Teersee in Duisburg muss vor Grundwasser geschützt werden

Der abgedeckte und begrünte Teersee im Landschaftspark Nord.
Der abgedeckte und begrünte Teersee im Landschaftspark Nord.
Foto: Gregor Herberhold
Was wir bereits wissen
Damit Grundwasser nicht in einen Teersee eindringen und Giftstoffe ausspülen kann, wird jetzt eine Pumpe eingebaut. Der See liegt im Landschaftspark.

Duisburg/Meiderich.. Der Meidericher Teersee liegt unter seiner Stahlbeton-Haube nicht so sicher wie gedacht. Um Grundwasser-Verunreinigungen zu vermeiden, wird nun eine Pumpanlage installiert, die sicherstellt, dass nichts von der giftigen Brühe ins Grundwasser gelangt.

Um den abgedeckelten See herum sind bereits Entwässerungsrohre gelegt worden, als nächstes wird die Technik (in einem Container) installiert. Bislang musste das Grundwasser mit einem Tankwagen abgepumpt werden, wenn es zu hoch stieg. Künftig wird es automatisch in den Kanal geleitet.

Seit 2007 gesichert

Das Grundwasser um den zwölf Meter tief abgedichteten Bereich muss abgepumpt werden, damit nichts in die Problemzone eindrängen und den Chemikalien-Cocktail zum Überlaufen bringen kann.

Der Teersee entstand während des Betriebs der Zeche Thyssen 4/8 an der Hamborner Straße. Dort kippte das Unternehmen über viele Jahre Produktionsabfälle, die aus verschiedenen Zechen-Anlagen stammten. Darunter befinden sich Benzol, Ammoniak, Phenol und Teer, angeblich auch Quecksilber und andere Schwermetalle. Erst Ende der 1960er-Jahre endete die Ablagerung der Stoffe. Anschließend überließ man das Gelände lange Zeit sich selbst.

Umweltgifte bauen sich nur langsam ab

Bis das Gebiet Landschaftspark wurde und ein Umdenken einsetzte: „Der natürliche Umbau der hier lagernden Umweltgifte erfolgt sehr langsam“, klärt die Stadt Duisburg auf einer Informationstafel im Zugangsbereich zum „See“ auf.

Zum Schutz der Parkbesucher und der Umwelt ist die Altlast deshalb komplett eingekapselt worden. Das Sicherungsbauwerk, so die Stadt, sei durch eine Wand abgeschlossen, die bis zur dichten Tonschicht im Untergrund reiche. Das teerhaltige Material war allerdings damals schon bis zum „Grundwasserleiter“ durchgesickert. Bei Ansteigen des Grundwasserspiegels im Umland könnte die Gift-Brühe hochgedrückt werden. Das will man verhindern.

Einstiegsschacht für Fachleute

Die Oberfläche des Sumpfes ist seit 2007 mit Stahlbeton abgedichtet und kann betreten werden. Die Fläche ist heute mit Rasen bewachsen und wird von Hundehaltern als Auflaufareal für die Tiere genutzt.

Über einen Einstiegsschacht haben Fachleute die Möglichkeit, für Kontrollen unter den „Deckel“ zu gelangen. Das Bauwerk im Randbereich des Landschaftsparks Duisburg Nord (hinter Ikea) wurde 2007 mit Finanzierungshilfe durch die Europäische Union fertiggestellt.