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Tauwetter im Allwetterbad

09.02.2010 | 17:29 Uhr
Waltraud Lindner (80), Rentnerin: "Super, dass es weitergeht. Für meine Knie ist es sehr wichtig, schwimmen zu gehen. Ich bin schon seit 15 Jahren in diesem Gymnastikkurs." Foto: Friedhelm Geinowski
Waltraud Lindner (80), Rentnerin: "Super, dass es weitergeht. Für meine Knie ist es sehr wichtig, schwimmen zu gehen. Ich bin schon seit 15 Jahren in diesem Gymnastikkurs." Foto: Friedhelm Geinowski

Seit Tagen herrschte eisige Stimmung rund ums Walsumer Allwetterbad. Am Dienstag folgte Tauwetter - obwohl es draußen wieder fror und sogar schneite: Das beliebte Bad öffnete nach der Zwangspause wieder seine Pforten. Wir haben nachgefragt, was die Badegäste davon halten.

Gewohnte Klänge schallen durch die Halle, die wegen Personalnot vorübergehend geschlossen werden musste (wir berichteten). Zufrieden und gut gelaunt beobachten die Bademeister das große Becken, in dem sich nun wieder die Schwimmer tummeln.

Auch der Wassergymnastikkurs hat nun wieder seine Übungen aufgenommen. „Endlich. Es herrscht totale Begeisterung und alle Teilnehmer sind sofort wieder da”, strahlt Übungsleiterin Dagmar Freund. Das sah vor ein paar Tagen noch anders aus: Vor geschlossen Türen standen die Mitglieder des seit 15 Jahren existierenden Gymnastikkurses. „Wir sind eine eingeschworene Truppe und wollen mit unserer Trainerin unbedingt weitermachen”, so der einstimmige Tenor der Gruppe.

Entsetzt über "die Betrügerei"

So trafen sich die Teilnehmer in der vergangenen Woche zu einer spontanen Besprechung, um zu beraten, wie es weitergeht. Damals ahnte nämlich noch niemand, dass das Bad so schnell seinen Betrieb wieder aufnehmen könnte. Denn man möchte nicht nur auf die für viele so wichtigen Übungen, insbesondere aber auch nicht auf das menschliche Miteinander verzichten. Entsetzt hatte der Kurs die Geschehnisse, die zur vorübergehenden Schließung der Badeanstalt geführt hatten, aufgenommen. „Wieso riskieren manche Leute ihren Job für so eine leichtsinnige Betrügerei?”, wundert sich Badegast Hans Georg Becker und fügt an: „Da steckt doch bestimmt mehr dahinter.”

Unterkriegen lässt sich diese Gruppe sicherlich nicht. Nimmt der Kurs die Schließung doch schon fast persönlich. Schon einmal hatte man sich erfolgreich gewehrt, und zwar, als die Trainerin gewechselt werden sollte. „Wenn sich zwei mal wöchentlich 40 Leute und mehr zu einer Gymnastikeinheit treffen, steckt da schon mehr als nur die Übung an sich dahinter”, erklären die Teilnehmer.

Marc Winterseel

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