Stinkende Müllberge und Rattenplage in Duisburg-Marxloh

Der Müll stapelte sich auf einem Hinterhof in Marxloh. Inzwischen wurde er entsorgt, jetzt kommt der Schädlingsbekämpfer – wegen der Rattenplage.
Der Müll stapelte sich auf einem Hinterhof in Marxloh. Inzwischen wurde er entsorgt, jetzt kommt der Schädlingsbekämpfer – wegen der Rattenplage.
Foto: Saado
Was wir bereits wissen
Immer wieder klagen Marxloher über stinkende Müllberge, wilde Kippen und Ratten in ihrem Wohnumfeld. Ordnungsamt wird wieder aktiv.

Duisburg.. Anwohner der Marxloher Hagedornstraße und der Mittelstraße verzweifeln langsam. Ihr Umfeld vermüllt immer mehr, die Ratten laufen selbst am Tag über die Höfe und Straßen. „Das Problem an der Hagedorn-, Ecke Rolfstraße ist bekannt“, sagte Reinhold Mettlen, Chef des Duisburger Ordnungsamtes, am Dienstag im Gespräch mit unserer Zeitung.

Voraussichtlich in der kommenden Woche werde dort der Schädlingsbekämpfer aktiv, so Mettlen. Das Quartier kontrolliert die Behörde regelmäßig, zählt es doch zu den Problemvierteln, in denen es immer wieder zu Ärger wegen des Mülls kommt, der von Zuwanderern illegal entsorgt wird.

Säuerlich stinkender Müll auf dem Hof

Beim Ortstermin am Montagabend zeigten sich die Südosteuropäer gesprächsbereit und einsichtig. Nein, auch ihnen gefalle es nicht, wenn sich der Abfall in ihrem Hinterhof türme. Sie wollten künftig darauf achten, dass das Gelände sauber sei, versprachen sie.

Noch am Sonntag lag der säuerlich stinkende Müll auf dem Hof. Nachdem Kahled Saado (42), der in einer Eigentumswohnung direkt neben der wilden Kippe lebt, vor Ort war und Fotos von den Missständen geschossen hatte, wurde die Hausgemeinschaft aktiv: Sie entsorgte die Müllberge am Montag. Zurück blieb nur Metall, den die Bewohner noch zum Schrottplatz bringen wollen.

„Ich bin es langsam leid mit dem Abfall"

Der Hauseigentümer, den die Zuwanderer nur „Chef“ nennen, erschien am Montagabend zufällig auf der Bildfläche. „Ich bin es langsam leid mit dem Abfall. Ich habe ihn schon sechs Mal entfernt und 6000 Euro dafür gezahlt“, sagte er verärgert. Mit einem Gitter will er den Hof absperren, „damit Fremde keinen Zugang mehr haben“ – in der Hoffnung, dass dann auch keine wilde Kippe mehr entsteht.

Der aus dem Libanon 1978 eingewanderte Saado wäre nur zu glücklich, wenn die Aktion Erfolg hätte und die Rattenplage ein Ende fände. Dann könnte seine kranke Tochter den Hof wieder zum Spielen nutzen. Beim Ordnungsamt bleibt der Bereich auf jeden Fall unter besonderer Beobachtung.

Die Ratten fühlen sich sehr wohl

Über ähnliche Zustände an der Mittelstraße berichtet auch Kurt Kreutgen, früherer stellvertretender Bezirksbürgermeister aus Hamborn. Im Hinterhof seines Nachbarhauses stapele sich auch regelmäßig der Abfall, und die Ratten fühlten sich ebenfalls sehr wohl. Er hofft, dass die Ordnungsbehörde auch bei seinen Nachbarn mal vorbeischaut und für Sauberkeit sorgt.

Zwei weitere Orte, wo Elektro-Schrott, Bauschutt und so weiter illegal lagern, befinden sich an der Ecke Duisburger-/Stockholmer Straße in Marxloh und am Nattenbergshof in Beeck. Müllsheriffs werden die Plätze jetzt inspizieren und nach den Übeltätern forschen.