Niersmann von der Kinderkarnevalsgesellschaft Wehofen und Paul Friede vom BSV Aldenrade-Fahrn sorgen sich um ihre Angebote. „Wir waren dieses Jahr drauf und dran, den Verein zu schließen“, so Niersmann, „Dreieinhalbtausend Euro für ein Brandschutzgutachten und sieben Sanitäter: eine Verwaltung, die sowas fordert, macht die Vereine kaputt.“ Friede schilderte seine Odyssee zwischen Stadtverwaltung und Bauamt, um eine Genehmigung für das Schützenzelt zu bekommen, das zuvor schon viele Jahre unbeanstandet genutzt wurde. Nun beschäftigt er sich wochenlang mit Lageplänen, Erdnägeln, beauftragt Statiker und wird bei der Stadt durch die Abteilungen gereicht. „Keiner will mehr eine Genehmigung unterschreiben“, fasst er zusammen, „seit der Love-Parade haben alle Angst, am Ende schuld zu sein“.

Sabine Merkelt-Rahm


Kommentare
24.02.2013
22:26
Vereine in Duisburg-Walsum fürchten die Verwaltung
von tumlehs | #2

Kleine Korrektur meines Kommentars: Es muss heißen Gymnasialisierung. Sorry.

24.02.2013
19:16
Vereine in Duisburg-Walsum fürchten die Verwaltung
von tumlehs | #1


Wie auf dem Treffen der Walsumer Sport- und Kulturvereine zum Ausdruck kam, zwingen finanzielle und bürokratische Belastungen unsere Vereine in die Knie. Hier ist nicht nur die Verwaltung mit ihrem Chef Sören Link gefordert, sondern auch die Politik.

Auf die Vereine, die auf Jugendarbeit setzen, kommt womöglich in wenigen Jahren ein weiteres Problem zu, wenn ihnen nämlich der Mitgliederbestand wegbricht. Sören Link sowie die Mehrheit der Duisburger Schulpolitiker wollen neben der Hauptschule Ludgerusstraße auch die im Halbtagsbetrieb geführte beliebte Realschule Fahrn durch eine im Ganztagsbetrieb geführte Sekundarschule ersetzen. Damit verbliebe auf Bezirksebene einzig das Kopernikus-Gymnasium im Halbtagsbetrieb.

Die damit einhergehende Gefahr einer Gymnalisierung des Vereinssport könnte die soziale Funktion der Vereine unterlaufen. Verantwortlich wären Politik und Verwaltung, insbesondere Sören Link.

Wollen die Walsumer Vereine warten, bis das Kind in den Brunnen gefallen ist?!

Aus dem Ressort
900.000 Reichsmark für Mattlerhof und Wäldchen
Jubiläum
Am 24. April wird der Mattlerbusch 100 Jahre alt. Alles begann an einem Bochumer Beamtenschreibtisch
Lkw mit zwei Containern kippt auf A42 in Duisburg-Beeck um
Lkw-Unfall
Hinter dem Kreuz Duisburg-Nord ist am Morgen ein Lkw auf der A42 umgekippt und behinderte den ohnehin schon durch eine Baustelle beeinträchtigten Verkehr in Richtung Kamp-Lintfort. Die Bergung dauerte bis zum Nachmittag. So lange war der rechte Fahrstreifen gesperrt.
Duisburgerin stürzt von Balkon und verletzt sich schwer
Unfall
Nachdem ihr Bekannter sie auf dem Balkon ausgesperrt hatte, versuchte eine betrunkene Duisburgerin am Donnerstagmorgen, hinabzuklettern. Dabei stürzte die Meidericherin ab und wurde schwer aber nicht lebensgefährlich verletzt.
Hamborner Heimatverein im Rennen um Stiftungspreis
Wettbewerb
„Ab und zu bekomme ich in meinem Berliner Abgeordnetenbüro ja auch mal Post“, sagt Mahmut Özdemmir, der SPD-Bundestagsabgeordnete für den Duisburger Norden, und blickt im schmucken Hamborner Ratszimmer verschmitzt in die Runde, „aber neulich war da ausnahmsweise nicht irgendeine Lobbyistenbroschüre,...
Löwen schnurrten in Ruhrort ganz sanft
Konzert
Eigentlich ist die Münchener Band „Löwe“ auf ihrer Deutschlandtour total ausgebucht. Für Britta Gies, Chefin des Café Kaldi, machten die angesagten bayrischen Pop-Poeten allerdings einen spontanen Abstecher nach Ruhrort.
Fotos und Videos
Das Thyssen-Werk in den 50ern
Bildgalerie
Foto-Ausstellung
Altes Schätzchen
Bildgalerie
Oldtimer
Neue Attraktion im Tauchgasometer
Bildgalerie
Landschaftspark Nord